Nur wenig verändert hat sich der Lahme Esel in den vergangenen 75 Jahren: Nicht nur die Kubatur des Gebäudes ist geblieben, sondern auch die alten Lindenbäume gibt es noch.
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Nur wenig verändert hat sich der Lahme Esel in den vergangenen 75 Jahren: Nicht nur die Kubatur des Gebäudes ist geblieben, sondern auch die alten Lindenbäume gibt es noch.

Serie 75 Jahre FNP

Dieser Esel hat eine lange Tradition

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Eine Zeitreise nach Niederursel ins Jahr 1946Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Deshalb drehen wir die Uhren zurück und werfen einen Blick in die Vergangenheit. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute Niederursel.

Es war einmal ein Esel, der mit seinem Herrn auf der Durchreise war. In Niederursel, in einer Gaststätte am idyllischen Urselbach, machten sie Halt. Doch nach der Pause blieb der Esel einfach liegen, er wollte sein wohlverdientes Erholungsschläfchen nicht beenden. "War auch das lahme Grautier fort, sein Name lebte weiter dort. Das Gasthaus heißt seit jener Zeit zum lahmen Esel, weit und breit", heißt es am Ende der Legende, nach der das Lokal seinen Namen trägt und die deshalb bis heute in der Speisekarte steht. Steht man heute vor dem Lahmen Esel, der mittlerweile gar ein Kulturdenkmal ist, so hat man das Gefühl, dort wäre die Zeit stehengeblieben. Freilich muss man dazu die vorbei ratternde U-Bahn und den Autoverkehr ausblenden. 1785 wurde das Gebäude im Krautgartenweg erbaut, 1807 wurde urkundlich an dieser Stelle erstmalig eine Gastwirtschaft erwähnt, in der Handwerker und Bauern aus dem vorderen und hinteren Taunus auf ihrer Durchreise Gast machten. Unterwegs waren sie zum Frankfurter Wochenmarkt. Verköstigt wurden sie in den Anfängen wohl nur mit Getränken, Speisen kamen erst später hinzu. Und auch die Pferde und anderen Zugtiere bekamen ihre Pause, wie der bereits erwähnte Esel, dem das Lokal seinen Namen zu verdanken hat. Von Beginn an war der Esel stets in Besitz der Familie Ruppel. Bis sie 1972 entschied, das Lokal zu verpachten. Eine Zeit, in der die Gaststätte auch Flauten erlebte. Denn die zunächst wechselnden Pächter sorgten für Frust bei den Gästen. Einer stellte Spielautomaten auf, ein anderer scheiterte mit gehobener französischer Küche. Die so gar nicht nach dem Geschmack der bodenständigen Niederurseler war. So war es ein bodenständiges Konzept, was den dato müden Esel wieder brummen ließ. Bis heute. Ein Konzept an dem Thomas Metzmacher auch nicht rüttelte, als er das Lokal 1993 mit gerade einmal 26 Jahren übernahm. Bei seiner Kochlehre hatte der gebürtige Sauerländer den Sohn seines Vorgängers Gerd Löser kennengelernt. 1990 verschlug es ihn so nach Niederursel. 1993 baute Thomas Metzmacher den Esel um, die alten Pferdeställe wurden abgerissen und durch einen kleinen Anbau samt Saal ersetzt. Was jedoch stets blieb, ist der große Garten mit den Lindenbäumen, die im Sommer Schatten spenden- wie schon vor 75 Jahren.

judith dietermann

Nur wenig verändert hat sich der Lahme Esel in den vergangenen 75 Jahren: Nicht nur die Kubatur des Gebäudes ist geblieben, sondern auch die alten Lindenbäume gibt es noch.

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