Drei Tage für rumänische Kunst

Rumänien präsentiert sich in Frankfurt nun von einer Seite, die angesichts des Dauerthemas Zuwanderung und Armut wenig beachtet wird: Das in Berlin ansässige Kulturinstitut des südosteuropäischen

Rumänien präsentiert sich in Frankfurt nun von einer Seite, die angesichts des Dauerthemas Zuwanderung und Armut wenig beachtet wird: Das in Berlin ansässige Kulturinstitut des südosteuropäischen Landes stellt von morgen bis Sonntag, 28. Juni, zeitgenössische Kultur und Künstler vor – in verschiedenen Kulturstätten: Filmschaffende, Literaten, Kuratoren und Tänzer präsentieren ihre Werke persönlich, einige davon erstmalig, in Frankfurt.

Eröffnet werden die Rumänischen Kulturtage in Frankfurt morgen um 18 Uhr mit der Ausstellung „Gestern war auch Heute“ bei einem anschließenden Open-Air-Empfang. Die Ausstellung zur zeitgenössischen Kunst in Rumänien findet in der Ausstellungshalle Schulstraße 1A (Sachsenhausen) statt und kann auch über die Kulturtage hinaus besichtigt werden. Bis zum 12. Juni sind über 30 Gemälde zu sehen.

Als Kunstaktion versteht sich die Designausstellung „Untamed Skin“, die am Samstag um 18 Uhr in der Galerie Braubach Five in der Braubachstraße eröffnet wird.

Blick ins Ghetto

70 Jahre nach seinem Tod wird des rumänischen Schriftstellers Mihail Sebastian im Rahmen einer szenischen Lesung mit Jochen Nix und Roland Erb im Hessischen Literaturforum (Waldschmidtstraße 4, Ostend) gedacht. Seine Tagebücher aus den Jahren 1935–1944, erschienen auf Deutsch unter dem Titel „Voller Entsetzen, aber nicht verzweifelt“, wurden bei ihrer Veröffentlichung 2005 beim Claassen Verlag zu einer literarischen Sensation. Sie legen ein faszinierendes und erschütterndes Zeugnis von den Lebensumständen des jüdischen Schriftstellers im Bukarest der 30er und 40er Jahre ab. Der Übersetzer Roland Erb ordnet Mihail Sebastians Werk kommentierend ein, und Jochen Nix verzaubert das Publikum mit einer szenischen Lesung aus den Tagebüchern.

Alexander Nanaus preisgekrönter Dokumentarfilm „Toto und seine Schwester“ wird am 28. Juni ab 15.45 Uhr, in der Anwesenheit des Regisseurs im Kino Mal Seh’n (Adlerflychtstraße, Nordend) vorgeführt. Der erschütternde Film geht einer tiefliegenden Frage nach: Wie durchbreche ich einen durch gesellschaftliche Marginalisierung vorgezeichneten Lebensweg? Gefilmt im Stil eines gnadenlosen Cinévérité, bietet der Film einen einzigartigen Einblick ins Ghetto von Ferentari, in die Zuchthäuser und Gerichtshöfe Rumäniens.

Explosive Energie

Ein zeitgenössisches Tanzstück im Gallus Theater (Kleyerstraße 15) rundet das Programm ab. Am Sonntag um 20 Uhr präsentieren die rumänischen Tänzer Andrea Gavriliu, Stefan Lupu und Gabriel Costin eine Geschichte voller explosiver Energie, Sexualität und Humor. Nach dem Tanzstück enden die Rumänischen Kulturtage mit einem kleinen Umtrunk im Foyer des Gallus Theaters. Da der Abend im Zeichen des Tanzes steht, performt ab 22 Uhr Miruna Boruzescu (Aka Borusiade) tanzbare DJ-Live-Sets und sorgt für beste Stimmung.

(red)

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