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Ein runder Tisch soll’s richten

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Schlägt Alarm: die Kinderbeauftragte Daniela Wehrstein. Foto: Hamerski
Schlägt Alarm: die Kinderbeauftragte Daniela Wehrstein. © Hamerski

Uhlandschule fehlt genügend Platz und eine Mensa

Ein Runder Tisch soll die über die zügige Erweiterung der Uhlandschule wachen. Diese Forderung will mindestens eine große Mehrheit des Ortsbeirats 4 (Ostend, Bornheim) in seiner nächsten Sitzung am Dienstag verabschieden. Denn Grüne, SPD, CDU und FDP haben den Runden Tisch überfraktionell beantragt.

Zuzug aus dem Ostend mit vielen Neubauten

Den Ortsbeiratsmitgliedern stecken wohl auch noch die eindrücklichen Schilderungen von Schulleiterin Friederike Linzenmeier in den Knochen. Die hatte erst im Frühjahr berichtet, wie eng es in der Schule ist. Aufgrund der Zuzüge ins Ostend mit seinen vielen Neubauten drängen immer mehr Schüler in die Grundschule - weil sich der Bau einer weiteren vierzügigen Grundschule im Stadtteil verzögert. Hinzu kommt, dass immer mehr Schüler die Ganztagsbetreuung nutzen, doch hat die Uhlandschule bis heute noch keine Mensa.

„Die Schule platzt aus allen Nähten“, schildert Daniela Wehrstein, die Kinderbeauftragte der Stadt fürs Ostend. „Das wird sich auch nicht schnell lösen lassen.“ Als Mutter und Elternvertreterin kennt sie die Probleme hautnah. Die Probleme sind aber auch nicht neu - und die Stadt arbeitet auch schon länger an den Plänen für Abhilfe, auf Druck der Schule und auch nach mehreren Aufforderungen des Ortsbeirats.

Nach dem Prüfen mehrere Optionen hatte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im September angekündigt, die Stadt wolle sechs Klassenraum- und einen Mensa-Container auf dem Schulgelände aufstellen. Wo die Container aufgestellt werden können, werde noch geprüft, hatte Weber im Mai erklärt. Zumindest ab wann die Container genutzt werden können, hat der Magistrat kund getan: zum Schuljahresbeginn 2023/24, also in rund einem Dreivierteljahr. Allerdings: Dass das auch so kommt, da haben viele Mitglieder der Schulgemeinde aber weiter ihre Zweifel, wie zu vernehmen ist.

Dafür hat der Kinderbeauftragte Wehrstein Verständnis. Die Zweifel kämen aus der inzwischen großen Länge der Diskussion: „Dass etwas geschehen muss, ist zwar unstrittig, doch es geht ein Jahr ums andere ins Land und es geht doch nicht voran.“

Schon vor Jahren gewarnt

Schließlich kämpfe die Schule seit Jahren um mehr Platz, auch schon unter der vorigen Rektorin Ulrike Böttcher-Sagebiel. Diese hatte sogar schon lange vor der Sanierung des denkmalgeschützten Baus an der Ostendstraße 2016/17 auf die fehlenden Räume hingewiesen, vor allem für eine Mensa.

Den Runden Tisch, wie ihn nun der Ortsbeirat wohl von der Stadtregierung einfordern will, hat Daniela Wehrstein ins Spiel gebracht. „Es funktioniert gut, wenn man miteinander spricht und einen verbindlichen Zeitplan miteinander vereinbart“, erklärt die Kinderbeauftragte. Damit baue die Stadt nicht nur Vertrauen innerhalb der Schulgemeinde wieder auf. Auch könnten die Belange aller Beteiligten im direkten Gespräch schnell und reibungslos in Einklang gebracht werden. Die Vorzüge solcher direkten Gespräche kennt Wehrstein nicht nur als Elternbeirätin und Kinderbeauftragte sowie als ausgebildete Mediatorin. Sondern vor allem aus Erfahrung - so wie viele andere an der Uhlandschule.

Konflikte zwischen den Schülern

Die Schule habe „positive Erfahrungen mit einem Runden Tisch“ erst kürzlich gemacht, erinnert Daniela Wehrstein. Es sei vor allem in Pausen immer wieder zu Konflikten zwischen den Grundschülern und den erwachsenen Schülern der benachbarten Abendhaupt- und Abendrealschule gekommen. Zudem nutzen viele Nachbarn das Schulgrundstück als Abkürzung zwischen Ostend- und Hanauer Landstraße.

Am Runden Tisch hätten die beteiligten Ämter plus Schulleitungen und Vertreter der Schulgemeinden gemeinsam Lösungen erarbeitet. Inzwischen gebe es einen Zaun, der die Schulgelände trenne, sowie ein Tor darin, dass auch bei Bedarf geschlossen werden könne, erläutert Wehrstein.

Zwar stehe das Tor nun immer offen. „Aber die Grundschüler fühlen sich auf ihrem eigenen Hof nun geschützt.“ Und die Passanten seien achtsamer, da Tor und Zaun als sichtbare Symbole unterstrichen, dass die Abkürzung übers Grundschulgelände führe. Probleme zwischen Schülern gebe es auch fast nicht mehr.

Dem Beispiel folgend könne als nächstes auch der Runde Tisch für den Schulausbau gute Ergebnisse liefern, ist die Kinderbeauftragte überzeugt - und überhaupt endlich Ergebnisse für die Schule. „Wir kämpfen seit Jahr und Tag dafür.“ Dennis Pfeiffer-Goldmann

Der Ortsbeirat 4 tagt

Dienstag, 1. November, 19.30 Uhr, im Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24, Rose Schlösinger-Raum (Zugang nur mit medizinischer Gesichtsmaske)

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