Ingo Speier findet den Bierseidel mit Deckel, den Petra Berger (l.) ihm hier reicht, interessanter als das Weizenbierglas. Helene Grenz (r.) wird sich später für eines der Krönchen auf dem Tisch entscheiden - man geht nicht, ohne wenigstens etwas zu kaufen. FOTO: Maik Reuß
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Ingo Speier findet den Bierseidel mit Deckel, den Petra Berger (l.) ihm hier reicht, interessanter als das Weizenbierglas. Helene Grenz (r.) wird sich später für eines der Krönchen auf dem Tisch entscheiden - man geht nicht, ohne wenigstens etwas zu kaufen.

Schnäppchenjagd in Frankfurt

Ein Bummeln in sonniger Nachbarschaft

  • Holger Vonhof
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Der 2. Höfeflohmarkt in Schwanheim war ein voller Erfolg: Noch mehr Teilnehmer als bei der Premiere

Helene Grenz und Ingo Speier sind extra von Höchst herübergekommen nach Schwanheim, um an diesem sonnigen Samstagmittag durch die Straßen zu spazieren und zu stöbern: Der Höfeflohmarkt hat sie angezogen, und organisiert hat ihn eine Freundin der beiden: Petra Berger. Schon im vergangenen Jahr hat die Schwanheimerin trotz Corona den Versuch gestartet, einen Höfeflohmarkt in ihrem Stadtteil auf die Beine zu stellen. "Da waren es an die hundert Aussteller; diesmal sind wir drüber", sagt sie - und strahlt. Gemeinsam mit zwei Nachbarinnen hat sie ihre Schätze im Garten der Hainbuchenstraße 50 aufgebaut. Die drei Damen blinzeln in die Sonne und trinken Kaffee, während die Besucher zuhauf kommen. Auch Helene Grenz und Ingo Speier schauen vorbei.

Bierkrüge gehen eigentlich immer

Eine ganze Reihe irdener Bierseidel, ein paar Wein-Römer und auch einige Weizenbiergläser hat Petra Berger aussortiert. Außerdem hat sie drei bunt bemalte Deko-Holzenten, Kerzen, einen Obstkorb oder auch drei Prinzessinnenkrönchen, die sie gerne an neue Besitzer vermitteln möchte. Speier hat einen Bierkrug mit Zinndeckel entdeckt, der ihm gefällt. Auch ein Flaschen-Stopfen mit Frosch-Motiv gefällt ihm; er und Petra Berger werden schnell handelseinig. Helene Grenz hingegen kauft eines der Krönchen: Stehrümchen gehen halt immer.

Der strahlende Sonnenschein dieses Samstags führt dazu, dass die Flohmarktbesucher strömen. Höfeflohmarkt bedeutet: Jeder Teilnehmer bietet seine Dachboden- oder Keller-Schätze auf seinem eigenen Grundstück an. Petra Berger und diverse "Austragehelfer" haben an alle, die sich angemeldet hatten, ein "Starter-Paket" ausgeteilt - mit den Corona-Spielregeln, einem Hinweisschild und bunten Luftballons. Die Luftballons befestigen die Teilnehmer an ihren Hof- oder Garten-Eingängen, um den Herumlaufenden zu zeigen, dass es hier Gelegenheit zum Stöbern gibt.

"Nicht warten, bis es einer macht"

Abgeschaut hat sich Petra Berger das mit den Luftballons in Dieburg. Dort war sie vergangenes Jahr selbst Besucherin auf einem Höfeflohmarkt - und von dem Konzept so angetan, dass sie so etwas auch in Schwanheim haben wollte. Also ergriff sie selbst die Initiative: "Man sollte nicht immer warten, bis es einer macht." Wer wollte, konnte sich an den Luftballons orientieren; wem das zu konfus war, der konnte auch per E-Mail eine Teilnehmerliste anfordern. "Ich habe rund 100 PDFs verschickt", sagt Petra Berger. Einen großen Schub habe die Social-Media-Unterstützung der Schwanheimerin Cornelia Christoph gebracht.

Die gute Nachbarschaft habe ihr Übriges beigetragen, und das Interesse war groß: "Der erste hat schon um halb neun geklingelt. Da hatte ich noch keinen Kaffee, berichtet Petra Berger. Offiziell war von 10 bis 16 Uhr geöffnet. "Einige, die letztes Jahr nur herumgebummelt sind, waren dieses Jahr als Teilnehmer dabei", berichtet die Organisatorin. Ihr Resümee nach dem Flohmarkt: "Es ist mega-gut gelaufen. Viele haben sich bedankt. Ich denke mal, das machen wir 2022 wieder."

Holger Vonhof

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