Das war wohl nichts: Bettina Wiesmann und Axel Kaufmann konnten die Direktmandate für die CDU nicht verteidigen.
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Das war wohl nichts: Bettina Wiesmann und Axel Kaufmann konnten die Direktmandate für die CDU nicht verteidigen.

Wahl 2021

Bundestagswahl: Ein schwarzer Tag für die Frankfurter CDU

  • Thomas Remlein
    VonThomas Remlein
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Am Sonntag fand die Bundestagswahl 2021 statt. Die CDU in Frankfurt verliert beide Direktmandate, aber: "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen."

Frankfurt - Die CDU in Frankfurt hat bei der gestrigen Bundestagswahl 2021 eine schwere Niederlage erlitten. Ihre Verluste sind deutlich höher als der Stimmenrückgang der Bundes-CDU. Die bisher gehaltenen beiden Frankfurter Direktmandate gingen verloren. Während sich die amtierende Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis 183, Bettina Wiesmann, bescheidene Hoffnungen machen kann, über die Landesliste einzuziehen, ist für Axel Kaufmann im Wahlkreis 182 (Frankfurter Westen) das Rennen vorbei. Wiesmann hat auf der hessischen Landesliste Platz 8, sagte aber: "Bei der Wahl 2017 zogen über die CDU-Landesliste null Bewerber in den Bundestag ein."

Der CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider erklärte: "Das ist nicht das Ergebnis, das unser Anspruch sein kann. Wir können uns nicht mit dem dritten Platz zufrieden geben." Die CDU habe in den Großstädten keinen leichten Stand, "aber das ist nur ein Teil der Geschichte". Am Donnerstag, 30. September, will der Frankfurter CDU-Kreisvorstand zusammentreten und das Ergebnis analysieren. Bei der Kommunalwahl am 14. März dieses Jahre erzielte die CDU in Frankfurt noch 21,9 Prozent und wurde zweitstärkste Kraft. Nun schwankte sie um die 18-Prozent-Marke.

Bundestagswahl 2021: Herbe Niederlage für die CDU in Frankfurt

Im Bund ist die CDU noch zweitstärkste Kraft. Schneider hat die Hoffnung, dass Armin Laschet mit Hilfe der FDP und der Grünen noch Kanzler wird. "Herr Lindner hat der CDU eine Brücke gebaut und sich sehr zugunsten von Jamaika geäußert", sagte Schneider, nachdem der Spitzenkandidat der Liberalen im Fernsehinterview Stellung zum Wahlergebnis bezogen hatte.

In Frankfurt flog die CDU aus der Stadtregierung, weil vor allem die jungen Mitglieder der Grünen gegen eine Beteiligung der Konservativen waren. Ist das in Berlin auch so? Dort herrsche eine Grundoffenheit gegenüber allen Parteien, sagte Wiesmann. Aber die Grünen-Spitze sehe sich an der Seite der SPD. "Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", betonte Wiesmann.

CDU in Frankfurt zu Ergebnis bei Bundestagswahl 2021: „Kür des Kanzlerkandidaten war ein Drama“

"Man muss die größte Partei sein, um den Kanzler zu stellen" erklärte dagegen der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Markus Frank. "Das ist auch in anderen Ländern so." Gleichwohl sei das kein Selbstläufer.

In der Tat: Obwohl die CDU 1969 bei der Bundestagswahl stärkste Partei wurde, entschieden sich die Liberalen dafür, mit der SPD zu koalieren und Willy Brandt zum Kanzler zu wählen.

Der Vorsitzende der oppositionellen CDU-Fraktion im Römer, Nils Kößler, machte eigene Fehler der Partei für das schlechte Ergebnis verantwortlich. "Die Kür des Kanzlerkandidaten war ein Drama." Auch die Wahl des CDU-Vorsitzenden habe sich ein Jahr lang hingezogen. Beide Kandidaten um den Parteivorsitz hätten Unterstützer gehabt. Es brauche danach Zeit, die beiden Lager wieder zu versöhnen. Diese Zeit habe gefehlt. Applaus bei den Konservativen kommt an diesem Abend im Frankfurter Salon nur auf, als Armin Laschet im ZDF der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel "für 16 gute Jahre für Deutschland" dankt. (Thomas Remlein)

Gefeiert wurde dagegen nach der Bundestagswahl 2021 bei Grünen und SPD in Frankfurt.

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