Keine Chance für Torfrau Veronika Völker auf dem neuen Rasen: Dietmar Dorrmann (Mitte) und Markus Frank tricksen sie aus. FOTO: hamerski
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Keine Chance für Torfrau Veronika Völker auf dem neuen Rasen: Dietmar Dorrmann (Mitte) und Markus Frank tricksen sie aus.

Eschersheim: Sport in Frankfurt

Ein Volltreffer nach extra-langem Anlauf

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
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TSG 51 hat endlich einen Kunstrasenplatz. Vier neue Spielfelder für zwei Millionen Euro

Sportdezernent Markus Frank (CDU) ist ein echter Profi. In vielen Dingen. Wie der Einweihung von Kunstrasenplätzen - zum 50. Mal durfte er jetzt auf einem neuen Spielfeld symbolisch gegen das runde Leder kicken und zeigen, was er kann. Und er kann - Torfrau Veronika Völker hatte keine Chance gegen seinen satten Schuss.

Es ist die TSG 51 in der Niedwiesenstraße, bei der der Jubiläums-Kunstrasenplatz eingeweiht wurde. Ein Verein, der in den vergangenen Jahren viel Geduld aufbringen musste. Denn während seit 2012 eine Sportanlage nach der anderen im Stadtgebiet einen Kunstrasenplatz bekam - Frank bezeichnet die Mainmetropole mittlerweile liebevoll als "Kunstrasen-Hauptstadt" - ging die TSG leer aus. Immer und immer wieder. Obwohl ihr Vorsitzender Dietmar Dorrmann nichts unversucht ließ. "Ich war wirklich hartnäckig. Und das hat sich letztlich doch ausgezahlt", sagt der 67-Jährige, der nicht nur als Kind schon bei der TSG kickte, sondern auch seit 45 Jahren Teil des Vorstandes ist. Wie groß seine Freude darüber ist, zeigt ein Blick in sein Gesicht. Locker und gelöst ist er. Der Ärger der vergangenen Jahre ist vergessen. Er strahlt.

Schlammschlacht statt Fußballspiel

"Ein echtes Schmuckstück" sei die neue, rund zwei Millionen Euro teure Anlage geworden, sagt Markus Frank. Und er hat recht. Nichts mehr erinnert an den vorherigen Rasen- und Tennenplatz, der nach Regen stets unter Wasser stand. Fußballspiele wurden dort zur Schlammschlacht, das Wasser an den Wegen zwischen den Plätzen floss nicht mehr richtig ab, es bildeten sich große Pfützen. "Das war kein Zustand für einen solch wichtigen Verein im Stadtteil", sagt Dorrmann.

Und jetzt? Jetzt sind die alten Plätze einem Groß- und einem Kleinspielfeld mit Kunstrasen gewichen. Zudem gibt es zwei sogenannte Käfige, in denen gekickt werden kann. Die Wege und der Platz vor dem Vereinsheim sind neu gepflastert, es gibt einen neuen Carport und die Gebäude wurden frisch geweißt. Und auch das TSG-Logo strahlt wieder in sattem Rot und Gelb. "Man hat das Gefühl, man sei auf einer neuen Anlage", sagt Thomas Budenz (BFF), der es sich nicht nehmen lässt, darauf hinzuweisen, dass er bereits 2012 im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) einen entsprechenden Antrag gestellt habe. Und auch in den Folgejahren waren die Stadtteilpolitiker stehts engagiert, wie Donna Ochs (SPD), die dem Gremium mittlerweile nicht mehr angehört. "Wir haben uns immer stets gut unterstützt gefühlt", sagt Dietmar Dorrmann.

Nähe zur Nidda machte Probleme

Doch dieses Engagement konnte letztlich nichts daran ändern, dass der Bau des neuen Kunstrasenplatzes so lange auf sich warten ließ. Denn auch wenn man gewollt hätte, erklärt Markus Frank, habe es Dinge gegeben, die "die Umsetzung an dieser Stelle erschwert haben". Damit meint er die Nähe zur Nidda und zur Wohnbebauung, die Nachbarn schauen quasi direkt auf die Sportanlage. Es passierte sogar schon, dass Bälle auf den Balkonen landeten.

Mit dem Neubau wurde deswegen die Anlage völlig neu konzipiert. Dort, wo sich früher der Rasenplatz befand, wurde das neue große Kunstrasenspielfeld gebaut. Und zwar um 90 Grad gedreht. Daran schließen das Kleinspielfeld und die Käfige an. Dafür mussten einige Bäume weichen. Auch, weil deren Äste bei Sturm immer wieder auf den Platz fielen. "Das waren aber nur Pappeln", sagt Frank. Zudem hat der Verein eine neue moderne Flutlichtanlage erhalten.

Mindestens 15, wenn nicht sogar 20 Jahre habe die TSG nun einen tollen Platz, sagt Markus Frank. Dass solch eine Kunstrasen nicht ökologisch sei, wie oftmals behauptet würde, stimme übrigens nicht. Das Gegenteil sei der Fall. Bis zu 2400 Stunden im Jahr könne er bespielt werden. Zum Vergleich: Bei einem Rasenplatz sind es 600, bei einem Ascheplatz 1100 Stunden im Jahr. Und: Der Wasserverbrauch sei deutlich geringer.

Dietmar Dorrmann denkt derweil darüber nach, was man noch alles verbessern könnte an der Anlage. Denn die Füße still halten, das ist nicht seins. Eine Pergola neben dem Vereinsheim stellt er sich vor oder ein paar Fitnessgeräte für Senioren. "Bei dieser neuen Anlage machen solche Überlegungen noch mehr Spaß", sagt er. judith dietermann

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