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Die Gewinner: Tom Acland, Andreas Gahlert, Carsten Lindstedt und Heiko Schweickhardt von der Cobi GmbH.

Gründerpreis in Frankfurt verliehen

Drei Startup-Unternehmen mit Gründerpreis ausgezeichnet

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Seit 2001 vergibt die Stadt den mit insgesamt 30 000 Euro dotierten Frankfurter Gründerpreis. Gestern Abend überreichte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Kaisersaal des Römers drei Preise an die Gewinner.

28 Start-ups hatten sich diesmal für die Auszeichnung beworben. Durchgesetzt haben sich drei Unternehmen aus den Branchen Ernährung und Entwicklungshilfe, Fotografie und Fahrradtechnik.

Den mit 12 500 Euro dotierten 1. Platz erhielten die Fahrrad-Bastler der Cobi GmbH. Seit rund einem Jahr werkeln Firmengründer Andreas Gahlert und sein Team an einer Handy-gestützten Technik für den Drahtesel. Längst ist das Smartphone aus dem Auto nicht mehr wegzudenken, doch in der Fahrradbranche ist es bisher noch nicht angekommen.

Das ändert sich nun: Die Frankfurter Jungunternehmer haben vor rund einem Jahr ein Patent angemeldet, welches Licht, Navigation, Handy-Halter mit Ladefunktion, Klingel und Bike-Computer zusammenbringt. „All diese Funktionen werden in einem kleinen Design-Objekt vereint“, erklärt Gahlert. Insgesamt sind über 100 Funktionen in dem kleinen Computer integriert. „Das Allerwichtigste ist, dass das Fahrradfahren sicherer wird“, sagt der Firmenchef. Rund 60 Menschen arbeiten an der Produktentwicklung.

Das Konzept überzeugte die Jury durch seine Innovation: „Es revolutioniert das Fahrradfahren“, ist Oliver Schwebel von der Frankfurter Wirtschaftsförderung sicher. Nicht nur er: Der Markt lechzt nach jener Erfindung: Schon ab Herbst soll „Cobi“ in 18 Ländern verkauft werden. Die Firma hat vor kurzer Zeit gar einen Zweitsitz in Kalifornien bezogen. „Doch wir werden Frankfurt treu bleiben“, rief Gahlert, während er die Urkunde in die Luft streckte.

Den 2. Platz und die damit einhergehenden 10 000 Euro staubten die Fotobox-Bauer Sascha Hildebrandt und André Lutz von der Tyntyn GmbH ab. „Ich war auf einer Hochzeit in England eingeladen, dort habe ich zum ersten Mal eine Fotobox gesehen, wir haben die Idee weiterentwickelt“, sagt Marketing-Spezialist Hildebrandt. Gemeinsam mit Maschinenbauer Lutz entwickelte der Jungunternehmer eine Fotobox, „in der notfalls auch eine ganze

Fußballmannschaft unterkommen kann“. Die große Foto-Kiste wird auf Partys, Konzerten und Messen aufgestellt, die Gäste können Erinnerungsfotos schießen. Die Bedienung des Geräts ist simpel, der Spaßfaktor hoch: „Auf einem Blue Screen können die Partygäste verschiedene Hintergrundmotive für ihre Aufnahme auswählen. Bei Firmen-Events könnte das zum Beispiel auch das Logo des Unternehmens sein“, erklärt Hildebrandt.

Nach dem Auslösen des Fotos dauert es nur einen kurzen Augenblick, dann werden drei Schnappschüsse von einem integrierten Drucker ausgedruckt. Die Fotos können zudem direkt von der Box aus über eine integrierte Internet-Schnittstelle in die sozialen Netzwerke geschickt werden.

Bei all der Technik setzen die Entwickler auf Emotionen: „Wir halten mit unserer Box einzigartige Momente als Bild fest“, so Hildebrandt.

Tadios Tewolde hat ein großes Anliegen: „Ich will die uralte Verbindung zwischen Natur und Mensch wiederherstellen“, sagt der Jungunternehmer. Und das brachte ihm nun den mit 7 500 Euro dotierten 3. Platz des Frankfurter Gründerpreises ein.

Tewolde stammt aus Äthiopien und er hat von seiner Großmutter ein Rezept mitgebracht: „Der Moringabaum zählt zu den vitalstoffreichsten Pflanzen der Welt. Die Blätter enthalten einen hohen Anteil an Mikro- und Makronährstoffen, welche eine wesentliche Rolle in der Zellsymbiose spielen“, sagt der Firmengründer. Mit seinem Unternehmen Morningreen produziert Tewolde ein naturbelassenes Nahrungsergänzungsmittel, das die Heilkraft des Moringabaumes bündelt und in Apotheken verkauft werden kann. „Das Produkt setzt Lebensenergie frei, Körper und Geist werden angeregt. Morningreen steht für Nachhaltigkeit“, erklärt der Jungunternehmer.

Die Blätter des Baumes werden von speziell geschulten Kleinfarmern in Äthiopien von Hand geerntet und gemäß Rohkostverfahren mit natürlicher Wärme getrocknet. In Deutschland findet die Verarbeitung laut Tewolde auf modernsten Anlagen statt.

„Wir wollen die Bauern an den Markt heranführen und mit unserem Unternehmen Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, sagt Tewolde.

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