1. Startseite
  2. Frankfurt

Dieser Chor ist ein Segen

Erstellt:

Von: Michael Forst

Kommentare

Chorleiterin Hyejoung Choi gibt den Einsatz und die Harmonien vor. FOTO: maik Reuss
Chorleiterin Hyejoung Choi gibt den Einsatz und die Harmonien vor. © Maik Reuss

In der Regenbogengemeinde haben endlich wieder Sänger zusammengefunden

Es war ein Gänsehautmoment - das empfanden jedenfalls die Besucher des Auferstehungs-Gottesdienstes am Ostersonntag in der evangelischen Regenbogengemeinde in Sossenheim: Während nach dem Osterfeuer vor der Kirche das frühe Morgenlicht langsam, aber stetig das Kirchenschiff erleuchtete, erfüllte der Ruf "Der Herr ist auferstanden" das Gotteshaus, dann erklangen nacheinander Glocken, Orgel und die Stimmen des Regenbogenchores. "Da ging ein Raunen durch die Reihen der Gottesdienstbesucher", schildert immer noch ein bisschen bewegt Dr. Charlotte Eisenberg den ersten Auftritt des neu gegründeten Chores der Gemeinde.

Die musikalische Pfarrerin der Regenbogengemeinde hatte sich selber in die 14-köpfige Gruppe des gemischten Chores eingereiht und die emotionale Premiere hautnah erlebt. "Ich finde es cool und freue mich darüber sehr, dass es auf Anhieb geklappt, so viele Sängerinnen und Sänger zu finden", betont sie. Das gelte gerade für diese Zeiten, in denen traditionelle Chorgemeinschaften auch im Stadtteil in den vergangenen Jahren auseinandergefallen seien.

Auf eine Weise war die Premiere des Chores auch eine Wiederauferstehung - denn bis vor zehn Jahren hatte es immer Chöre in der Gemeinde gegeben, die etwa mit ihren Bach-Kantaten für Aufmerksamkeit sorgten. "Für uns als Gemeinde ist es natürlich auf mehreren Ebenen toll, wieder einen Chor zu haben", erklärt Charlotte Eisenberg. Zum einen sei es ein niederschwelliges Angebot für Menschen, um mit der Kirche in Kontakt zu kommen - "auch solche, die sonst nicht den Weg zu uns gefunden hätten". Eine musikalisch-ästhetische Bereicherung seien die Chor-Auftritte aber auch für die Gottesdienste. Und dann gebe es noch einen nicht zu unterschätzenden Nebeneffekt: "Die Chormitglieder bringen auch ihre Leute mit zum Gottesdienst, worüber wir uns natürlich auch sehr freuen", sagt die Pfarrerin.

Die Freude ist ebenso ganz aufseiten der musikalischen Leiterin und Hauptorganistin der Gemeinde, Hyejoung Choi, denn mit der erfolgreichen Gründung des Regenbogenchors erfüllt sich für sie nach eigener Aussage ein Traum. "Als ich im Mai 2020 hier als Organistin anfing, hat mir ein Chor gefehlt", berichtet sie. Sie stieß mit ihrem Wunsch bei Marianne Hegerich vom Musikausschuss der Gemeinde auf offene Ohren - war Hegerich doch selber als Sängerin Teil der früheren Chor-Ära der Regenbogengemeinde.

So kam jetzt der Stein binnen kurzer Zeit vor allem durch Mundpropaganda ins Rollen, Im Herbst vergangenen Jahres fanden sich die Singwilligen dann erstmals zu Proben in der Kirche zusammen. Choi, die den Chor abwechselnd dirigiert, am Klavier oder an der Orgel begleitet, räumt ein, dass es anfangs eine "Herausforderung" gewesen sei, mit dem Chor zu arbeiten. "Einige der Mitglieder hatten schon seit zehn Jahren nicht mehr gesungen", erzählt sie. Entsprechend viel gab es nachzuholen, um die Sänger für die Kirchenmusikstücke fit zu machen. "Aber die Motivation stimmt", lobt Choi. "Und das Wichtigste ist sowieso der Spaß: Wir lachen viel gemeinsam." Für den Sommer plant sie ein kleines Konzert als nächsten Auftritt für ihren Regenbogenchor: "Beispielsweise mit Stücken von Bach, das passt super zum Singen unter freiem Himmel". Auch Gospel-Lieder will Choi künftig mit ihren Sängern angehen, die jetzt auch notenunkundigen Sängern jeweils nach den Proben das Notenlesen beibringt. "Wir sind auf einem guten Weg." Michael Forst

Sänger gesucht

Der Regenbogenchor probt immer dienstags um 20 Uhr im Gemeindehaus in der Westerwaldstraße 18. Interessierte schreiben eine E-Mail an: hyejoung.choi@regenbogengemeinde.de

Auch interessant

Kommentare