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Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Hessen durch den trockenen Sommer in der Land- und der Forstwirtschaft Schäden in Höhe von rund 180 Millionen Euro entstanden sind.

Landwirtschaft

Dürrehilfe lässt auf sich warten

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Die von Bund und Ländern im Schnellverfahren auf den Weg gebrachte Dürrehilfe entpuppt sich als Bürokratie-Ungetüm und kann für Landwirte durchaus zu einer Falle werden.

Die hessischen Bauern haben auf eine schnelle und unkomplizierte finanzielle Hilfe nach dem „Dürresommer“ gehofft. Doch die „Dürrehilfe“, die Bund und Länder vor wenigen Wochen auf den Weg brachten, lässt auf sich warten, wie Bernd Weber, Sprecher des Hessischen Bauernverbandes, feststellt.

Rund 340 Millionen Euro wollen Bund und Länder an die deutschen Landwirte als Dürrehilfe verteilen, Doch nicht jeder Betrieb wird nach dem heißen und trockenen Sommer 2018 mit finanzieller Unterstützung rechnen können. So sollen nur kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten und höchstens 50 Millionen Euro Jahresumsatz von der „Dürrehilfe“ profitieren. Weitere Voraussetzungen: Die Betriebe müssen in ihrer Existenz gefährdet sein. Das bedeutet, dass die Ernte oder der Ertrag wegen der Trockenheit mindestens 30 Prozent geringer ausfällt als die durchschnittliche Jahresernte der vergangenen drei Jahre und der Schaden größer ist als das Kapital, das für Investitionen oder Schuldentilgung bereitsteht. Außerdem müssen sich die Betriebe einer betriebswirtschaftlichen Prüfung unterziehen, so Weber. Das heißt im Klartext: Der Landwirt, der noch andere Einkünfte, zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung, hat, wird in aller Regel nicht in den Genuss der Unterstützung kommen. „Es sollen nur bedürftige Betriebe von der Dürrehilfe profitieren“, sagt Weber.

Von den Hilfen ausgeschlossen sind Betriebe, an denen die öffentliche Hand mit mehr als 25 Prozent beteiligt ist oder die mehr als 35 Prozent ihrer Einkünfte gewerblich und nicht landwirtschaftlich erzielen. Der Zuschuss soll bis zu 50 Prozent des Schadens abdecken, wird aber bei 500 000 Euro gedeckelt. Für Schäden unter 2500 Euro, gibt es demnach keinen Zuschuss. Kurzfristig verwertbares Privatvermögen soll ebenfalls angerechnet werden.

Für die hessischen Bauern stehen rund 18 Millionen Euro „Dürrehilfe“ zur Verfügung. Dieser Betrag stellen zu gleichen Teilen Bund und Land bereit. „Durch diese Unterstützung wird aber nur ein kleiner Teil des Schadens abgedeckt“, so Verbandssprecher Weber. Denn die tatsächlichen Schäden durch den Dürresommer seien in Hessen wesentlich höher. So gehe das Land von Schäden von rund 180 Millionen Euro aus, die in der Land- und der Forstwirtschaft entstanden seien. Knapp 150 Millionen entfielen dabei auf die Landwirtschaft. Besonders betroffen seien dabei die Futterbaubetriebe, da durch die Dürre „auf den Wiesen nichts gewachsen“ sei und auch der Silomais „schlecht war“. Ebenfalls stark betroffen seien, so Weber weiter,, beispielsweise die Milchvieh- und Rinderhalter. „Bei den Betrieben dürfte die Entschädigung am größten ausfallen“, vermutet Weber.

Jetzt sei das Land am Zuge, das die Dürrehilfe für die betroffenen Betriebe voranbringen müsse. Noch in diesem Monat sollen deshalb in Nord-, Mittel- und Südhessen Informationsveranstaltungen für Landwirte angeboten worden, auf denen diese sich über die Dürrehilfe informieren können. „Im November können dann die Anträge bei den jeweiligen Ämtern für den ländlichen Raum gestellt werden“, erläutert Weber das weitere Prozedere. „Dann können wir nur hoffen, dass die Landwirte vor Weihnachten das Geld haben“, sagt der Sprecher des Hessischen Bauernverbandes.

Doch es gibt auch Warnungen. Wie diese Zeitung aus Kreisen des Landwirtschaftsministeriums erfuhr, sollten die Landwirte diese Gelder „als Vorauszahlungen betrachten“. Die Zahlungen seien nämlich an gewisse wirtschaftliche Entwicklungen geknüpft. Steigen nämlich beispielsweise im kommenden Frühjahr die Futtermittel- und Milchpreise, kann es passieren, dass Betriebe ihre Zuschüsse verzinst zurückzahlen müssen, weil sie in einem solchen Fall höhere Einnahmen generieren könnten.

Trotzdem: Die Möglichkeit, dass Dürrehilfe-Gelder für betroffene hessische Bauern noch in diesem Jahr zur Auszahlung kommen, sei da. Dabei sollten sich die Landwirte aber auch darüber im Klaren sein, dass die Gelder nicht so üppig ausfallen werden, hieß es aus Landwirtschaftskreisen.

Und wichtig sei für die Betriebe auch zu wissen, dass die Gelder auf Grund einer Plausibilitätsprüfung ausgezahlt würden. Später folge eine sehr genaue betriebswirtschaftliche Überprüfung.

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