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Geheimtipp in Frankfurt: Warum besucht niemand die „echte“ Altstadtidylle?

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Von: Sebastian Richter

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Frankfurt hat sich mit dem Großprojekt der Neuen Altstadt einen Touristenmagneten aufgebaut. Dabei gab es bereits eine Altstadt – die aber kaum jemand kennt.

Frankfurt – Teures Projekt und nicht unumstritten: Die Neue Altstadt in der Innenstadt von Frankfurt. Das Stadtviertel zwischen Dom und Römer kostete rund 200 Millionen Euro – Geld, das auch andernorts durchaus hätte Verwendung finden können. Das Ergebnis lässt sich dennoch sehen. Die schicken Gässchen mit den bunten Gebäuden laden ein zum historischen Ausflug in ein Frankfurt, wie es vor der Zerstörung durch die Bomben des Zweiten Weltkriegs ausgesehen haben soll.

Das Problem: Das wissen auch viele andere. Dementsprechend voll ist die Neue Altstadt, Touristen müssen sich durch die ohnehin schon engen Gassen an zahlreichen Führungsgruppen, Schaustellern und Bummlern vorbei zwängen. An belebten Tagen wird so der Spaziergang durch das kleine Viertel mit seinen 35 restaurierten Gebäuden schnell stressig.

Altstadt in Höchst: Die bessere Altstadt in Frankfurt?

Dabei gibt es in Frankfurt eine „echte“ Altstadt, die weit weniger beliebt und belebt ist – im sonst nicht ganz so einladenden Höchst. Vor einem Vergleich mit der teuren Nachbildung in der Innenstadt muss sich die dortige Altstadt keinesfalls fürchten, denn auch in Höchst gibt es historische Häuser und verwinkelte Gassen, die mit den eher schickeren Fassaden in der Innenstadt mithalten können

Die Altstadt von Höchst: Ruhige Idylle an unerwarteter Stelle.
Die Altstadt von Höchst: Ruhige Idylle an unerwarteter Stelle. © Sabine Gudath/imago

Stattdessen hat die Altstadt in Höchst einiges zu bieten: Die mittelalterlichen Wehranlagen entlang des Mains (teils original aus dem Mittelalter), den idyllischen Schlossplatz inklusive idyllischem Schloss (unter Frankfurt-Experten als der schönste Platz der Stadt bekannt) und der karolingischen Justiniuskirche (das älteste Gebäude in ganz Frankfurt) einiges zu bieten. Und das beste: Kaum Touristen verlaufen sich aus Frankfurt in die Enklave ein Stück den Main hinunter. So ist das Erkunden gleich viel entspannter.

Geheimtipp in Frankfurt: Nach Höchst ist es nicht weit

Dabei ist es nicht so, als wäre die Altstadt von Höchst von der Innenstadt aus nur mit Müh und Not erreichbar. Nach wenigen Minuten Fahrt kommt man mit verschiedenen S- und Regionalbahnen zum Bahnhof des Stadtteils. Alternativ fährt auch eine Straßenbahn (mit ihr ist man allerdings etwas länger unterwegs). Einmal am Bahnhof in Höchst angekommen, sind es nur noch wenige Schritte bis zur Altstadt und dem Main. Eine Empfehlung für Ortsfremde: Beim Weg aus dem Bahnhofsgebäude sollte man die Scheuklappen aufsetzen. Der Bahnhofsvorplatz könnte sonst die Laune trüben. Aber keine Sorge, es wird bald besser.

Bunte Häuser gibt es auch in Höchst. Hier am Schlossplatz in der Altstadt.
Bunte Häuser gibt es auch in Höchst. Hier am Schlossplatz in der Altstadt. © imageBROKER/Jan Wehnert/Imago

In der Altstadt angekommen lässt es sich wunderbar durch die begrünten Gassen mit ihrem mittelalterlichen Flair bummeln. Zahlreiche Restaurants (viele benannt nach allerlei Tieren, unter anderem dem „Schwan“ oder dem „Bären“) bieten Raum für ein gemütliches Mittag- oder Abendessen und halten das Mittelalter-Feeling hoch. Direkt am Main gibt es dutzende Sitzgelegenheiten mit Blick auf die Skyline in der mittelalterlichen Umgebung der alten Stadtmauer. Und wer die andere Seite des Mains kennenlernen möchte, kann mit der letzten Mainfähre Frankfurts übersetzen und einen ausgiebigen Spaziergang durch die dort gelegenen Felder unternehmen. Auch für Frankfurter ist die alte Altstadt von Frankfurt also einen Besuch wert. (spr)

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