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Ein Eintracht-Fan gibt im Stadion den Ton an

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Von: Enrico Sauda

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Daniel Wolf ist durch und durch Eintracht-Fan - schon aus Familientradition. Heute Abend sagt er wieder die Aufstellungen der Teams an und hoffentlich die zahlreichen Torschützen der Eintracht, wenn es gegen den VfL Bochum geht.
Daniel Wolf ist durch und durch Eintracht-Fan - schon aus Familientradition. Heute Abend sagt er wieder die Aufstellungen der Teams an und hoffentlich die zahlreichen Torschützen der Eintracht, wenn es gegen den VfL Bochum geht. © Peter Hartenfelser

Daniel Wolf nennt Spielernamen und führt durch die Pause

Frankfurt -Für den 36-Jährigen ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Heute Abend, wenn die Eintracht gegen Bochum daheim antritt, wird es Daniel Wolf sein, der die Spielernamen nennt, der den Spielstand bekannt gibt und der durch die Pause führt. Denn er ist der neue Stadionsprecher.

Sein Vorgänger Bartosz Niedzwiedzki, jetzt Pressesprecher der Eintracht, sprach ihn vor zwei Jahren an, berichtete dass er intern wechseln werde. Ob er, Wolf, nicht Lust habe, Stadionsprecher zu werden. Und ob er hatte. Da hat Niedzwiedzki genau den Richtigen gefragt, denn Wolf ist Eintracht-Fan durch und durch. Und das in dritter Generation. Er sagt von sich selbst, dass er ein Kind der Kurve sei, das nun vor der Kurve steht. Wolf kennt die Eintracht als Anhänger und auch vom Arbeiten her. „Ich bin seit 2017 als freier Moderator bei der Eintracht beim TV, Radio und einigen Events dabei“, erzählt der Vater zweier Kinder, der mit einigen Spielern und vielen Funktionären per Du ist und vielen auch bekannt sein dürfte, weil er den Spielertalk in der VIP-Lounge machte - bis Corona kam.

Aber seine ganz persönliche Eintracht-Geschichte reicht noch viel weiter zurück. Noch bevor der kleine Daniel richtig laufen konnte, war er schon regelmäßiger Besucher bei den VIPs. Sein Großvater hatte eine Würstchenbude in der Nähe des Stadions. „Er hat so etwas wie eine Eintracht-Dynastie in unserer Familie gegründet“, so Daniel Wolf. Dann kamen sie auf die Idee, für die Eintracht zu arbeiten. Das taten sie dann auch. Daniel Wolfs Mutter, seine Tante und seine Großmutter arbeiteten bei den VIPs. Von 1974 bis 2001. „Schon als Kind haben sie mich immer mitgenommen zu den Spielen. Ich konnte gar nicht anders, ich musste Eintracht-Fan werden. Wir haben wirklich die Eintracht-DNA im Blut“, sagt Daniel Wolf. „Wenn ich Fan eines anderen Vereins geworden wäre, hätte mich meine Familie sicher verstoßen“, scherzt er.

Die Gefahr hat aber nie bestanden. Ganz im Gegenteil. „Ich war Vorsitzender des Eintracht-Fanclubs ’EFC Bembelritter’ in Dreieich“, so Wolf, der aus Dreieich stammt und vor etwas mehr als zehn Jahren nach Frankfurt zog. Erst wohnte er in Bornheim. Nun lebt er in Schwanheim. „Heute noch schauen meine Oma und meine Mutter sich jedes Eintracht-Spiel zusammen an“, weiß Wolf. Und eines ist eh klar: „Sie sind super stolz, dass sie ihren Bub da im Stadion sehen“, freut sich Wolf, der Medienwissenschaften studierte und im Hauptberuf Immobilienmakler ist.

Mit dem Job des Stadionsprechers geht für ihn ein Kindheitstraum in Erfüllung. Und er ist und bleibt Fan. War auch bei allen Heimspielen dabei, bei unzählbaren Auswärtspartien und - klar - auch beim Pokalfinale und beim Europa-League-Endspiel. Bei letzterem schon in seiner Funktion als Stadionsprecher, „weil es dort erlaubt ist, dass die beiden Vereine ihren Stadionsprecher mitbringen. Und da darfst du dann auch die Tordurchsagen machen“, sagt er.

Sein erstes Spiel als Stadionsprecher war ein Testspiel in der Vorbereitungsphase zur Spielzeit 2021/22. Also zu einer Zeit, in der die Spiele ohne oder nur mit wenigen Zuschauern stattfanden, weil die Richtlinien während der Pandemie sich dauernd änderten. Mal verloren sich 300, mal 20 000 Zuschauer im Stadion. Deshalb sei er vor seinem ersten Match, das ausverkauft war, nicht so aufgeregt gewesen. Eines habe er aber unterschätzt, und das schon beim Spiel vor leeren Rängen. „Als ich das erste Mal da unten stand und auf dieses Stadion schaute... das ist schon sehr beeindruckend, das hatte ich nicht erwartet“, gibt Daniel Wolf zu.

Übrigens verfügt er über journalistische Erfahrung: Bevor er zur Eintracht kam, war er acht Jahre Reporter bei FFH. Damals kam er mit einer Produktionsfirma aus Mittelhessen zusammen, die für die Adlerträger arbeitet. So schließt sich der Kreis. enr

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