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Dornbusch: Die Fußballer ziehen in Container

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Von: Judith Dietermann

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Sportdezernent Mike Josef (vorne rechts) übergab gestern die Übergangsumkleiden der Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße an die Vereine. Mehr, sagt er, könne er im Moment nicht tun. FOTO: Rainer Rüffer
Sportdezernent Mike Josef (vorne rechts) übergab gestern die Übergangsumkleiden der Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße an die Vereine. Mehr, sagt er, könne er im Moment nicht tun. FOTO: Rainer Rüffer © Rainer Rüffer

Der Startschuss für den Neubau der Sportanlage an der Wilhelm-Epstein-Straße ist gefallen. Wann er fertig ist, steht in den Sternen.

Frankfurt -55 Meter lang, hellgrau und eine weiße, eher unscheinbare Außenleuchte an der Fassade. So sehen sie aus, die neuen Umkleiden auf der Sportanlage Dornbusch an der Wilhelm-Epstein-Straße. Einfach und spartanisch. Aber sie erfüllen ihren Zweck. Zudem sollen sie keine Dauerlösung sein, sondern nur so lange genutzt werden, bis die neue Geschäftsstelle samt Funktionsräumen des TuS Makkabi fertig ist. Zusammen mit dem Sportzentrum, das der Verein seit rund sieben Jahren auf dem Areal gegenüber der Bundesbank plant.

Doch wann das so weit sein wird, das wisse man nicht, sagte Sportdezernent Mike Josef (SPD) bei der gestrigen Einweihung der Containeranlage. Weil der Bau der neuen Heimat von Makkabi davon abhängt, wie die Trasse der U4 verlaufen wird. Und das ist bislang noch nicht entschieden. "Wir kümmern uns deswegen zunächst um die Flächen, die definitiv nicht davon betroffen sind", erklärte Josef. Noch in diesem Jahr werde das alte Funktionsgebäude abgerissen, im kommenden Jahr der Bau fortgesetzt.

Schlechte Platzverhältnisse

"Ich bin froh, dass es endlich losgeht. Die Vereine wachsen wieder, Kinder und Jugendliche, aber auch die Erwachsenen brauchen gute Bedingungen, um Fußball spielen zu können", so der Dezernent. Das sei ja alles schön und gut mit den neuen Umkleiden, sagte Konstantinos Samantas, Vorsitzender der Griechischen Sportunion, die zusammen mit dem FC Maroc und dem FC Kosova ganzjährig die Anlage nutzt. Makkabi und Kickers 16 kommen in den Wintermonaten hinzu. "Die Container trösten uns aber nicht über das eigentliche Problem hinweg. Der Rasenplatz ist löchrig, das Spielen dort birgt eine hohe Verletzungsgefahr. Auf den Hartplatz will auch niemand. Wie sollen wir so etwas für die Jugend tun", forderte der Grieche die schnellstmögliche Sanierung der Spielflächen. Aus lediglich zwei Senioren-Mannschaften bestehe der Verein. Dabei würde er gerne in den Nachwuchs investieren. "Aber nicht unter diesen Bedingungen. Und nun bekommen wir schon wieder keinen Termin, wann die neuen Plätze kommen", sagte Samantas.

Frankfurter Planungsdezernent: "Mir sind die Hände gebunden"

Verdruss, den Josef durchaus nachvollziehen kann. Ihm seien aber trotzdem die Hände gebunden. "Das Problem ist nicht der fehlende Wille des Sportamtes, sondern die ausstehende Entscheidung bezüglich der U-Bahn-Trasse", betonte er noch einmal.

Unterstützung erhielt er von Kreisfußballwart Rainer Nagel. Er sei früher froh gewesen, auf so einem Platz spielen zu können, sagt er, und zeigt auf den Hartplatz. Doch leider hätten sich die Ansprüche geändert. "Keiner spielt dort gerne. Aber die Stadt kann nicht alles auf einmal machen."

Ein Kunstrasenplatz - unter mehreren Bedingungen

Dass man stets darum bemüht sei, den Vereinen, und zwar nicht nur der Eintracht, sondern auch den kleinen, wie Josef betonte, beste Bedingungen zu bieten, zeige die Entscheidung bezüglich der Bertramswiese, der Heimat von Kickers 16. In ihrer jüngsten Sitzung hatte die Stadtverordnetenversammlung endlich die bereits seit knapp einem Jahr vorliegende Bau- und Finanzierungsvorlage verabschiedet. "Es gab viele und lange Diskussionen. Aber letztlich haben wir uns zusammengerissen und, wie ich finde, einen tragfähigen Kompromiss gefunden", sagte der Sportdezernent. Damit spielt er auf den gemeinsamen, mehrheitlich verabschiedeten Antrag von Grünen, SPD, FDP und Volt an, der den Bau des Kunstrasenplatzes an einige Bedingungen knüpft. Dazu gehören eine insektenfreundliche und dimmbare Beleuchtung, nur so viel Flächen zu versiegeln wie nötig und möglichst nicht in den alten Baumbestand einzugreifen.

Zudem soll ein Konzept entwickelt werden, um den großen Kunstrasenplatz, wie es bei den beiden kleinen "Käfigen" ohnehin geplant ist, auch öffentlich zugänglich zu machen. Das hatte Dietrich Claus Becker, Vorsitzender der Kickers, allerdings schon im Vorfeld als schwierig eingestuft. Nun freut er sich aber, dass es endlich los gehen soll. "Wir brauchen diesen Platz so dringend."

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