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?Die Orestie? ist eine Tragödie des griechischen Dichters Aischylos. Schüler der neuen gymnasialen Oberstufe am Riedberg haben das Werk, das in der klassischen Antike geschrieben wurde, in Szene gesetzt. Sie präsentieren ihre Inszenierung bei den 35. Frankfurter Schultheater-Tagen, die jetzt starteten.

35. Frankfurter Schultheater-Tage

Die eigenen Stärken entfalten

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Die 35. Frankfurter Schultheater-Tage haben begonnen. Das Schultheaterstudio auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schulen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Ein Wechsel der Leitung steht demnächst bevor.

Der griechische Dichter Aischylos (525 – 456 v. Chr.) schrieb sein Werk „Die Orestie“ zwei Jahre vor seinem Tod. Die Tragödie ist die Grundlage der gleichnamigen Inszenierung von Schülern der neuen gymnasialen Oberstufe am Riedberg, einer Außenstelle der Max-Beckmann-Schule. Spektakulär präsentieren sich die Mitglieder dieser Theatergruppe bei ihrem Kurzauftritt auf der Bühne des Schultheaterstudios. Sie tragen große Masken, die Angst und Erschrecken ausdrücken. Verstärkt wird dies noch durch ihre Körpersprache und dramatische Musik, die im Hintergrund läuft.

Knapp fünf Minuten dauert die Präsentation. Sie soll Lust machen auf die komplette Inszenierung, die die Gymnasiasten am Dienstag, 21. Juni, ab 16 Uhr im Schultheaterstudio zeigen werden. Anlass sind die 35. Frankfurter Schultheater-Tage. Zum Start des Festivals präsentieren sich die teilnehmenden Gruppen, insgesamt 16 Schulensembles, mit kurzen Ausschnitten aus ihren Produktionen. Sie zeigen einen Querschnitt von dem, was die Besucher der Veranstaltung noch bis zum 27. Juni erwartet. Eines wird sofort bei allen Teilnehmern sichtbar: Sie haben Spaß am Theaterspielen und schlüpfen gerne in eine andere Rolle.

Seit langer Zeit wird das Festival, das im Jahr 1981 erstmals veranstaltet wurde, wieder im Schultheaterstudio organisiert, das sich auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schulen I und II, Hammarskjöldring 17 a, befindet. Anlass ist das 25-jährige Bestehen, das die Einrichtung mit ihrem theaterpädagogischen Zentrum in diesem Jahr begeht. Offiziell gefeiert wird dieses Ereignis am 8. Oktober.

„Am Anfang stand die Idee, die Schultheatergruppen in Frankfurt zu unterstützen, beispielsweise mit Technik und mit Gastauftritten im Schultheaterstudio“, sagt Joachim Reiss. Er ist Mitbegründer und Leiter der Einrichtung, deren Träger der Verein Kreidekreis ist. Habe das Kernteam in den Anfängen aus drei Mitarbeitern bestanden, seien es heute neun Festangestellte sowie Freiwillige, die die Arbeit des Schultheaterstudios unterstützen.

Die Ziele der Arbeit sind klar definiert: „Wir entwickeln jedes Jahr neue Projekte“, sagt Reiss. Die Arbeit umfasst regelmäßige Angebote zur theaterpädagogischen Fortbildung, beispielsweise für Lehrer, Theaterworkshops für alle Jahrgangsstufen, Workshops, bei denen das Thema Prävention im Mittelpunkt steht, aber etwa auch Theaterferien für Kinder. Außerdem gibt es verschiedene Kooperationen. Die Einrichtung beteiligt sich auch an Programmen wie „Theater und Schule“, kurz Tusch. Mit diesem Projekt etwa wird der Kontakt zwischen Schulen, Theatern und Theaterpädagogen hergestellt.

„Unser langfristiges Ziel ist es, Theater als festes Fach an Schulen zu etablieren“, betont Reiss. Das Theaterspiel sei eine eigene Kunstform, die bei Kindern und Jugendlichen eine ästhetische Bildung ermögliche. Das Spiel auf der Bühne stärke zudem die Sozialkompetenzen und das Selbstbewusstsein der Mädchen und Jungen, außerdem eröffne es neue Sichtweisen.

Reiss wird die Leitung des Schultheaterstudios voraussichtlich in den kommenden Wochen an seine Kollegin Elke Mai-Schröder abgegeben. „Ich plane, in den Vorruhestand zu gehen“, verrät er. Mai-Schröder ist aktuell zuständig ist für die theaterpädagogische Arbeit im Bereich Fortbildung.

Die Wirkung des Theaterspiels ist vielfältig. Hier können nicht nur die eigenen Stärken entfaltet werden, es lässt die Teilnehmer auch eintauchen in die Welt der Literatur, Geschichten und Märchen. Das zeigen auch die vielfältigen Inszenierungen, die dieses Mal zu den Schultheater-Tagen auf die Bühne gebracht werden.

Die Theatergruppe der Ernst-Reuter-Schule I etwa bringt den Literaturklassiker „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann (1776 – 1822) in einer zeitgemäßen Fassung auf die Bühne. Schüler der Carl-Schurz-Schule setzen sich mit der Frage „Was ist Glück?“ auseinander. Auch Märchen werden neu in Szene gesetzt etwa von der Europäischen Schule, die das Stück „Die gestiefelte Katze“ zeigt.

Alle Infos zum kompletten Programm des Festivals gibt es unter im Internet.

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