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Eien Veranstaltung der pro-europäischen Bewegung „Pulse of Europe” auf dem Goetheplatz in Frankfurt am Main.

Demonstrationen

Droht in der Innenstadt ein Kundgebungs-Chaos?

Die Bürgerbewegung "Pulse of Europe" will am Samstag auf dem Goetheplatz für ein geeintes Europa demonstrieren. Doch ganz in der Nähe soll auch die linke Demo von "Lautstark gegen Rechts" stattfinden. Die Pro-Europäer befürchten, dass es zu Verwechslungen kommen wird.

Demonstriert wird gerne und viel in dieser Stadt. Deshalb sind Terminüberschneidungen bei angemeldeten Versammlungen keine Seltenheit. Doch am heutigen Samstag wird es knifflig: Erst will die Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ im Rahmen einer europaweiten Aktion auf dem Goetheplatz gegen Nationalismus und für mehr Europa demonstrieren. Beginn ist um 14 Uhr. Gleichzeitig beginnt auf dem Baseler Platz eine musikalische Großdemonstration des Vereins „Lautstark gegen Rechts“. Sie soll mit einem Konzert auf dem Rossmarkt enden – also direkt neben „Pulse of Europe“.

„Das ist aus unserer Sicht natürlich unglücklich“, teilte die Sprecherin der Bürgerbewegung, Stephanie Hartung, nun mit. „Nicht, dass wir nicht grundsätzlich begrüßen würden, dass solche Demos stattfinden, aber weil wir befürchten, dass die parallelen Veranstaltungen bei den potenziellen Teilnehmern zu Verwirrung führen.“

Offenbar gab es bereits Verwirrung. Denn die Europa-Aktion wurde auf Twitter auch mit „#wirsindmehr“ beworben. Dieses Schlagwort, das insbesondere nach den Demonstrationen in Chemnitz Karriere gemacht hat, verwendet aber auch „Lautstark gegen Rechts“.

Direkt ins Gehege werden sich die beiden Kundgebungen aber nicht kommen. „Pulse of Europe“ will auf dem Goetheplatz bis 16 Uhr fertig sein, „Lautstark gegen Rechts“ gegen 18 Uhr auf dem benachbarten Rossmarkt ankommen. Ein Problem könne allerdings deren Soundcheck werden, so Stephanie Hartung.

Während sich bei „Lautstark gegen Rechts“ hauptsächlich linke Gruppen und Organisationen beteiligen, will „Pulse of Europe“ ein lagerübergreifendes Bündnis sein. Zahlreiche Verbände und Parteien von den Grünen und der SPD bis zu CDU und FDP unterstützen die Kundgebung. Auch die Bildungsstätte Anne Frank, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Europäische Studentenorganisation ELSA an der Goethe-Universität hätten bereits ihre Teilnahme angekündigt, teilten die Veranstalter mit.

Geplant ist ein Demonstrationszug vom Goetheplatz über das Bankenviertel, die Kaiserstraße und die Zeil, gefolgt von einer Kundgebung auf dem Goetheplatz, wo eine Reihe von europäischen Solidaritätsbekundungen vorgesehen sind. So sollen unter anderen die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) und der SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel kurze Redebeiträge halten.

Gleichzeitig gibt es pro-europäische Demonstrationen in vielen weiteren Städten wie Köln, Dresden und Friedrichshafen sowie Budapest, Rom, Toulouse und Warschau. Daniel Röder, der Initiator von „Pulse of Europe“, erklärte anlässlich dieser Aktion: „Wir sind der Überzeugung: Ein vereintes und demokratisches Europa muss von der breiten Mitte der Gesellschaft aktiv verteidigt werden. Jeder kann etwas tun, aber jeder muss auch etwas tun – jetzt!“ dg

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