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Olaf Cunitz, Werner Skrypalle, Stephan Siegler, Jürgen Burg und Sittler-Enkel Elias Negellin freuen sich über die Namensgebung.

Ehre für einen echten Fechenheimer

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Helmut Sittler engagierte sich auf viele Arten in seinem Stadtteil, war unter anderem Vorsitzender dreier Vereine. Die Stadt hat ihn nun auf besondere Weise geehrt und benennt nach ihm einen Teil des Fechenheimer Mainufers.

So groß ist die Menschenmenge, die sich vor dem Clubhaus des Frankfurter Ruder-Club Fechenheim eingefunden hat, dass auf der Uferpromenade kein Durchkommen mehr ist. Sie ehren einen echten Fechenheimer, der sich vor allem im Vereinsleben einen Namen gemacht hat: Helmut Sittler. Er leitete den Ruder-Club, den Vereinsring und die TSG-Fechenheim, organisierte die 1977 stattfindende 1000-Jahr-Feier. Jetzt trägt ein Teil des Mainufers seinen Namen.

Eine gute Wahl habe der Ortsbeirat bei der Namensfindung getroffen, denn nach Helmut Sittler sei nun einer der schönsten Orte Frankfurts benannt, sagt Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) bei der Feier

zur Benennung der Helmut-Sittler-Promenade. „Er hat sich unglaublich verdient gemacht für den Ruderverein, ja für alle Vereine im Stadtteil.“

Der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) verweist darauf, dass Sittler nicht nur am 25. Mai 1928 im Stadtteil geboren wurde, als 16. „Frankfurter“ in Fechenheim, kurz nach der Eingemeindung. Er habe hier auch gearbeitet: bei Cassella.

„Mein Vater besuchte die Fechenheimer Volksschule. Sein Lehrer empfahl ihn für die weiterführende Schule. Doch wegen der Kriegswirren konnte er sein Abitur nicht machen“, erzählt Helmut Sittlers Sohn, Thomas Sittler. Im Zweiten Weltkrieg war er an der Westfront und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Heimkehr begann er eine Banklehre und arbeitete zunächst in Frankfurt bei der Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. 1951 wechselte er zu Cassella, als Leiter der Finanz-Abteilung, wo er bis zu seiner Pensionierung 1989 blieb.

Seine Vereinslaufbahn begann beim Ruder-Club, dem er mit 14 Jahren beitrat. 1949 rückte er in den Vorstand auf. Mitte der 1960er Jahre übernahm er den Vorsitz, den er bis 1972 innehatte. 1970 rief er den Fechenheimer Vereinsring, den „Arbeitskreis Fechenheimer Vereine“, ins Leben, dessen Vorsitz er bis 1995 übernahm. Auch gründete er 1980 den Stadtverband der Vereinsringe. Bei der TSG war er Vorsitzender, von 1978 bis 1992.

Ein Höhepunkt war die Organisation der 1000-Jahr-Feier im Stadtteil, die Sittler federführend leitete. Aus diesem großen Fest entstand das Fischerfest, erinnert sich Sittlers Nachfolger als Vorsitzender der TSG, der frühere Ortsvorsteher Wolfgang Ringelstetter.

Für sein ehrenamtliches Engagement erhielt Helmut Sittler unter anderem die Bürgermedaille der Stadt Frankfurt, den Ehrenbrief des Landes Hessen und den Verdienstorden der Bundesrepublik. Er starb im Februar 2010 im Alter von 81 Jahren.

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