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Ehrenbürgerin Petra Roth als Zukunftsgestalterin gefeiert

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Höchst offiziell: Petra Roth hält ihre Ehrenbürgerurkunde gemeinsam mit Oberbürgermeister Peter Feldmann. Jetzt gibt es 28 Ehrenbürger der Stadt Frankfurt.
Höchst offiziell: Petra Roth hält ihre Ehrenbürgerurkunde gemeinsam mit Oberbürgermeister Peter Feldmann. Jetzt gibt es 28 Ehrenbürger der Stadt Frankfurt. © Bernd Kammerer (Pressedienst Kammerer, 60431 Fra)

Petra Roth ist als zweite Frau überhaupt zur Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt ernannt worden. Die Auszeichnung überreichte ihr am Freitag ihr Nachfolger Peter Feldmann (SPD) in der Paulskirche.

Wer wissen wollte, was der früheren Oberbürgermeisterin und neuen Ehrenbürgerin der Stadt Frankfurt wichtig ist, der musste nur am Freitag in der Paulskirche schauen, wer auf den Plätzen um sie herum saß, als Petra Roth die Urkunde zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde erhielt: ihre Söhne Claudius und André mit den Schwiegertöchtern und allen Enkeln. Eine Frankfurter Familie. „Die Geburtsstadt meiner Kinder und meiner Enkelkinder macht mich, die eingeplackte Hanseatin, zur Ehrenbürgerin; das bewegt mich tief. Meine Heimat ist Bremen, mein Zuhause ist Frankfurt“, sagte sie. Eine „gewisse Nervosität“ sah man ihr an, das hätte sie gar nicht betonen müssen.

"Nie aufgedrängt"

Ihr Nachfolger, Oberbürgermeister Peter Feldmann, hatte zuvor ihr Wirken umrissen, mit dem sie das „Lebensgefühl“ in Frankfurt verändert habe. „Parteibücher galten ihr wenig.“ Menschen für die richtigen Lösungen habe die CDU-Politikerin gesucht. „An vielen Stellen der Stadt erkennt man ihren Einfluss auf Entscheidungen“, und der SPD-Mann nannte als Beispiel „die schönste Uferpromenade Deutschlands“. Sie habe sich nie aufgedrängt, aber sie sei immer dagewesen, sagte er. „Frankfurt ist immer sehr sparsam mit dieser Auszeichnung umgegangen“, erinnerte Feldmann. Petra Roth ist, nach Trude Simonson, erst die zweite Frau. Und sie steht nun mit drei weiteren früheren OB, von Miquel, Adickes und Wallmann, in einer Reihe.

Trude Simonsohn war ebenso Gast der Verleihung wie Ehrenbürger Friedrich von Metzler, die Plätze in der Paulskirche waren mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur gut gefüllt. Die Laudatio hielt Alfred Grosser, der in Frankfurt geborene, 1933 nach Frankreich emigrierte Publizist. Er begann launig, in Anspielung auf 17 Jahre Amtszeit (von 1995 bis 2012) als Oberbürgermeisterin: „Drei Jahre mehr als Adenauer, eines mehr als Kohl. Frau Merkel kann noch hoffen.“ Heute werde nicht nur die Politikerin ausgezeichnet, sagte Grosser, sondern mehr noch die Bürgerin, die immer noch überall dort dabei sei, wo es um Zukunftsweisendes gehe. Das machten ihre Ehrenämter in Stiftungen deutlich. In der Ehrenurkunde heißt es auch: „Sie gestaltet bis heute die Zukunft Frankfurts.“

Standhaft, prinzipienfest

Grosser erinnerte an einige seiner Begegnungen mit Petra Roth und lobte ihren Einsatz für Opfer des Nazi-Regimes ebenso wie für das Land Israel. Er beschrieb sie als standhaft und prinzipienfest. Zuwanderung habe sie immer als Chance erkannt. Grosser zitierte einen Satz von Roth: „Wer in dieser Stadt lebt, gehört zu uns.“

In ihrem Dank sagte Petra Roth, sie wolle sich mit guten Ratschlägen an die jetzt politisch Verantwortlichen in der Stadt zurückhalten, aber einen zarten Hinweis wolle sie doch geben: „Treffen Sie Ihre Entscheidungen im Geist der Kunst und der Künstler. Kultur ist Identitätsbildung.“ Frankfurt sei eine der erfolgreichsten europäischen Städte, eine urbane Denk- und Kommunikationszentrale. Das müsse bewahrt werden. Zugleich, sagte sie, freue sie sich auf eine lebendige Altstadt, die Feldmann nächstes Jahr eröffnen könne. Mit Blick auf die Weltlage sagte Petra Roth, die auch Ehrenbürgerin von Tel Aviv ist, sie halte nichts davon, Brücken abzubrechen.

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