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Mit Regenbogenflaggen und Seifenblasen demonstrierten rund 200 Menschen auf dem Uni-Campus gegen einen Kongress.

Protest

Drei Demonstrationen in Frankfurt an einem Tag

Gleich drei Demonstrationen haben am Wochenende die Ordnungshüter auf Trab gehalten. Insgesamt sind rund 900 Menschen auf die Straße gegangen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Rund 200 Demonstranten haben nach Polizeiangaben am Samstag auf dem Campus Westend der Universität Frankfurt gegen den Kongress „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ demonstriert. Der Veranstalter „AG Familienkonflikte“ um den Soziologen Gerhard Amendt sei frauenfeindlich und homophob ausgerichtet, sagte der SPD-Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf. Es sei „unmöglich“, dass die Universität Räume für den Kongress zur Verfügung gestellt habe. Zu der Demonstration hatte der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) aufgerufen.

An dem vom Freitag bis Sonntag dauernden Kongress nähmen rund 170 Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Sozialpädagogen und Jugendarbeiter teil, sagte der Leiter Gerhard Amendt. Wissenschaftler aus den USA, England und Israel vermittelten den internationalen Forschungsstand über Gewalt in Familien und zwischen Paaren. Die Kritik an dem Kongress bestehe in Falschbehauptungen und übler Nachrede. So habe er niemals eine Zwangstherapie von Homosexuellen befürwortet.

Ebenfalls am Samstag haben mehrere Hundert Wissenschaftler und Studenten für freie Forschung und gegen Populismus demonstriert. Nach Angaben der Polizei und der Veranstalter beteiligten sich etwa 500 Menschen an der Kundgebung am Römerberg.

Die Demonstration war Teil des weltweiten „March for Science“, bei dem Forscher, Dozenten und Studenten gegen Einschränkungen in der Wissenschaft protestieren. Kundgebungen fanden auch in München, Köln und Münster statt. Insgesamt waren Protestmärsche in 14 deutschen Städten geplant.

Wissenschaftler wollen mit den Kundgebungen für die Freiheit der Forschung und die Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse demonstrieren. Die Aktion wurde vergangenes Jahr ins Leben gerufen. Besonders in den USA richtet sich die Bewegung gegen die Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, der unter anderem die Erderwärmung mehrfach als Schwindel bezeichnet hat.

Zudem gingen, ebenfalls am Samstag, Kriegsgegner gegen den Militärschlag in Syrien auf die Straße. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 200 Menschen vor dem Frankfurter Hauptbahnhof und zogen friedlich zur Paulskirche. Unter dem Motto „Nein zum Krieg. Die Waffen nieder“ warnten sie vor einer Eskalation des Konflikts. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die Friedens- und Zukunftswerkstatt.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Dies wird mit Vergeltung für den Einsatz von Chemiewaffen begründet, für den der Westen Syriens Regierung unter Baschar al-Assad verantwortlich macht und bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.

(epd,lhe)

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