fff_tram_171020
+
Mit einem zweiten Mittelteil (das rechte) werden Frankfurts neue XL-Straßenbahnen 40 Meter lang. Sie gehören zur neuen Baureihe T.

Straßenbahn

Diese XL-Tram rollt bald durch Frankfurt

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
    vonDennis Pfeiffer-Goldmann
    schließen

Um ein Drittel sollen die Straßenbahnen in Frankfurt wachsen. 22 XL-Trams hat die Stadt nun bestellt. Und es sollen noch mehr werden.

Frankfurt -Das dürfte Fahrgäste auch weit über die Corona-Pandemie hinaus freuen: Sie haben bald in Straßenbahnen deutlich mehr Platz. Nicht nur 22 XL-Trams hat die Stadt nun bestellt, sie will auch noch zwölf weitere der verlängerten Bahnen kaufen. Das kündigt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an.

Auf die "stark steigende Nachfrage" reagiere die Stadt damit. Diese Entwicklung aus der Zeit vor Corona werde auch nach der Pandemie weitergehen, ist Oesterling überzeugt.

An den Haltestellen wird's eng

Vom bisherigen Standardmaß von 30 Metern Länge sollen die neuen Trams auf 40 Meter wachsen. Weil die Türen sechs Meter von den Fahrzeugenden entfernt liegen, passen die neuen Wagen noch an die vorhandenen 30-Meter-Stationen. "Wir müssen nur einige Haltestellen anpassen" und - wie an der Galluswarte - beispielsweise Fußgängerüberwege und Signale um ein paar Meter verlegen, erläutert Michael Rüffer, Technik-Geschäftsführer der städtischen Verkehrsgesellschaft (VGF).

Lieferung verzögert sich wegen Corona

Die langen Trams sind eigentlich Bahnen der schon bestellten Baureihe T, die aber einen zweiten Mittelteil erhalten. Diese Zusatzbestellung habe der VGF-Aufsichtsrat nun beschlossen, erklärt dessen Chef Oesterling. Zwischen Oktober 2022 und Juni 2023 sollen die XL-Trams von Hersteller Alstom geliefert werden.

Bei den übrigen 23 von 45 T-Wagen bleibt's bei der Länge von 30 Metern. Diese Bahnen sollen von Mai 2021 bis Mai 2022 geliefert werden, sagt Rüffer. Damit verzögert sich die Lieferung um rund ein halbes Jahr. Grund seien Verzögerungen wegen Corona in der Produktion im Werk Barcelona sowie bei Zulieferern. So kommen etwa die Türen aus China.

Einsatz von Höchst nach Fechenheim und Oberrad

Die neuen kurzen Straßenbahnen will die VGF überall im Netz einsetzen. Im Gegenzug werden die alten P-Wagen aus den 1970er-Jahren sowie die erste Lieferserie der R-Wagen aus den 1990er-Jahren ausgemustert. Die T-Wagen haben vier Türen - statt bisher üblich drei. Dadurch soll der Fahrgastwechsel schneller klappen.

Mit den 22 XL-Trams soll die am stärksten frequentierte Linie 11 zwischen Höchst und Fechenheim komplett umgestellt werden. Die lange Tram biete 57 Fahrgästen mehr Platz als das kurze Modell, erklärt Rüffer.

Der VGF-Technikchef hat zudem mit Alstom ausgehandelt, dass die Stadt ihre bisherige Option auf weitere 13 kurze auf zwölf lange T-Wagen ändert. So könnte auch die Linie 16 komplett mit XL-Bahnen fahren. Laut Straßenbahnkonzept soll die 16 künftig von Oberrad nach Höchst rollen (und die 21 nach Ginnheim). Dann fahren Trams alle fünf statt heute alle 7,5 Minuten nach Höchst. Umgesetzt werden soll das bis Mitte des Jahrzehnts. Bis Mitte 2021 müsse über die Bestellung entschieden werden, sagt Oesterling.

Warum das "ein historischer Moment" ist

Die jetzige Bestellung der langen Bahnen sei "ein historischer Moment", findet der Dezernent. "Es passiert nicht alle Jahre, dass die grundlegenden Rahmenbedingungen eines Straßenbahnnetzes geändert werden." Die Infrastruktur müsse schließlich zu den Bahnen passen. Künftig würden alle Tram-Haltestellen auf 40 Meter Länge gebaut.

Auch U-Bahnen werden verlängert

Die 22 kurzen und 23 langen Straßenbahnen sowie die ebenso von der Stadt bestellten 22 zusätzlichen Mittelwagen für die U-Bahnen kosten zusammen rund 200 Millionen Euro, erklärt Klaus Oesterling. Doch auch die U-Bahn-Wagen rollen verspätet an: Statt Ende diesen Jahres erwartet die VGF erst im März den ersten Wagen von Hersteller Bombardier. Die neuen U-Bahn-Wagen sollen Züge auf den Linien U2 und U7 verlängern und damit Fahrgästen mehr Platz bieten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare