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Tel Aviv wird auch "Die weiße Stadt" genannt. Der Titel spielt an auf rund 4000 Gebäude im Bauhaus-Stil, die meist in dieser Farbe gehalten sind. foto: dpa

Europaviertel: Städtepartnerschaft

Ein Stück Tel Aviv nach Frankfurt holen

  • vonGernot Gottwals
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U-Bahn-Station umbenennen und mit Bildern der Weißen Stadt dekorieren

Im Ortsbeirat 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleutviertel, Innenstadt) beschäftigen sich heute viele Anträge mit dem Umfeld des Tel-Aviv-Platzes. Zumal in diesem Jahr die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Tel Aviv ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Während im neuen Quartier ein Platz nach der israelischen Wirtschaftsmetropole benannt ist, trägt die darunterliegende U-Bahn-Station immer noch den eher nüchternen Namen "Wohnpark".

Die Freundschaft weiter stärken

Das möchten die Grünen und die CDU jetzt ändern. Bereits in der vergangenen Sitzung hat der Ortsbeirat einen CDU-Antrag an den Magistrat verabschiedet, besagte U-Bahn-Station in "Tel-Aviv-Platz" umzubenennen. "Der Name ,Wohnpark' klingt sehr technisch und nichtssagend", findet der Antragsteller Michael Weber. "Dagegen würde eine Namensgebung in Anlehnung an die Stadt Tel Aviv dem Europaviertel eine individuelle und internationale Note verleihen und gleichzeitig die Städtefreundschaft stärken."

Die Grünen gehen nun einen Schritt weiter und fordern, die Stadt Tel Aviv einzuladen, an der Weiterentwicklung des Tel-Aviv-Platzes mitzuwirken und einen Künstler zu beauftragen, mit einem prägenden Werk die Städtepartnerschaft zu thematisieren. Gemäß dem bereits verabschiedeten CDU-Antrag soll der Magistrat darauf hinwirken, dass die U-Bahn-Station mit Bildern, Informationstafeln und Bauelementen im Stil der "Weißen Stadt" im Bauhausstil in Anlehnung an die israelische Partnerstadt gestaltet wird, die hierbei auch selbst mitwirken soll.

"Eine Umbenennung der Station ,Wohnpark' in ,Tel-Aviv-Platz' ist auf jeden Fall begrüßenswert, da auch die räumliche Nähe zu dem gleichnamigen Platz gegeben ist", betont auch Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Der Ortsbeirat hatte auch in einer interfraktionellen Sitzung über den CDU-Antrag beraten und Möglichkeiten der Gestaltung erörtert.

"Die Idee ist auf jeden Fall sympathisch", findet auch Klaus Linek, Sprecher bei Traffiq. Der Vorschlag sei naheliegend, ob er aber auch von Traffiq unterstützt werde, darauf wollte sich Linek noch nicht festlegen. Denn mit der Eröffnung der Station und der Inbetriebnahme der U 5 wird wegen baulicher Verzögerungen nun erst 2025 gerechnet.

In der Nachbarschaft zum Tel-Aviv-Platz drängt der Ortsbeirat auf eine baldige Öffnung und Nutzung des Europagartens: Wie berichtet schlägt die FDP auf Anregung des Kinderbeauftragten Dirk Schneider vor, die Fläche durch Schafe zu beweiden. Die Linke und die PARTEI setzen sich gemeinsam sogar für eine vorzeitige Öffnung und Zwischennutzung mit Schafen ein.

Auch die CDU fordert nun in einem eigenen Antrag entsprechende Verhandlungen mit der Firma Aurelis, in die Schneider einbezogen werden soll. Das Grünflächenamt hatte auf Anfrage erklärt, eine Schafbeweidung käme nicht in Frage, da der Platz dazu nicht ausreiche, für die Grasfläche eher ein Schaden als ein Nutzen entstehen könne und Beschwerden der Anwohner wegen Schafsgeblöke und Schafsgeruch zu befürchten seien.

Lebensqualität verbessern

In weiteren Anträgen setzen sich die Grünen für eine klimagerechte Nutzung der Europa-Allee Ost sowie eine mit der Straßenverkehrsordnung in Einklang stehende Mobilität für Bus- und Radverkehr ein. In beiden Anträgen geht es um den Abschnitt zwischen der Skyline Plaza und der Emser Brücke, wo lange anhaltende Straßen- und U-Bahn-Arbeiten die Sicherheit und Lebensqualität von Anwohnern, Schulkindern, Fußgängern und Radfahrer beeinträchtigen und Klagen an die Grünen gerichtet werden, dass entsprechende Wünsche und Anregungen keine Berücksichtigung finden. got

Der Ortsbeirat 1 tagt

Dienstag, 24. November, 19 Uhr Plenarsaal im Römer.

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