Polizei und Präventionsrat beraten

Diebe in Kleingärten

Am Oberräder Ortsrand steigt die Zahl der Einbrüche. Der Präventionsrat und die Polizei informieren daher über mögliche Schutzmaßnahmen.

Roland Limberg schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Oberräder Kinderbeauftragte hat einen Großteil des Grünschnitts, der in seinem Kleingarten am Rand des Stadtteils anfällt, in die Hecken und Büsche gestopft, die sein Kleinod umgeben. Limberg spart sich damit nicht nur viele Wege zur Deponie. Er hat auch einen Wall aus Pflanzen und Grünschnitt geschaffen, der seit zwei Monaten Menschen von seinem Kleingarten fern hält, die dort nichts zu suchen haben. Vier Mal hatte Limberg bereits „Besuch“: „Beim letzten Mal haben Einbrecher die Scheiben meines Wohnwagens zerbrochen. Sie haben zwar nichts entwendet, aber der Schaden bleibt“, ärgert er sich.

Rund

40 Kleingärtner kommen

im Laufe des Samstag Nachmittages in Limbergs Garten – fast alle haben Erfahrungen mit Einbrüchen gemacht. Der Regionalrat Oberrad informiert an diesem Tag, wie man sich am besten davor schützt. „In ganz Frankfurt steigt die Zahl seit Jahren“, berichtet Frank Goldberg, Vorsitzender des Oberräder Regionalrates.

Goldberg und Klaus-Dieter Strittmater, Leiter des Frankfurter Präventionsrats, haben daher eine Liste mit Ratschlägen erarbeitet, mit denen sich Kleingärtner vor Einbrüchen schützen können: Sie raten zu Zylinderschlössern und Sicherheitsblechen am Zaun und an der Hütte. Auch Fensterläden böten einen guten Schutz, wenn sie von innen verriegelt und gegen Ausheben gesichert seien. Gartengeräte wie Spaten und Hacken sollten nicht außerhalb der Lauben lagern, weil Diebe sie als Einbruchshilfe nutzen. „Wichtig ist es auch, nicht zu zeigen, dass sich Wertgegenstände im Garten oder der Laube befinden“, empfiehlt Goldberg. Komme es doch zu einem Einbruch, sei es wichtig, sofort die Polizei zu benachrichtigen. „Bis diese eintrifft, sollten Kleingartenbesitzer am besten nichts anrühren, um mögliche Spuren zu erhalten“.

Sehr wichtig sei auch der Kontakt zu den Nachbarn, raten Goldberg und Strittmater. Diese könnten jeweils die Gärten der Nachbarn beobachten, wenn deren Pächter nicht vor Ort seien. Oder sich an die Polizei wenden, wenn sie Verdächtiges beobachteten.

Übrigens haben nicht nur Einbrecher oft leichtes Spiel am Stadtrand von Oberrad oder ähnlichen Orten in Frankfurt – auch Zeitgenossen, die ihren Müll und Abfälle rücksichtslos und illegal entsorgen wollen, suchen sich dafür solche ruhigen Ecken, erklären die beiden Polizeibeamten Hoffmann und Simon vom 8. Polizeirevier. So hat etwa ein Unbekannter vor Limbergs Kleingarten alte Dachziegel hinterlassen. Die Polizisten vermuten, dass diese mit Asbest verseucht sind und nehmen daher eine Probe fürs Labor mit.

„Auch bei solchen Straftaten können wir nur schwer ermitteln“, bedauert Hoffmann. Daher sei auch die Polizei auf Tipps von Kleingärtnern oder aufmerksamen Bürgern angewiesen, um herauszufinden, wer illegal Müll entsorgt.

Aus der Sicht von Claudia Gabriel, Chefin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, helfe es in jenen Fällen vor allem, auf die saftigen Strafen aufmerksam zu machen. „Neben einem Bußgeld müssen die Täter auch für die teure Entsorgung aufkommen“, warnt sie.

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der polizeilichen Beratungsstelle Frankfurt unter der Telefonnummer (069) 75 55 55 55, beim Präventionsrat unter (069) 21 23 54 43 sowie bei der Stadtpolizei unter der Telefonnummer (069) 21 24 40 44.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare