Zahlreiche Gebäude in der Hausener Obergasse wurden durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört. FOTO: Gemeinde
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Zahlreiche Gebäude in der Hausener Obergasse wurden durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört.

FNP-Serie vor 75 Jahren

Durch diese Gasse grüßt der Turm

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute die Hausener Obergasse.

Hoch ragt der Turm der evangelischen Kirche zwischen den anderen Gebäuden hervor - damals wie heute bildet das Gotteshaus den Mittelpunkt von Hausen. Aber auch wenn der Blickwinkel auf die Hausener Obergasse derselbe ist, so sind die Veränderungen doch deutlich sichtbar.

Denn dort, wo heute die Autos dicht gedrängt hintereinander parken, lagen nach dem Zweiten Weltkrieg Steine und Bauschutt der zerstörten Gebäude. Denn auch Hausen blieb von den Luftangriffen nicht verschont. Auch die 1851 im spätklassizistischen Stil erbaute Kirche, die nur ein Jahr später nach Plänen des Bockenheimer Maurermeisters Brandt fertiggestellt wurde, wurde bei dem Bombardement der Alliierten schwer beschädigt. Während andere Gebäude nahezu verschont blieben, wie unser Foto zeigt.

Denn das heute orangefarbene Gebäude, die Hausnummer 47, blieb ebenso stehen wie das Nachbargebäude, die Hausnummer 49. Erkennbar ist dies an den typischen Ornamenten unterhalb der großen Fenster. Ebenso wie die freigelegte Mauer im Erdgeschoss.

Und in der Nummer 49 gibt es nach wie vor an selber Stelle Balkone, wo freilich mittlerweile die Ballustraden gegen eine moderne Variante ausgetauscht wurden. Weniger beständig war hingegen in den vergangenen Jahren die Nutzung des Erdgeschosses als Gastronomie. War dort vor einigen Jahren noch eine Pizzeria ansässig, so verbreitet mittlerweile die Bar "Seoul Pocha" koreanisches Flair.

Auch wenn in Alt-Hausen viel in Bewegung ist, so ist die Kirche stets der Mittelpunkt geblieben. Obwohl sie gar nicht der Ort des ersten evangelischen Gottesdienstes in dem damals noch eigenständigen Dorf war. Der wurde nämlich bereits am 12. Juli 1772 gefeiert - im Schulhaus. 1775 schließlich wurde ein Pfarrhaus gebaut, um den Pfarrer an die Gemeinde zu binden. Dieser Barockbau überdauerte die Zeit und steht heute unter Denkmalschutz.

Eine Kirche erhielt die eher ärmliche Gemeinde erst 1813. Die allerdings nicht lange hielt, bereits nach wenigen Jahrzehnten war sie baufällig und wurde, wie bereits erwähnt 1851 durch das heutige Gotteshaus ersetzt. Und lebte darin weiter, denn Kanzel und Altar wurden von der alten Kirche übernommen. Finanzielle Unterstützung gab es übrigens damals aus Frankfurt - die Familien Bethmann, Metzler und De Neufville beteiligten sich am Bau.

judith dietermann

Die nächste Folge der Serie

Morgen sehen sie auf der Innenstadt-Seite die Verwandlung des Bahnhofsviertels. Alle bisher erschienen Folgen finden Sie zudem gebündelt auf www.fnp.de/stadtteilgeschichte

Heute reihen sich deshalb Neu- an Altbauten.

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