Es war vor allem das Bombardement vom 2. März 1944, das riesigen Schaden anrichtete und 40 Menschen das Leben kostete.
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Es war vor allem das Bombardement vom 2. März 1944, das riesigen Schaden anrichtete und 40 Menschen das Leben kostete.

75 Jahre FNP

Die Triebstraße, auferstanden aus Ruinen

  • Friedrich Reinhardt
    VonFriedrich Reinhardt
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Heute: Ein Blick in die Geschichte der Triebstraße in Bergen-Enkheim.

Wo an der Triebstraße 2 bis 1944 noch Gebäude standen, blicken die Bergen-Enkheimer nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen riesigen Schutthaufen. Ein Teil des Hauses (heute Hausnummer 2b) ist eingestürzt. Die Fenster hat der Druck der Explosionen zersplittern lassen. Ohne Mauern, die das löchrige Ziegeldach stützen, hängt es in die Luft wie eine mottenzerfressene Zeltplane. Der Wiederaufbau wird Jahre dauern. An Geld und Material fehlt es auch 1946 noch.

Es war vor allem das Bombardement vom 2. März 1944, das riesigen Schaden in Enkheim angerichtet hatte. Es war nicht das erste. Unzählige Male gingen die Alarme, rückten die Feuerwehrgruppen aus - darunter viele Frauen, weil Männer als Soldaten ihre Stadt verließen. Schon in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 1943 setzten Bomben die damals noch eigenständige Stadt mit rund 6000 Einwohnern in Flammen. Wie der Stadtteilhistoriker Karl-Heinz Heinemann schreibt, brannten zehn Wohnhäuser und 14 Scheunen nieder, aber niemand kam dabei ums Leben. Der 2. März 1944 sollte dagegen deutlich verheerender werden und das Leben in Bergen-Enkheim nachhaltig verändern.

Mitten in einem Unwetter aus Regen und Schnee begann der Bombenangriff um 11.30 Uhr. 500 Bomben fielen vor allem auf Enkheim und auch auf die Triebstraße. Heinemann zählt die Schäden auf: 59 Wohnhäuser, drei Bäckereien, ein Gasthaus, ein Kino, drei Metzgereien, zwei Arztpraxen und eine Schmiede waren entweder schwerbeschädigt oder - wie die Eisengießerei Slotosch - komplett zerstört. 40 Menschen starben an diesem Tag.

Er prägte auch im Jahr 1946 noch das Leben in Bergen-Enkheim. Dennoch erholte sich die Stadt wieder. Über 7200 Menschen leben 1946 in Bergen-Enkheim. Die Lederwarenverarbeitung als größte Einnahmequelle der Einwohner wächst. Jede dritte Familie soll in den 60er Jahren damit Geld verdient haben. Auch in der Triebstraße verschwinden die Trümmer und wo eine Ruine mit der Hausnummer 2 stand, führt Heizungsbauer Michael Fester seit 1994 seine Firma. msr

Die nächste Folge der Serie

Am Dienstag blicken wir auf der Innenstadt-Seite auf den Wandel des Oeder Wegs. Alle bisher erschienen Folgen finden Sie gebündelt auf www.fnp.de/stadtteilgeschichte

Blick in die Triebstraße.

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