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Ein Stern, viele Geschichten: Fernsehkoch Alexander Herrmann gastiert im neuen Jahr mit seiner Show in Frankfurt.

Stadtgeflüster

Dieser Koch würzt mit Anekdoten

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Mit Magenschmerzen wegen der Überbeanspruchung des Zwerchfells, oder mit großem Hunger, weil er ihnen in seiner Show mal so richtig Appetit gemacht hat – damit könnten die Zuschauer nach dem

Mit Magenschmerzen wegen der Überbeanspruchung des Zwerchfells, oder mit großem Hunger, weil er ihnen in seiner Show mal so richtig Appetit gemacht hat – damit könnten die Zuschauer nach dem Auftritt von Starkoch Alexander Herrmann nach Hause gehen. Seine Tournee mit dem Titel „Schnell mal was Gutes“ setzt sich aus zwei „Ankerpunkten“ zusammen, so der 47-Jährige. „Zu einem Viertel ist es eine Kochshow und zu Dreivierteln ist es eine Stand-up-Comedy-Show“, umschreibt der Mann, der aus Sendungen wie „Kerners Köche“, „Lanz kocht“, „Topfgeldjäger“ und seit nun schon fast sechs Jahren „The Taste“ bekannt ist, sein gut zweistündiges Programm. Im April ist er damit in der Jahrhunderthalle zu sehen.

„Die Leute werden sich köstlich amüsieren, weil ich aus meinem Leben erzähle“, verrät er schon jetzt. Da gibt es diese Fernsehsendung, „bei der wir fünf Spitzenköche waren und alles so dermaßen in die Hose ging, dass damals der Moderator beim Pizza-Service bestellen ließ“. Oder als er damals mit der versteckten Kamera bei der Sendung „Verstehen Sie Spaß“ reingelegt wurde. „Ich zeige einige Sequenzen, die gesendet wurden, halte dann an und berichte, was alles passiert ist, was aber in einer 20.15-Uhr-Familien-Sendung in der ARD nicht gezeigt werden kann“, plaudert er weiter aus dem Nähkästchen.

„Die Stand-up-Zutaten in meiner Show bilden ihre emotionalen Momente“, beschreibt der Koch. Die Sequenzen, in denen er aufs Kochen eingeht, „die sind die lang anhaltenden Momente“, so der Mann weiter, der nicht nur Comedian, sondern auch Sterne- und Fernsehkoch, Gastronom sowie Unternehmer und Kochbuchautor ist.

Um vier Gerichte gehe es in den Kochmomenten: Frikadelle, Ente im Ofen, Fisch auf der Haut braten und als Highlight lüftet er das ultimative Geheimnis, wie man das perfekte Steak rosa brät.

„Es geht dabei um die Verkettung einzelner Prozesse. Und wenn du die einmal verstanden hast, dann kann nichts mehr passieren“, so Herrmann. „Ich erkläre es so, dass du immer das perfekte Gar-Ergebnis erhältst. Du verstehst einfach den Zusammenhang.“ Während es bei anderen, klassischen Comedians auf die sogenannte Gag-Dichte ankommt, zählt für Alexander Herrmann der Spannungsbogen. „Ich muss schauen, dass die Leute die Energie hochhalten“, analysiert er. „Deshalb sind die Kochsequenzen didaktisch sehr stark reduziert, damit die Zuschauer alles verstehen und die Energie nicht verschwindet“, schildert er Teile seines Auftritts. „Markant ist die Show durch ihren unheimlichen Tempowechsel, zwischen schnell und langsam, zwischen lachen und staunen.“

Wie bei jedem guten Rezept, hat Alexander Herrmann, der seit 1995 im Hotelmetier tätig ist und dessen Restaurant „Herrmanns Posthotel“ seit 2008 einen Michelin-Stern hat, seine Show im Laufe der Jahre immer mehr verfeinert. Er fügte einige Ingredienzien hinzu, ließ andere Zutaten dafür weg. Auch sein „Erfahrungsschatz“ habe sich verändert. „Ich glaube, nach fünf oder sechs Jahren entwickelt man eine andere Haltung und andere Energie. Es ist ein weiterer Schritt“, findet er. „Es ist halt eine Personality-Show. Ohne, dass das als eitel oder hochtrabend missverstanden werden sollte“, betont Herrmann. Er erzähle nunmal sehr viel aus seinem Leben.

Die Bühne ist für Alexander Herrmann, obwohl er sie erst 2013 erstmals offiziell bestieg, nichts Neues. „Ich stand schon immer im Mittelpunkt.“ Auch als Kind. „Wenn ich irgendetwas angestellt hatte, wusste jeder im Ort sofort: ,Ah, das war der kleine Herrmann.’“ So bekannt war die Familie damals in Wirsberg. „Es gab sozusagen immer schon eine ,natürliche Betrachtung’ meiner Person – die für mich nicht immer positiv war“, scherzt er. „Das ist eine ganz schwierige Geschichte, wenn ich das sage, denn dann meinen viele, das wäre überheblich gemeint. Aber so ist das nicht. Überhaupt nicht“, stellt Herrmann klar. Es gehe um Haltung. „Wenn ich auf die Bühne gehe, dann fühle ich mich genauso betrachtet, wie als Kind. Und mein Ziel ist es, die Leute zu unterhalten. Und wenn ich nach einer Show ins Hotel gehe, dann denke ich darüber nach, was ich anders machen könnte“, sucht Herrmann nach Worten. „Die Kunst liegt für mich darin, nach der Show, bei Dingen, die nicht so gut liefen, auch mal fünf gerade sein zu lassen“, sagt er.

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