Drei Sternsingerinnen aus Nied bringen den Segen in den Römer
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Drei Sternsingerinnen aus Nied bringen den Segen in den Römer

Weihnachtstradition

Drei Sternsingerinnen bringen Segen in den Römer

  • vonSarah Bernhard
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Wegen Corona müssen die Frankfurter Sternsinger in diesem Jahr zu Hause bleiben. Nur drei Schwestern aus Nied dürfen das Friedenslicht trotzdem in die Welt tragen.

Frankfurt -Zwischen Kapuze, Umhang, Mundschutz und Krone ist nicht viel zu sehen von den Gesichtern der drei Mädchen, die an diesem Freitagvormittag die Tür zum Römer aufstoßen. Die Weisen aus dem Morgenland mit Mundschutz - für die erfahrenen Sternsingerinnen ist das schon ein bisschen ungewohnt. Vor allem das lautere Sprechen unter der Alltagsmaske strengt an. Aber ein Gutes hat die Situation dennoch, finden die Schwestern Karolina (9), Valentina (10) und Antonija (12): "Da wird das Gesicht nicht so kalt. Normalerweise ist man ja als Sternsinger schon länger draußen unterwegs."

Diesmal allerdings nicht, denn aufgrund der Pandemie können die Kinder, die normalerweise als Sternsinger in der Stadt unterwegs sind, nicht zu den Menschen nach Hause kommen. Stattdessen gibt es verschiedene digitale und analoge Angebote wie Segenstüten, die per Post kommen oder in der Kirche ausliegen, oder Videos.

Weihwasser kommt aus dem Spender

Entsprechend ist auch der Ablauf des Auftakts ein anderer als sonst. Corona-bedingt müssen der traditionelle Gottesdienst im Dom, zu dem in normalen Jahren 80 bis 100 Sternsinger kommen, und der Empfang im Kaisersaal des Römers ausfallen. Stattdessen sind die drei Schwestern aus Nied die einzigen, die von Oberbürgermeister Peter Feldmann empfangen werden - stellvertretend für alle anderen Sternsinger, die in diesem Jahr daheim bleiben müssen. Auch den Segen von Stadtdekan Johannes zu Eltz gibt's nicht im Dom, sondern im Kaisersaal - mit Weihwasser aus einem tragbaren Weihwasserspender.

"Die Sternsinger dürfen in diesem Jahr nicht unmaskiert ihre frischen Gesichter zeigen und ihre hellen Stimmen hören lassen. Das fehlt vielen Menschen sehr", sagte der Stadtdekan in seiner kurzen Rede. "Es wird besser dadurch, dass es vernünftig ist, so zu handeln, aber besser ist nicht gut - und weh tut's trotzdem."

"Ein bisschen aufgeregter als sonst"

Für Karolina, Valentina und Antonija ist es eine ungewohnte Ehre, so im Mittelpunkt zu stehen. Doch dadurch erhöht sich auch der Druck, sich beim Aufsagen des Sternsinger-Texts nicht zu verhaspeln. "Weil in diesem Jahr alles so anders ist, sind wir schon ein bisschen aufgeregter als sonst", räumt die älteste Schwester Antonija ein. Doch es klappt ohne Versprecher - und auch das Anzünden der Kerze neben der Tafel, die traditionell im Römer die Schrift über der Tür ersetzt, verläuft ohne Zwischenfälle.

Oberbürgermeister Feldmann freut sich über den Besuch der drei Mädchen, die von Gemeindereferentin Verena Nitzling von der katholischen Kirche Nied und Frank Kienast, Jugendbildungsreferent bei der Jugendkirche JONA, begleitet werden. "Ihr lasst euch dieses Engagement nicht von der Pandemie kaputt machen - und damit habt ihr recht. Auch wenn die Tradition der Sternsinger nicht in gewohnter Form ausgeübt werden kann, es bleibt dabei: Ihr seid ein Segen für unsere Stadt und für diejenigen, die Hilfe brauchen", so Feldmann.

Frankfurter OB Feldmann: "Ihr lasst euch nicht unterkriegen"

Er lobte den Ideenreichtum der diesjährigen Sternsinger-Aktion: "Aufkleber, Postkarten, Videos, Segenspakete, Bilder und vieles mehr haben sich die Sternsinger einfallen lassen, um den Segen zu überbringen. Ihr lasst euch nicht unterkriegen und das ist Motivation für uns alle, uns auch nicht unterkriegen zu lassen."

Schon jetzt freue er sich darauf, im kommenden Jahr wieder alle Sternsinger im Kaisersaal zu begrüßen. "Bitte gebt den Dank der Stadt und meinen persönlichen Dank an alle Kinder, die sich als Sternsinger engagieren, jedoch nicht persönlich hier sein können", bat er die drei Schwestern. "Ihr seid die Kinder unserer Stadt und alle zusammen seid ihr die Hoffnung unserer Welt." red

Den Empfang virtuell erleben

Für alle, die die drei Sternsinger nachträglich zum Empfang der Stadt begleiten wollen, gibt es ein Video auf dem YouTube-Kanal der katholischen Stadtkirche Frankfurt unter tinyurl.com/SternFra.

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