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Ein Adventsmarkt auf leisen Socken

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Gabi Metz schaut sich die selbst gestrickten Socken an, die Iris Knecht am Stand der Martinusgemeinde verkauft.
Gabi Metz schaut sich die selbst gestrickten Socken an, die Iris Knecht am Stand der Martinusgemeinde verkauft. © Maik Reuß

Ein Aufruf zum Stricken war der Auslöser: Die Schwanheimer Martinusgemeinde und TuS wagen Neues.

Handgestrickte Socken für Kinder und Erwachsene hängen dekorativ an einer kleinen Holzhütte auf dem Gelände der evangelischen Martinusgemeinde. Zusammen mit der Turn- und Spielvereinigung (TuS) 1872 Schwanheim hat die Kirchengemeinde am 4. Adventswochenende zu einem Jubiläums-Adventsmarkt geladen: Die Martinusgemeinde besteht seit 111 Jahren, die TuS seit 150 Jahren. Kurzerhand haben sich beide für den Adventsmarkt zusammengetan. Mit dabei sind der Heimat- und Geschichtsverein, die Turngemeinde (TG) Schwanheim und die Familienkirche St. Mauritius der katholischen Pfarrei St. Jakobus.

Schon im Sommer ging es los

Die handgestrickten Socken gehen zurück auf eine Initiative von Gemeindemitglied Jutta Dieckwisch: Bereits im Sommer wurde ein Aufruf gestartet, um die Arbeit mit armen und obdachlosen Menschen an der Hauptwache, einem Hilfsprojekt der Evangelischen Stadtkirche St. Katharinen, zu unterstützen. „Mit Blick auf unser 111-jähriges Bestehen haben wir dazu aufgerufen, 111 Socken zu stricken“, sagt Cäcilie Blume, die Pfarrerin der Martinusgemeinde. Zwar sei die Aktion zunächst eher zurückhaltend angelaufen, dies habe sich dann aber zum Herbst geändert. „Auch unser Woll-Laden aus Schwanheim hat sich beteiligt und Werbung für das Projekt gemacht, und wir freuen uns sehr, dass für die Aktion nun 246 Socken, also insgesamt 123 Paar, gestrickt wurden.“

Und die sind bei den Besuchern des Adventsmarkts beliebt. Kein Wunder, denn bei den derzeit kalten Temperaturen kommt so etwas gut an. Je nach Schuhgröße kosten die Socken 5 bis 15 Euro pro Paar. „Ich finde es toll, dass so eine Handarbeit noch immer so gefragt ist“, sagt Iris Knecht, die für eine Stunde den Standdienst übernommen hat.

Großen Absatz finden auch die Mineralien und Fossilien, die Bernd Georg, Leiter der Badminton-Abteilung der TuS Schwanheim, am Stand feilbietet. Während er die Fossilien selbst gesucht hat, stammen die Mineralien wie Rosenquarze, Achate oder Amethyste aus der ehemaligen Sammlung des Apothekers „Pröbchen“ Schlarb. Der Erlös aus dem Verkauf soll in die Arbeit der Badminton-Abteilung fließen.

Bernd Georg erzählt, dass die TuS ursprünglich die Idee hatte, zum Vereinsjubiläum einen Adventsmarkt im Hof des Wilhelm-Kobelt-Hauses zu organisieren, sozusagen in Erinnerung an frühere Zeiten: Vor mehr als 40 Jahren sei der Weihnachtsmarkt genau dort gefeiert worden. „Wir wollten das zum Jubiläum wieder aufleben lassen“, sagt er. Doch weil dort immer noch Bau-Container stünden, sei dies nicht realisierbar gewesen. Als sie erfahren hätten, dass auch die Martinusgemeinde ihr 111-Jähriges feiere, habe man Kontakt aufgenommen und sich zusammengetan.

Aus dem Saal des Gemeindehauses ertönt am Samstag Klaviermusik. Dort spielt Manfred Paprotzki weihnachtliche Melodien. Er ist einer von denen, die sich an der offenen Bühne beteiligen: „Wir haben für die zwei Tage ein richtiges musikalisches Programm“, sagt Pfarrerin Blume. Mit dabei sind etwa der Schulchor der Minna-Specht-Schule, die Big Band von St. Mauritius und Musiker von „Jazz am Park“ aus Goldstein.

Pfarrerin Blume freut sich über die gelungene Umsetzung des Jubiläums-Adventsmarkts: „Wir möchten keine Konkurrenz zum bestehenden Weihnachtsmarkt sein.“ Die Aktion sei einmalig. Für den Heimat- und Geschichtsverein ist es auch eine Möglichkeit, präsenter zu sein. Wegen der gerade abgeschlossenen Bauarbeiten am Wilhelm-Kobelt-Haus war das Heimatmuseum des Vereins dicht - und ist es noch. Die Vereinsvorsitzende Agnes Rummeleit sieht aber Licht: „Wir möchten im kommenden Frühjahr wiedereröffnen.“

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