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CDU-Vorschlag: Eine U-Bahn zum Sachsenhäuser Berg

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die CDU-Fraktion im Römer in Frankfurt schlägt vor, den Wegzug der Binding-Brauerei für eine Verlängerung der U-Bahn vom Südbahnhof aus zu nutzen.

Frankfurt – Den Wegzug der Binding-Brauerei will die CDU nutzen, um die U-Bahn-Strecke auf den Sachsenhäuser Berg in Frankfurt zu bauen. So solle das künftige Gewerbegebiet attraktiver werden, das auf dem Gelände der Brauerei entstehen könnte, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Davon profitieren würden aber auch viele Bewohner Sachsenhausens.

Die müssen sich auf neue Nachbarn einstellen, seit die Radeberger-Gruppe Ende September angekündigt hatte, den traditionsreichen Brauerei-Standort von Henninger und Binding an der Darmstädter Landstraße aus Kostengründen bis Oktober 2023 schließen zu wollen. 150 Mitarbeiter sind davon betroffen. Am Standort soll allerdings die Zentrale der Radeberger-Gruppe bleiben, also die Verwaltung.

Jetzt, da das Binding-Areal an der Darmstädter Landstraße frei wird, bieten sich aus Sicht der CDU neue Gestaltungsmöglichkeiten.
Jetzt, da das Binding-Areal an der Darmstädter Landstraße frei wird, bieten sich aus Sicht der CDU neue Gestaltungsmöglichkeiten. © Renate Hoyer

CDU-Vorschlag zu U-Bahn-Strecke in Frankfurt: Gewerbliche Nutzung weiter angestrebt

Die Ankündigung hatte entsetzte Reaktionen in der Stadtpolitik ausgelöst. Der Magistrat hatte angekündigt, das Gespräch mit Radeberger zu suchen. Realistische Chancen, die Schließung zu verhindern, sieht aber niemand. Stattdessen fordert die SPD, das rund fünf Hektar große Gelände weiterhin als Gewerbegebiet zu nutzen. Dieser Forderung schließt sich nun auch die CDU an.

„In Frankfurt besteht eine akute Flächenknappheit auch bei Gewerbeflächen“, erinnert Albrecht Kochsiek, der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Römer. „Deshalb sollten bestehende Gewerbeflächen möglichst nicht aufgegeben werden, damit beispielsweise auch Betriebe weiterhin eine Chance zur Ansiedlung haben, die Blaumann-Arbeitsplätze bieten.“ Der Magistrat solle prüfen, ob die Binding-Flächen weiter für eine Nutzung durch Betriebe möglich sei, und dafür „ein Anschlusskonzept“ entwickeln.

Um das ganze Quartier aufzuwerten, schlägt Kochsiek vor, die seit 1976 vorgesehene U-Bahn-Verlängerung jetzt umzusetzen. „Dabei sollte auch eine U-Bahnstation Mailänder Straße geplant werden, um das neue Binding-Areal für Gewerbebetriebe und ihre Mitarbeiter noch attraktiver zu machen“, heißt es im Antrag der Christdemokraten . Es profitierten beide Vorhaben stark voneinander, unterstreicht Albrecht Kochsiek. Schließlich werde auch der U-Bahn-Weiterbau erheblich sinnvoller, wenn das bislang komplett abgeschottete Binding-Gelände nun geöffnet werde.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt setzt auf eine Neuheit: 100 Meter lange, durchgehende U-Bahn-Züge.

CDU-Vorschlag zu U-Bahn-Strecke in Frankfurt: Neue Wege übers Brauerei-Areal

Bisher hätte eine Station, die wohl etwas nördlich der Mailänder Straße unter der Darmstädter Landstraße liegen würde, darunter gelitten, dass sich ihr Einzugsbereich auf die Brauerei selbst und nur die Firmen und Anwohner westlich der Darmstädter Landstraße beschränkt hätte. Schließlich blockiert das Brauereigelände die östlich davon entstandenen Wohngebiete auf mehreren hundert Metern Länge von der Darmstädter Landstraße ab.

Bei einer Neuanlage könnten nun Durchgänge vorgesehen werden, etwa in der Aschaffenburger Straße, erklärt Kochsiek. „Dann profitieren auch die vielen Bewohner in den Quartieren rund um den Henningerturm davon.“ Sie wären nicht mehr allein auf die wenig attraktiven Busverbindungen im Hainer Weg angewiesen, sondern könnten auf kurzen Wegen zur neuen U-Bahn-Station gelangen. Das gelte auch für die Bewohner der Gebiete an der Mailänder Straße sowie westlich und östlich davon.

Die Idee, die A-Strecke der U-Bahn bis zur Sachsenhäuser Warte zu verlängern, ist aktuell im Nahverkehrsplan der Stadt als eines der erst auf längere Sicht noch zu realisierenden Vorhaben enthalten. Dabei haben die Stadtverordneten auf Betreiben der SPD-Fraktion zunächst eine Prüfung vorgegeben, ob hier tatsächlich die U-Bahn verlängert oder besser eine Straßenbahnstrecke gebaut werden solle.

Seit 1984 enden die U-Bahnen der heutigen Linien U1, U2, U3 und U8 am Südbahnhof. Der Tunnel führt allerdings bereits viel weiter nach Süden und wird als Wendeanlage genutzt. Das unterirdische Bauwerk endet aktuell unter dem Spielplatz im Grethenweg. Von dort bis zum Gelände der Binding-Brauerei beträgt die Distanz nur noch etwa 100 Meter Luftlinie. Bis zu einer Station Mailänder Straße müssten somit nur gut 500 Meter Tunnel gegraben werden. Bis zur Sachsenhäuser Warte fehlen noch 1000 Meter U-Bahn. Ebenso besteht seit langer Zeit der Vorschlag, dort an der südlichen Stadtzufahrt auch ein Park+Ride-Parkhaus zu bauen. Dort könnten Autofahrer in U-Bahnen umsteigen. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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