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Angelika und Bernd Schneider haben eine Bürgerinitiative für sichere Gehwege gegründet. Wie notwendig das ist, zeigt sich in der Leerbachstraße, wo Autos und Fahrräder den Gehweg versperren. 

Verkehr 

Frankfurter Ehepaar wehrt sich gegen E-Scooter und Räder auf Gehwegen

Ein Ehepaar aus Frankfurt Westend empfindet die Fußgängerwege zunehmend als Kampfzone, in der Fußgänger das Nachsehen haben. Das wollen die beiden nicht länger hinnehmen. Sie haben sich mit bislang 40 Gleichgesinnten zusammengeschlossen zur "Initiative für sichere Gehwege".

Frankfurt - Sie wollen nicht länger hinnehmen, den knappen Platz auf den Fußwegen in ihrem Stadtteil mit Radfahrern und E-Scootern teilen zu müssen. Angelika (67) und Bernd Schneider (70) wohnen im Westend und sind gerade dabei eine Bürgerinitiative zu gründen: Die "Initiative für sichere Gehwege". Mit den Zuständen auf Frankfurter Gehwegen kennen sich die Schneiders offenkundig gut aus.

Frankfurt: Paar kämpft gegen E-Scooter und Fahrräder "Unerträglich"

"Wir haben kein Auto und kein Fahrrad, sind sehr viel zu Fuß in der Stadt unterwegs und stellen fest: Die Inanspruchnahme der Fußgängern vorbehaltenen Bereiche ist mittlerweile unerträglich", sagt Angelika Schneider. 

Radfahrer und E-Scooter-Lenker nutzten, wenngleich unerlaubt, die Fußwege. "Da hat man schon mal einen Lenker in den Rippen. Die Fußwege sind längst kein sicherer Raum mehr für Fußgänger."

Paar aus Frankfurt ist genervt von Tischen und Stühlen 

Als reichte das noch nicht aus, kommt aus ihrer Sicht ein weiteres Problem hinzu: Die Tische und Stühle der Außengastronomie. "Gerade im Grüneburgweg ist der verbleibende Streifen für Fußgänger dann so schmal, dass zwei Personen nur mühsam aneinander vorkommen. Kommt mir jemand mit einem Kinderwagen oder Rollator entgegen, muss ich warten, bis die Person die Engstelle passiert hat, bevor ich weitergehen kann", so Angelika Schneider. 

Auf die Fahrbahn auszuweichen, hält sie für keine gute Idee, ebenso wenig wie die Möglichkeit, in solchen Situationen die Straßenseite zu wechseln. Dafür sei der Grüneburgweg zu stark befahren. Dass Fußwege häufig von Autos zugeparkt sind, verschärfe die Lage zusätzlich. "Ich fühle mich als Fußgänger in der Stadt benachteiligt", so Schneider.

Die Idee mit der Bürgerinitiative sei ihr und ihrem Mann gekommen, als Freunde und Bekannte von ähnliche Erfahrungen auf Frankfurts Fußwegen berichteten. "Es kann nicht sein, dass wir als Fußgänger uns jedes Mal, wenn wir vor die Tür gehen, unsicher oder unwohl fühlen. Deshalb wollen wir uns zusammentun, um uns als Gruppe Gehör in Politik und Verwaltung zu verschaffen", sagt Angelika Schneider.

Ordnungsamt der Stadt Frankfurt soll Regeln durchsetzen

Den ersten Schritt haben sie und ihr Mann Bernd bereits getan: Sie haben an die Römer-Fraktionen, ans Ordnungs- und ans Straßenverkehrsamt geschrieben, die Probleme geschildert und ihre Schlussfolgerung mitgeteilt: "So wird der "Verkehrsbereich" von Fußgängern massiv eingeschränkt, besonders alte Menschen, Kinder und Behinderte werden gefährdet. 

Wir fordern die Verantwortlichen der Stadt Frankfurt auf, die geltenden Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung strikt durchzusetzen, um die Sicherheit auf den Frankfurter Gehwegen zu gewährleisten, das bedeutet, sie den Fußgänger/innen zurückzugeben." An die 40 Gleichgesinnte hat nach Angaben von Bernd Schneider die noch junge Initiative.

Wer interessiert ist, sich ihr anzuschließen, kann telefonisch Kontakt aufnehmen mit Angelika und Bernd Schneider, unter (0 69) 55 15 14. Das rührige Ehepaar sagt, man warte nun die Reaktionen von Ordnungs- und Straßenverkehrsamt sowie der Römer-Parteien auf ihre schriftliche Beschwerde ab. "Davon hängt ab, ob wir eine der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses nutzen werden, um uns dort unter breiter Beteiligung unserer Mitstreiter Aufmerksamkeit zu verschaffen." Sylvia A. Menzdorf 

Indes hat sich die Stadt Frankfurt auf ein Verkehrskonzept für Radfahrer geeinigt. 

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