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Dippemess'-Festwirte Dennis und Patrick Hausmann führen durch ihr Zelt

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Von: Sandra Kathe

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Dennis und Patrick Hausmann zapfen in ihrem Festzelt auf der Dippemess? auch mal selbst ein Bier.
Dennis und Patrick Hausmann zapfen in ihrem Festzelt auf der Dippemess? auch mal selbst ein Bier. © Holger Menzel (Holger Menzel)

Drei Wochen lang locken Familienprogramm und Fahrattraktionen mit Nervenkitzel auf den Frankfurter Festplatz. In unserer Dippemess'-Serie führen uns Dennis und Patrick Hausmann hinter die Kulissen ihrer Festhalle und erklären, wie ihr Zelt für jede Veranstaltung ein anderes Gesicht zeigt.

Wenn es spät wird auf der Dippemess’ beginnt in der Festhalle Hausmann gerade die geschäftigste Zeit des Tages. Dann beginnt nicht nur die Live-Musik auf der Bühne, sondern mit dem Eintreffen des Feierabend-Publikums auch das Gewusel in der Küche, am Schanktisch und auf den Gängen, wo bis zu 40 Mitarbeiter für Essen und Getränke sorgen. Und so stehen hier auch die Chefs bei Not am Mann gerne hinter der Theke.

Die Chefs, das sind seit knapp drei Jahren Dennis (42) und Patrick (30) Hausmann, die den etablierten Betrieb führen, der seit 1987 – Patricks Geburtsjahr – jährlich zur Dippemess’ am Ratsweg steht. Zuständig dafür war seinerzeit Vater Eddy Hausmann, der über die Jahre zu einem Frankfurter Original geworden ist, auch wenn die Wurzeln der Familie eigentlich im Odenwald liegen.

Mit Rat und Erfahrung

2015 gab er seinen beiden Söhnen das Imbiss-, Zelt-, Catering- und Veranstaltungsprogramm in die Hand, unterstützt Dennis und Patrick – inzwischen selbst erfahrene Gastronomen – nur noch mit Rat und langjähriger Erfahrung.

Ihre Aufgaben liegen im Alltag jedoch größtenteils im Drumherum. Der Aufbau des Zelts ist vor allem Dennis Metier. Patrick bezeichnet sich gerne als „der Buchhalter“, bucht Musiker, macht die Programm- und Personalplanung, vor allem für die vier Dippemess’-Wochenenden, zu denen die Festhalle Hausmann neben dem Rummelplatzpublikum auch vermehrt Stammgäste anzieht.

„Auf der Dippemess’ sind es die großen Programmpunkte, die Trachtnächte und der Rosa Montag, die das Stammpublikum hertreiben, während der Wäldchestag mehr Familienmagnet ist“, erklärt Patrick Hausmann, wie die verschiedenen Feste es schaffen, komplett unterschiedliches Publikum anzulocken.

Das Geschäft mit den Zelten, das begann bei Hausmanns schon vor vier Generationen. „Die erste, die in unserer Familie mit einem Festzelt auf Märkten unterwegs war, war meine Oma“, erzählt Patrick Hausmann. „Die erste Vorfahrin, von der wir sicher wissen, dass sie Markthändlerin war, gab es allerdings schon 1900 auf dem Wiesenmarkt in Erbach im Odenwald – damals eben noch mit dem Bauchladen.“

Der Bauchladen der Familie ist – wenn man es so will – stetig gewachsen auf die Ausmaße eines Zeltes, das bis zu 80 Meter lang ist und Raum für 2500 Menschen bietet – seit zehn Jahren jährlich beim Frankfurter Oktoberfest. Zur Dippemess’ und den Fastnachtsveranstaltungen sind es 40 Meter Länge, weitere zehn im Biergarten und insgesamt über 800 Plätze.

30 Meter breiter Koloss

„Durch den modularen Aufbau können wir dafür sorgen, dass das Zelt von Veranstaltung zu Veranstaltung ein neues Gesicht bekommt“, erklärt Dennis Hausmann, dessen Hauptaufgabe darin besteht, diese Größenordnung gemeinsam mit seinen Mitarbeitern überhaupt erst zu ermöglichen. Für eine Zeltgröße wie das der Dippemess’ sind sie gute zwei Wochen damit beschäftigt, den 30 Meter breiten Koloss in Schritten von fünf Metern aufzubauen – bis am Ende ein funktionierender Gastronomiebetrieb entstanden ist.

„Beim Abbau muss dann schon vorausgeplant werden, wie groß das Zelt beim nächsten Fest werden muss und wie viel Biergartenfläche benötigt wird, damit wir auch immer die richtigen Teile dabei haben.“ Hinzu kommt hinter den Kulissen jedes Mal noch der Platz für die Versorgung, auf der Dippemess’ gut ein Viertel der Zeltfläche: für Kühlwagen, einen kleinen Werkstatt-Container und Wohnwagen des Personals, die zum Teil schon seit Jahrzehnten hier arbeiten und Teil der Familie sind.

So auch der Kellner Josef Rothausky (54). Der gebürtige Ungar kennt das Festjahr von Hausmanns seit 18 Jahren und ist auch dieses Mal von Fastnacht bis Weihnachten mit von der Partie. 250 Tage des Jahres verbringt er so in seiner zweiten Heimat Frankfurt, den Rest bei seiner Familie in Ungarn. Den Rummel im Festzelt genießt er immer sehr, auch wenn sein Lieblingseinsatz in der gemütlichen Stube am Weihnachtsmarkt ist.

Zum Auftakt der Volksfestsaison setzt die Festhalle lieber auf hessische Tradition: „Handkäs’ als Snack gehört hier zu den Dauerbrennern, genauso das Schnitzel mit Grüner Soße“, verrät Patrick Hausmann. „Und dann natürlich zur Tracht-Nacht auch Hähnchen und Haxe.“

Er und sein Team gehen aber auch mit der Zeit und testen andere Konzepte wie Burger. „Die Zeiten ändern sich auch für traditionelle Familienbetriebe. Umso spannender ist es, den Weg mitzugehen.“ Und das wollen Hausmanns noch eine ganze Weile.

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