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Einbahn-Schilder stoppen Falschfahrer nicht

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Von: Stefanie Wehr

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m Mitternacht und um 12 Uhr mittags springt das Signal um, dreht sich die Durchfahrtsrichtung. FOTO: rainer rüffer
m Mitternacht und um 12 Uhr mittags springt das Signal um, dreht sich die Durchfahrtsrichtung. © rüffer

Stadt lehnt Videoüberwachung ab - Bischofsweg kein Unfallschwerpunkt

Der Bischofsweg am Rand des Stadtwalds ist seit einigen Jahren Einbahnstraße. Aber eine „unechte“, denn die Richtung der Einbahnstraße wechselt während des Tages.

Von Mitternacht bis 12 Uhr ist die Durchfahrt von der Darmstädter Landstraße Richtung Westen auf dem Bischofsweg gesperrt, von 12 bis 24 Uhr gilt das Gegenteil: Dann ist von Osten nach Westen Richtung Darmstädter gesperrt. Das wurde so gemacht, um den Schleichverkehr morgens und abends zu unterbinden, der laut Stadt „nennenswert“, also zu viel war.

Autofahrer nahmen den Bischofsweg Richtung Stresemannallee und Friedensbrücke, um die Darmstädter und die Mörfelder Landstraße Richtung Westen zu umfahren.

Das Gros des Schleichverkehrs bleibt seitdem tatsächlich aus, die Maßnahme wirkt. Jedoch nicht bei allen Autofahrern. Regelmäßig, wenn nicht gar täglich, missachten Pendler die Regelung und fahren trotzdem durch. Gegen die Einbahnrichtung. Besonders morgens zwischen 7 und 8 Uhr und abends zwischen 17 und 20 Uhr beobachten Anwohner regelmäßig Falschfahrer, die sich um die Einbahnstraßenregelung nicht scheren. Dass das gefährlich ist, juckt die Pendler nicht - auf ihre Missetat hingewiesen, würden sie sogar frech, wissen Anlieger zu berichten.

Der Ortsbeirat 5 hat bereits diverse Anträge gestellt. Die Einbahnstraßenregelung soll deutlicher gemacht und Verstöße geahndet werden. Weitere bauliche Maßnahmen seien nicht möglich, antwortete die Stadt zuletzt, die Fahrbahn sei bereits mittels Leitplanken verengt worden, mehr sei „technisch nicht realisierbar“. Die sich zeitlich ändernde Einbahnstraßenregelung sei anhand der großen Displays von beiden Seiten eindeutig erkennbar. Bewusstes und vorsätzliches Fehlverhalten einzelner Verkehrsteilnehmer lasse sich mit „straßenverkehrsbehördlichen Mitteln nicht gänzlich verhindern“, sagt Ingmar Bolle, Sprecher des Straßenverkehrsamts. Er gibt zu bedenken, dass es sieben Zufahrten zu Grabelandgärten entlang des Bischofswegs gibt, aus denen eine Ausfahrt in beide Richtungen weiterhin erlaubt sei. Auch deshalb sei der Bischofsweg nur eine „unechte Einbahnstraße“.

Der neuesten Bitte des Ortsbeirats, Schwellen und Blitzer einzubauen, um die Falschfahrer zur Kasse zu bitten, erteilt Bolle schon jetzt eine Absage: Stationäre Anlagen der Verkehrsüberwachung können nur an einem Unfallschwerpunkt installiert werden. So die Landesregelung. Außerdem sei es nicht möglich, überall, wo es nötig erscheine, Blitzer aufzustellen, weil der Stadt schlicht das Geld fehle. Und die Manpower, denn die Anlagen müssten betreut und die Bilder ausgewertet werden. Das werde nur gemacht, wenn die städtische Unfallkommission dies vorgebe.

Der Schleichverkehr hat sich unterdessen seine legalen Wege längst gesucht. Die Anwohner am Sachsenhäuser Berg, etwa im Letzten Hasenpfad, Oberen Schafhofweg und Schützenhüttenweg, können ein Lied davon singen. „Rodgau-Schnellweg“ nennen sie ihre Wohnstraßen deshalb sarkastisch. Auch dort werden Einbahnstraßenregelungen, die den Schleichverkehr eindämmen sollten, seit Jahren von Pendlern missachtet. Stefanie Wehr

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