Bereits zum 28. Mal kümmert sich Michael Christof um die Gestaltung von Frankfurts größter Krippe in der Deutschordenskirche. Ein Kamel gehört ebenfalls dazu.
+
Bereits zum 28. Mal kümmert sich Michael Christof um die Gestaltung von Frankfurts größter Krippe in der Deutschordenskirche. Ein Kamel gehört ebenfalls dazu.

Weihnachten

Dieser Frankfurter zaubert heute allen ein Lächeln ins Gesicht

  • vonAlexandra Flieth
    schließen

Sie ist ein Superlativ in Frankfurt: Die Krippe von Michael Christof ist eine 100 Quadratmeter große Höhle mit einem großen Kamel. Das Kunstwerk gibt es nur selten zu erleben.

Frankfurt -Der Heiligabend ist für Michael Christof immer ein besonderer Tag. Es ist der Tag, an dem er Kindern und Erwachsenen ein andächtiges Lächeln ins Gesicht zaubert und zwar in dem Moment, in dem die begehbare Krippe in der Deutschordenskirche erleuchtet wird. Es ist ein Kunstwerk, von ihm erdacht.

Eines, das vor 28 Jahren ganz klein begann und sich mittlerweile über eine Fläche von rund 100 Quadratmetern rechts und links des Eingangsportals des katholischen Gotteshauses erstreckt und auch darüber. Gut 3,60 Meter hoch ist die Krippe und mehrstöckig gestaltet. Sie ist die wohl größte Weihnachtskrippe in einer Frankfurter Kirche.Das Werk lädt dazu ein, mit den Augen die Weihnachtsgeschichte zu entdecken und nachzuzeichnen. Aber auch die Geschichte des Deutschen Ordens findet ihren Ausdruck darin. Insgesamt 220 Figuren und Tiere füllen die begehbare Krippe in diesem Jahr mit Leben, 20 mehr als 2019. Bei den Tieren gibt es unter den Neuzugängen vor allem auch zwei 70 Zentimeter große Kamele, für die Michael Christof im unteren Teil des Kunstwerkes einen Platz gefunden hat. Er hat sich vorgenommen, den Besuchern jedes Jahr etwas Neues zu bieten.

Gerade in der Corona-Pandemie, in dem die typische Adventszeit mit den Weihnachtsmärkten ausgefallen ist und auch das Fest selbst anders ist, als es früher war, ist es Christof wichtig mit der Krippe die Tradition aufrechtzuerhalten, eine Möglichkeit des Innehaltens zu schaffen und Freude zu bereiten. "Stabilität ist das", sagt er, "was die Menschen in dieser Zeit mehr denn je brauchen."

Die im Lukas-Evangelium beschriebene Szene von Maria, Josef und dem Christuskind zeichnet Christof nicht durch einen traditionellen Stall nach. Vielmehr ist es der Ort einer Höhle, die ausgelegt ist mit frischen Moosen. Ochs und Esel, die für viele Christen mit zur Darstellung des traditionellen Bildes der Heiligen Familie im Stall dazugehören, finden dort ebenfalls ihren Platz - auch wenn diese im Lukas-Evangelium nicht ausdrücklich erwähnt werden. Trotz der Größe seines Werkes, ist es genau dieses zentrale Bild aus der Weihnachtsgeschichte, auf das der Blick des Betrachters als erstes fällt, wenn er sich mit der Krippe in der Deutschordenskirche auseinandersetzt. Für Christof gilt das Motto: "Nach Weihnachten ist vor Weihnachten". Und so denkt er spätestens nach den Feiertagen bereits an die Planungen für das kommenden Jahr. Spätestens. Schon während des dreiwöchigen Aufbaus jährlich im November, den er meist im Sommer plant und vorbereitet, entwickelt er neue Ideen, die er im Jahr darauf umsetzen möchte. Und so wächst die Krippe von Jahr zu Jahr - immer mehr Figuren bevölkern die verschiedenen Ebenen. Mit meterlangen Stoffen und Licht gestaltet er Effekte und sorgt so für eine fast bühnenhafte Dramatik auf den verschiedenen Ebenen. Rund 400 bis 500 Arbeitsstunden steckt er jährlich in den Auf- und Abbau.

In den vergangenen Jahren konnten Gottesdienstbesucher die Krippe erstmals in ihrer Gesamtheit zur Kinderchristmette am Heiligabend bestaunen. Traditionell wird zu diesem Anlass die Heilige Familie an ihren Platz gestellt und die Krippe erleuchtet. Auch das wird in diesem Jahr anders sein als sonst. Um den Andrang zu den Weihnachtsgottesdiensten zu entzerren, sind wegen der Corona-Pandemie gleich drei Kinderkrippenfeiern sowie fünf Christmetten geplant, für die eine vorherige Anmeldungen notwendig waren. Die Plätze sind bereits ausgebucht. Doch auch nach Weihnachten bleibt noch genügend Zeit für einen Besuch der Krippe.

Hier ist sie zu finden

Die Krippe in der Kirche, Brückenstraße 7, ist bis zum 2. Februar, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 12 bis 17 Uhrzu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare