In der Nachkriegszeit setzte man bis zur Nieder Straßenbahnwendeschleife außer den Trams der Linie 12 auch Anhängerbusse ein. FOTO: Archiv
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In der Nachkriegszeit setzte man bis zur Nieder Straßenbahnwendeschleife außer den Trams der Linie 12 auch Anhängerbusse ein.

Frankfurter Stadtteilgeschichte

Frankfurt: Endlosschleife bei Straßenbahnverkehr in Nied

  • Holger Vonhof
    VonHolger Vonhof
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Seit 75 Jahren gibt es die FNP – viel hat sich seitdem verändert. Deshalb drehen wir die Uhren zurück und werfen einen Blick in die Vergangenheit. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021? Heute schauen wir nach Nied.

Frankfurt – An der Straßenbahnwendeschleife in Nied endete in den Nachkriegsjahren der Öffentliche Personennahverkehr der Stadt Frankfurt: Höchst war noch nicht ans Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Linie 12 erreichte erst 1952 ihre heutige Endhaltestelle, die Zuckschwerdtstraße. Auf der historischen Fotografie sieht man neben einem kleinen Stückchen Tram einen der damals von den Frankfurter Verkehrsbetrieben eingesetzten Busse der Marke MAN MP, die in den ersten Kriegsjahren 1939/40 mit Schumann-Aufbau ausgeliefert worden waren. Diese Busse hatten 120 Pferdestärken unter der Haube - genug, um sie mit Anhängern fahren zu lassen.

Nach der Verlängerung der Straßenbahn nach Höchst behielt man die Wendeschleife bei - für den Notfall und um auch nicht mit allen Tram-Linien auf dieser Strecke bis Höchst durchfahren zu müssen. Mit der Bebauung des "Nieder Lochs", also der Senke zwischen dem Main und Alt-Nied, steht die Straßenbahnwendeschleife wieder in der Diskussion: Nach den Wünschen der Stadtplaner und Bauherren, der ABG Frankfurt Holding, soll sie weg, damit bis an die Kreuzung gebaut werden kann. Dort sollen weitere Wohnungen und ein Supermarkt entstehen.

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Frankfurt: Umbaupläne am „Nieder Tor“ stagnieren

Der westliche Teil des "Nieder Lochs" ist seit diesem Jahr fertig bebaut, an der Wendeschleife passiert jedoch nichts - und damit auch nicht an der Kreuzung, die der Volksmund nach der Straßenbahnhaltestelle "Nied Kirche" nennt und die von den Stadtplanern zum "Nieder Tor" hochgejazzt wurde. Pläne wurden vor Jahren vorgestellt und im Stadtteil kontrovers diskutiert, doch dass nichts passiert, so hört man hinter vorgehaltener Hand, liege auch daran, dass sich die Verkehrsgesellschaft Frankfurt als Nachfolgerin der Frankfurter Verkehrsbetriebe die Wendeschleife nicht so einfach wegnehmen lassen wolle. Dass sie durchaus ihren Sinn hat, konnte man erst diesen Sommer wieder sehen, als die Gleise auf dem Abschnitt zwischen Tilly- und Zuckschwerdtstraße erneuert worden sind. Das führte zu wenig Problemen, weil die Straßenbahnzüge ja ihre alte Wendeschleife hatten.

Heute soll die Schleife, die als Park- und Taxiplatz dient, weg.

Und wie geht's nun weiter? Lässt sie sich vielleicht in die Bebauung integrieren, quasi als Supermarkt mit Gleisanschluss? Eine interessante Idee gerade in Zeiten, da der scheidende Verkehrsdezernent die Aufgabe hinterlässt, die Straßenbahn in Höchst bis zum Bahnhof zu verlängern - was den Planern Kopfzerbrechen verursacht. (Holger Vonhof)

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