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Rainer Wrenger und Oberbürgermeister Peter Feldmann präsentieren Frankfurts erstes energieautarkes Mehrfamilienhaus.

Ökologie

Wohngebäude produziert eigenen Strom und eigene Wärme

Das erste energieautarke Mehrfamilienhaus Frankfurts ist fertig. Es steht in der Unterliederbacher Parkstadt. Die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) hat sieben Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen geschaffen, die sich selbst mit Wärme und Strom versorgen.

Wenn das Stromnetz zusammenbricht oder die Heizölpreise steigen, können sich die Bewohner dieses Hauses entspannt zurücklehnen: An der Kamelienstraße in Unterliederbach steht das erste Mehrfamilienhaus Frankfurts, das komplett autark funktioniert. „Unser Ziel war es, ein Haus zu bauen, das unabhängig jedweder Versorgung selbst Strom und Wärme produziert“, erklärt Bauleiter Stephan Neumann gestern am Rande der offiziellen Eröffnung. Um den Energieverbrauch so niedrig wie möglich zu halten, gibt es neben den rund 592 Quadratmetern Wohnfläche auch etwa 102 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche. „Dort sind unter anderem gemeinschaftlich genutzte Tiefkühltruhen und Waschmaschinen untergebracht“, berichtet Neumann.

Neben Solaranlagen auf dem Dach und an der Fassade sind in dem Haus zudem eine Batteriespeicheranlage, ein Trinkwasserspeicher mit Wärmepumpen und eine 230-Volt-Hauselektroanlage installiert. „Um überschüssige Solarenergie in Wasserstoff umzuwandeln und so für Wintertage speichern zu können, wollen wir demnächst noch einen Elektrolyseur einbauen“, sagt Rainer Wrenger, Geschäftsführer der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), die das Projekt mit sieben Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen realisiert hat. Kaltmiete: 9,47 Euro pro Quadratmeter. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 2,6 Millionen Euro.

Doch nicht nur technisch ist das Gebäude, das in Passivbauweise gebaut wurde, auf Energiesparen ausgelegt: Auch die Bewohner sollen energieeffizient leben. „Durch gemeinschaftliches Wohnen und Handeln kann viel Energie gespart werden“, sagt Wrenger. Deshalb habe man auch bei der Auswahl der Mieter darauf geachtet, dass diese ökologisch leben wollen.

So wie Elke Dickmann. Sie zieht Ende Dezember in ihre Zweizimmerwohnung im Erdgeschoss ein. „Mir gefallen viele Aspekte an meinem neuen Zuhause“, sagt sie. „Zum einen, dass die Wohnung barrierefrei ist, denn ich habe Knieprobleme“, erklärt die 68-Jährige. Zum anderen freut sie sich auf das gemeinschaftliche Wohnen mit ihren Nachbarn. „Es ist ein bisschen wie ein Mehrgenerationenhaus, mein Sohn und seine Frau ziehen auch hier ein.“ Wie der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss eingerichtet werden soll, können die Mieter selbst entscheiden.

Bevor die Bewohner einziehen können, müssen noch die Außenanlagen des Neubaus fertiggestellt werden. Im Garten stehen derzeit noch Bagger. „Ich denke, dass wir in der kommenden Woche die Arbeiten abschließen“, erwartet Bauleiter Neumann.

von CAROLIN-CHRISTIN CZICHOWSKI

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