Vorschlag der Initiative "Rettet die U 5"

Echt schräger Aufzug für die U-Bahn-Station Westend

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Die Initiative „Rettet die U 5“ hat eine neue Lösung für die geplante Nachrüstung des Lifts in der U-Bahn-Station „Westend“: Einen Schrägaufzug vom Bahnsteig zur Straßenebene. Das wäre eine Alternative zum Lift auf einer Verkehrsinsel mitten in der Bockenheimer Landstraße.

Mit dem Titel „Bochum“ hat Herbert Grönemeyer eine musikalische Liebeserklärung für seine Heimatstadt komponiert. „Du bist keine Weltstadt, auf deiner Königsallee finden keine Modenschauen statt“, textete er aber auch. Dafür ist die Stadt im Ruhrpott eben auf anderen Gebieten innovativ, und könnte hier Vorbild für Frankfurt sein. Die Initiative „Rettet die U 5“ sieht das zumindest so und schlägt als Alternative zum geplanten Aufzug für die U-Bahn-Station „Westend“ auf einer Verkehrsinsel mitten in der Bockenheimer Landstraße einen Schrägaufzug wie in der Bochumer Station „Rathaus“ vor.

Torben Hedderich präsentierte in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 2 (Westend, Bockenheim, Kuhwald) das Prinzip. Und das gefiel. „Ich finde das gut“, urteilte Knut Emmert von der Fraktion Bürger für Frankfurt (BFF). Der Schrägaufzug, der nicht wie in Frankfurt üblich parallel zur Treppe vom Bahnsteigende aus zum Ausgang führt, befindet sich in der Mitte des Bahnsteigs und fährt in steilerem Winkel frei schwebend auf einer Schiene direkt bis hoch zur Straßenebene.

„Das könnte ein Kompromiss für die Station sein“, erklärte Hedderich. Am Platz sollte eine Realisierung jedenfalls nicht scheitern. Der Mittelbahnsteig der Station sei neun Meter breit. Links und rechts der Bahnsteigkante müssten zwei Meter frei bleiben, so dass dazwischen noch fünf Meter zur Verfügung stünden, die für den Aufzug genutzt werden könnten.

Stadt und Verkehrsgesellschaft (VGF) wollen den Aufzug so schnell wie möglich nachrüsten, weil es eine der letzten unterirdischen U-Bahn-Haltestellen ist, die noch nicht barrierefrei ist. Rund 2,2 Millionen Euro würde die Nachrüstung in der derzeit geplanten Form kosten.

„Ich bin kein Anhänger von Schrägaufzügen“, erklärt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Doch er sei offen für Anregungen. Auch die der Initiative nehme er zur Kenntnis, Fachleute müssten aber prüfen, ob sie sich umsetzen ließe. Grundsätzlich stehe das Dezernat aber hinter der Planung, die sein Vorgänger Stefan Majer (Grüne) Anfang des Jahres präsentiert habe.

Demnach soll ein Lift vom Mittelbahnsteig hoch auf eine Verkehrsinsel mitten in der Bockenheimer Landstraße fahren. Mit Hilfe von Fußgängerampeln sollen Fahrgäste die Fahrbahn überqueren können. Bürger aus dem Stadtteil und auch Ortsbeiräte hatten aber Bedenken geäußert, dass der Standort viel zu gefährlich sei. „Wenn der Verkehrsdezernent den Aufzug so bauen möchte, soll er das machen. Aber ich als Ortsvorsteher möchte dann nicht in die Haftung genommen werden, wenn etwas passiert“, sagte Axel Kaufmann (CDU). Außerdem gab es Vorbehalte, weil die stadtauswärts führende Fahrbahn verschwenkt werden müsste, um Platz für die Verkehrsinsel zu schaffen. Im Gegenzug müsste aber der Fußgängerweg schmaler werden. Deshalb bevorzugen immer noch viele Bürger aus dem Stadtteil eine Lösung mit zwei separaten Aufzügen, die ein Umsteigen in der B-Ebene erforderlich machen würde.

Das lehnt Hannes Heiler von der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft allerdings strikt ab, weil der direkte Weg für beeinträchtigte Menschen am unbeschwerlichsten sei. Von Schrägaufzügen hält er überhaupt nichts. „Die ruckeln, dass einem die Prothese rausfällt und die Fahrzeit ist doppelt so lange. Außerdem sind Schrägaufzüge sehr störungsanfällig, im Gegensatz dazu haben sich Senkrechtaufzüge bewährt“, sagt Heiler. Oesterling fügt an, dass der Einbau eines Schrägaufzuges teurer sei, weil dafür größere Eingriffe notwendig seien: „Beim Senkrechtaufzug braucht man nur ein Loch.“

Der Verkehrsdezernent betont aber, dass alle vorstellbaren Varianten nochmals auf den Prüfstand kommen sollen: „Es ist noch nichts entschieden“, versichert er. Und er sei auch bereit, die endgültige Planung nochmals im Ortsbeirat 2 vorzustellen. Das hätten sich die Stadtteilpolitiker aber anders vorgestellt – sie wollten ihn möglichst schon zur nächsten Sitzung in vier Wochen einladen.

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