Trotz der roten Radwege hat sich an der Situation an der Kreuzung zur Hügelstraße bislang nichts verbessert. Die schmale Aufstellfläche wird von Fahrzeugen befahren, die Radfahrer müssen ausweichen. foto: Unger
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Trotz der roten Radwege hat sich an der Situation an der Kreuzung zur Hügelstraße bislang nichts verbessert. Die schmale Aufstellfläche wird von Fahrzeugen befahren, die Radfahrer müssen ausweichen.

Ginnheim: Radverkehr

Die Unfall-Kreuzung bleibt gefährlich

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Kritik an fehlerhafter Markierung in der Ginnheimer Hohl - Stadt bessert bereits nach

Schnell hat die Stadt nach dem Unfall an der Kreuzung Ginnheimer Hohl/ Hügelstraße, bei dem Anfang Dezember ein Radfahrer ums Leben kam, reagiert und die dortigen Radwege sowie die Aufstellfläche in den vergangenen Wochen mit roter Farbe markiert. Doch dabei sind Fehler passiert. Fehler, die jetzt kritisiert werden. So wurde nicht nur die Aufstellfläche für die Radfahrer auf die versprochenen 5,50 Meter vergrößert. Die zweite Haltelinie auf Höhe der Hofeinfahrt, die den Autofahrern bislang signalisierte bei Rot dort zu stoppen, war plötzlich verschwunden - sie wurde weggefräst. Lediglich das, gelinde gesagt doch recht kleine, "Bei-Rot-hier-halten-Schild" blieb über.

Autos blockieren Aufstellfläche

"Es ist toll, dass so schnell reagiert wurde. Allerdings ist die Kreuzung genauso gefährlich wie zuvor", sagt Marc Hense, Sohn des verunglückten Radfahrers. Durch die fehlende Haltelinie würden die Autos ständig bis zur Ampel vorfahren, viele von ihnen stünden gar auf der Aufstellfläche für Radler. Und die? "Die müssen dann neben den Fahrzeugen parken, mit dem Risiko von den Linksabbiegern nicht gesehen zu werden", sagt Hense. Wie auch im Fall des tödlichen Unfalls seines Vaters. Wäre wenigstens die Aufstellfläche so groß wie versprochen, würde das schon zu einer deutlichen Verbesserung beitragen.

Beobachtungen, die auch Anwohner Manfred Zottmann in den vergangenen Tagen gemacht hat. "Auf der Kreuzung und an der Ecke ist es jetzt zwar schön bunt, aber der Haltestreifen für Autos ist viel zu weit vorne", sagt her. Nicht nur die Sicherheit der Radfahrer würde gefährdet, auch die Zufahrt zu dem Privatgrundstück seit durch die zu weit vorne wartenden Fahrzeuge blockiert. "Das können nur Menschen so entschieden haben, die auf ihren Sesseln sitzen und nicht draußen unterwegs sind", findet Zottmann harte Worte.

Von "Fehlern in der Ausführung" spricht derweil Ingmar Bolle vom Straßenverkehrsamt. Wo genau diese passiert sind, das müsse zunächst einmal eruiert werden. "Das Straßenverkehrsamt gibt die Planung an das Amt für Straßenbau und Erschließung weiter, das diese Arbeiten ausführt", erklärt er. Der Kollege aus der Unfallkommission habe hinsichtlich Haltelinie und Beschilderung das Straßenbauamt angewiesen, diese gemäß des Signallageplans zu erneuern beziehungsweise wieder herzustellen. Da sei wohl irgend etwas schiefgelaufen, was nun behoben werde, so Bolle. Und auch die Aufstellfläche werde künftig wie versprochen 5,50 Meter breit sein. "Am Ende soll alles so sein, wie auf dem Plan festgehalten", versichert Ingmar Bolle. Und tatsächlich: Bereits gestern wurde mit den Arbeiten begonnen.

Lastwagen ignorieren Durchfahrtsverbot

Damit, sagt Marc Hense, wäre zwar ein Problem behoben. Was jedoch erschwerend hinzu komme, seien die Lastwagen, die regelmäßig von Alt-Ginnheim durch die Ginnheimer Hohl gen Hügelstraße führen - verbotenerweise. Darauf weist sie an der alten Bethlehemkirche ein Schild hin, das allerdings "regelmäßig ignoriert" werde. Erst jüngst habe er einen der Fahrer auf seinen Fehler angesprochen, sagt Hense. Und bekam eine "etwas patzige Antwort". Die Straße durch Alt-Ginnheim sei für ihn zu schmal, deswegen fahre er die Hohl hinauf. "Was soll man denn dazu noch sagen?", fragt sich Hense, der sich deswegen Hilfe vom Straßenverkehrsamt erhofft.

Dort setzt man derweil weniger auf die vielleicht von manchen Ginnheimern erhofften vermehrten Kontrollen, sondern sucht vielmehr das direkte Gespräch mit den entsprechenden Bauleitungen. Das, sagt Ingmar Bolle, sei erfahrungsgemäß der erfolgversprechendere Weg.

"Eine dauerhafte Überwachung ist realistischerweise nicht zu gewährleisten. Zumal fließender Verkehr eigentlich auch in die Zuständigkeit der Landespolizei fällt", sagt er. Die für den Abschnitt zuständige Kollegin habe deswegen nochmals Kontakt mit den Bauleitungen aufgenommen. Die Situation in Alt-Ginnheim werde sich deshalb schon bald verbessern. judith dietermann

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