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Keine Regeln, eine unbestimmte Anzahl an Spielern, das ist Lelo. Im Südwesten Georgiens ist das Spiel, eine Mischung aus Wrestling und Rugby, bei der alle Mittel erlaubt sind, ein großes Spektakel und wird im Dorf Shukhuti jeden Ostersonntag im Gedenken an die Toten gespielt.

Frankfurter Buchmesse

Ehrengastland der Buchmesse: Georgien, das unbekannte Land

Wussten Sie, dass in Georgien die ältesten bisher entdeckten Europäer gelebt haben? Oder das in der Stadt Tschiatura Seilbahnen wie Wäscheleinen über die Stadt gespannt sind? Das Ehrengastland der Buchmesse kann mehr als nur Literatur. Wir haben die zwölf verblüffendsten Fakten über Georgien zusammengefasst.

„Es ist Zeit, tonnenweise neue Dinge aus dem kleinen Land Georgien kennenzulernen“, wirbt der Film „Georgia made by Characters“ für den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Denn für viele Menschen ist die ehemalige Sowjetrepublik am Rande des Kaukasus völlig unbekannt. Zu Unrecht, denn sowohl literarisch, kulturell als auch landschaftlich hat das Land einiges zu bieten.

1 Zunächst zur schönsten Nebensache der Welt: Fußball. Der ehemalige Trainer der georgischen Nationalmannschaft, Kachaber Zchadadse, hat von 1993 bis 1996 für Eintracht Frankfurt gespielt, wo der Verteidiger schnell Stammspieler wurde.

2 Wer meint, sich mit Bier und Wein gepflegt einen hinter die Binde gießen zu können, erntet in Georgien nur ein müdes Lächeln. Aufgrund der geringen Prozentzahl gelten Bier und Wein dort nicht als alkoholische Getränke. Dafür sind die Georgier aber überzeugt, den Wein erfunden zu haben. Denn Archäologen haben dort die ältesten Weinproduktionen der Welt aus dem Jahr 6000 vor Christus entdeckt. Das georgische Wort für Wein ist Ghvino. Das beliebteste alkoholische Getränk ist hingegen Chacha, ein selbstgebrannter Trauben-Wodka.

3 Doch mit der ältesten Weinproduktion ist noch nicht genug. Auch die georgische Sprache zählt zu den ältesten Sprachen der Welt – und zu den schwierigsten. Sie gehört zur kartwelischen Sprachgruppe, die völlig eigenständig besteht. Um Georgisch zu schreiben, werden Schriftzeichen namens Mchedruli verwendet, insgesamt gibt es 33 Buchstaben. Das georgische Alphabet zählt ebenfalls zu den ältesten der Welt.

4 1999 wurde in der Stadt Dmanissi in Georgien ein Schädel geborgen. Das bisher älteste Fossil eines Menschen, das außerhalb Afrikas gefunden wurde. Der europäische Frühmensch ist rund 1,8 Millionen Jahre alt.

5 Heute leben in Georgien etwa 26 verschiedene Ethnien. Das Land erstreckt sich zudem über zwei Kontinente, umfasst zwölf verschiedene Klimazonen und verfügt über 49 verschiedene Bodenarten.

6 Georgier sind sehr gastfreundlich. Ein Gast wird als Geschenk Gottes betrachtet.

7 Georgien ist das Land der polyfonen Musik, die sich unabhängig von Europa und Russland entwickelt hat und ein eigenes Notensystem und eigene Tonlagen besitzt. Aufgrund dieser Besonderheit wurde die polyfone Musik zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

9 Im Arabika-Massiv, im Westen von Georgien in der Region Abchasien, liegt eine der tiefsten Höhlen der Welt. Die Krubera-Höhle, auch Woronja-Höhle genannt, ist 2197 Meter tief. Der ukrainische Taucher Gennadi Samokhin stellte mit seinem 27-tägigen Abstieg zum tiefsten Punkt der Höhle den derzeitigen Weltrekord auf. 1960 wurde die Kalksteinhöhle von georgischen Forschern entdeckt.

10 „Dzala ertobashia“ lautet das Motto Georgiens und bedeutet übersetzt: „Zusammen ist man stärker.“

11 Am 18. November 1983 versuchten sieben junge Georgier, eine Linienmaschine der Aeroflot auf dem Flug von Tiflis nach Leningrad mit Waffengewalt zur Landung in der Türkei zu zwingen, um der Sowjetunion zu entfliehen. Die Entführer wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch einige Flugzeugpassagiere starben. Bis heute gehen die Meinungen auseinander, ob die Gruppe Helden oder Terroristen waren.

12 In der Stadt Tschiatura sind manche Strecken nur mit 60 Jahre alten Seilbahnen zu bewältigen. Die Routen für den Personenverkehr sind insgesamt sechs Kilometer lang. Die Seilbahnen sind ein Erbe aus der Sowjetzeit. Sie wurden gebaut, um den Abbau von Mangan zu erleichtern.

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