Die 2 b der Pestalozzischule mit dem für Hauptkommissar Marco Weinthäter (ganz im Hintergrund) gemalten Polizei-Bienen-Bild. Ihr Dankeschön für die 1000 Euro Spende aus dem Honigverkauf im Präsidium.
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Die 2 b der Pestalozzischule mit dem für Hauptkommissar Marco Weinthäter (ganz im Hintergrund) gemalten Polizei-Bienen-Bild. Ihr Dankeschön für die 1000 Euro Spende aus dem Honigverkauf im Präsidium.

Die gute Tat

Die Polizei, dein Freund und Imker

  • VonSabine Schramek
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Frankfurter Ordnungshüter spenden 1000 Euro aus Honig-Erlös an die Pestalozzischule

Ellie (7) trägt einen schwarz-gelb geringelten Rock und liebt Honig. "Am liebsten mit Joghurt oder auf Brot", sagt sie. Mit 16 Klassenkameraden der 2b schwirrt sie lachend durch den Garten der Pestalozzischule. "Schaut mal, die Polizei", ruft sie und die Kleinen wollen Hauptkommissar Marco Weinthäter sofort Hochbeete, Teich und Pflanzeninseln zeigen. "Hier kommt auch immer ein Hase", ruft Damian (8). "Und ich weiß, wie man Honig bekommt", erzählt er stolz. "Im Urlaub machen wir ihn selber und meine Schwester probiert überall jeden Honig".

Papiertüte statt Pistole

Weinthäter ist zwar in Uniform, trägt aber statt Waffe eine Papiertüte mit einer fetten aufgedruckten Biene darauf. Der Polizist besucht die Kinder, um sie zu überraschen. Er hört ihnen aufmerksam zu und beantwortet jede Bienen- und Honig-Frage.

"2016 hat mich ein ehemaliger Streifenpartner gefragt, ob Imkerei nichts für mich wäre. Er hat es als anstrengend aber entspannend beschrieben. Das hat mir gefallen und nicht mehr losgelassen", so Weinthäter. Seit April kümmert er sich um die drei Bienenvölker auf dem Dach des Polizeipräsidiums. "Dass der Honig für einen guten Zweck verkauft wird, war klar. Ein Kollege hat mich auf den Verein Mainlichtblick aufmerksam gemacht, der Kinderwünsche erfüllt. Darunter war der Wunsch der Pestalozzischule, 1000 Euro für eine Wetterstation und eine insektenfreundlichere Gestaltungen für den Schulgarten zu bekommen. Der Erlös unseres Honigs lag bei 800 Euro. 200 Euro habe ich noch draufgelegt, weil die Idee so schön ist und der Kreislauf mit Insekten und Bienen wieder geschlossen wird", berichtet er. Die Kinder überraschen ihn auch. Mit einem großen Bild voller Polizeibienen, die sie selbst gemalt haben. "Das hat lange gedauert", rufen Anna (7), Michel (8), Lennard (7), Johanna (8), Aurelia (7) und Annika (7) aufgeregt. Weinthäter ist gerührt und freut sich über das grün gerahmte Kunstwerk, auf dem ausgeschnittene Polizeibienen mit Blaulicht auf rotem Untergrund schwirren. Ein kleines Wildbienenhaus hat die Schule auch schon angeschafft.

Die "Frankfurter Polizeihonig-Gläser mit Skyline-Scherenschnitt-Aufdruck wurden für je 5 Euro an Kollegen im Präsidium und in der Bäckerei Brot & Freunde verkauft. "Genau drei Gläser sind noch übrig", so Weinthäter. Die werden jetzt versteigert. "Der Erlös wird wieder einen Kinderwunsch erfüllen, der an den Verein Mainlichtblick geht", verspricht er. "Insgesamt haben wir seit 2013 schon 1760 Wünsche für 12900 benachteiligte Kinder erfüllt. In diesem Jahr allein 248", so Geschäftsführer Frank Fechner, der sich von den Kindern ebenfalls den Schulgarten mit Lehmofen, Sträuchern und Bäumen zeigen lässt. Fechner und Weinthäter bekommen Tipps für Honig von den Kleinen. Damian schwört auf "Brot mit Erdbeermarmelade und Honig. Das ist voll lecker." Die Männer erfahren auch, dass die Kinder Marmelade aus Himbeeren, Blaubeeren und Johannisbeeren gemacht haben und sich "Schneeglöckchen und bunte Blumen für die Bienen wünschen." Der Polizist will ihnen im Frühjahr noch Samen für insektenfreundliche Blühmischungen vorbeibringen. Ellie hopst in ihrem Bienenrock.

Wer bis zum 31. Januar eines der drei Honiggläser ersteigern möchte, kann das über die Website und Social Media Kanäle von https://polizeibienen-frankfurt.de/ tun. (Sabine Schramek)

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