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Diese Straße soll nach Martin Zahn benannt werden.

Mitbegründer des Heimatvereins

Eckenheimer Urgestein wird geehrt

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In zahlreichen Vereinen war Martin Zahn aktiv. Und er schrieb ein Buch über seinen Stadtteil Eckenheim. Bald trägt ein Abzweig der Niederbornstraße seinen Namen.

Mehr als sieben Jahre ist es her, dass Martin Zahn im Alter von 82 Jahren starb. Nun hat der unter anderem für Eckenheim zuständige Ortsbeirat 10 beschlossen, eine Straße im Stadtteil nach dem langjährigen Sozialbezirksvorsteher, Vorsitzenden des Heimatvereins Eckenheim wie auch des Vereinsrings Preungesheim/Eckenheim zu benennen. Sie zweigt von der Niederbornstraße ab – nicht weit entfernt von der Wohnung in der Sigmund-Freud-Straße 89, in der Zahn zuletzt lebte.

Vor allem als Mitbegründer und Vorsitzender des Heimatvereins bleibt Martin Zahn den Eckenheimern in Erinnerung, denn die Historie seines Stadtteils war seine Passion. Mit seinem Freund und Stellvertreter beim Heimatverein, Oskar Pfreundschuh, sowie Alexandra Stolze, Winfried Dieser, Heinz Marx und Georg Esser – dem Namensgeber der Georg-Esser-Anlage – brachte er anlässlich der Eckenheimer 1200-Jahr-Feier die über 300 Seiten dicke Chronik „Unsere Heimat Eckenheim 795-1995“ heraus. Noch im hohen Alter ließ er sich nicht nehmen, interessierte Gruppen selbst durch seinen Stadtteil zu führen oder das „Eckemer Gebabbel“ des Heimatvereins zu leiten.

Geboren wurde Martin Zahn am 24. September 1924 in der Schwabstraße, gegenüber dem Eckenheimer Straßenbahndepot. Sein Vater war Straßenbahnschaffner. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte Zahn in die Bornheimer Mittelschule und begann 1941 nach seinem Schulabschluss eine kaufmännische Lehre bei der Firma Hartmann & Braun in Bockenheim. Im Oktober 1942 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und 1943 an der Ostfront schwer verletzt. Die Zeit bis zum Kriegsende 1945 verbrachte er im Lazarett, was ihm möglicherweise das Leben rettete.

Heimgekehrt nach Eckenheim, begann Martin Zahn im Oktober 1945 eine Ausbildung zum Verwaltungsinspektor bei der Stadt Frankfurt, die er 1948 erfolgreich abschloss.

Während er beruflich der Stadt treu blieb, war Zahn in vielfältiger Weise ehrenamtlich tätig. Von 1969 bis 1977 war er Stadtbezirksvorsteher. Er engagierte sich bei der AWO, deren Landes- und Bundesvorstand er angehörte. Den AWO-Ortsverband Eckenheim leitete er zeitweise ebenso wie die SPD Eckenheim, die Johanna-Kirchner-Stiftung oder den Vereinsring Preungesheim/Eckenheim. Auch im Musikverein Lyra und Viktoria Eckenheim war er aktiv.

Als der Vereinsring mit der Vorbereitung für die 1995 anstehende Feier zum 1200-jährigen Bestehen Eckenheims begann, war Martin Zahn in der Planungsgruppe mit dabei. Aus dieser Gruppe entstand 1995 der Heimatverein, dessen Vorsitz Zahn übernahm.

„Wir sind uns immer wieder über den Weg gelaufen und haben in den verschiedensten Vereinen und Organisationen zusammengearbeitet“, erinnert sich Oskar Pfreundschuh. „Mein frühestes Erlebnis war in den Wahlkämpfen 1961. Zahn war in der SPD, ich in der CDU. Das politische Klima jener Zeit war oft vergiftet. Aber wir in Eckenheim, die wir uns alle kannten, halfen uns gegenseitig beim Wahlkampf.“ Zerstörte Plakatständer der SPD habe die CDU repariert und umgekehrt.

Mehrfach wurde Zahn für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, angefangen 1976 von der Römerplakette in Bronze – die er 1986 in Gold erhielt – über das Bundesverdienstkreuz am Bande 1985 und den Ehrenbrief des Lands Hessen 1995 bis zur Ehrung für 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft im Jahr 2006.

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