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Sind gute Freunde: Kristina Gräfin Pilati Leonard Nenad Josipovic.

Stadtgeflüster

Eine Gala voller Liebe in Frankfurt

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Die Frankfurter Oper ist spitze. Das zeigt sich daran, dass sie – mal wieder – zum besten Opernhaus des Jahres gekürt würde. Eintracht Frankfurt ist auch spitze.

Die Frankfurter Oper ist spitze. Das zeigt sich daran, dass sie – mal wieder – zum besten Opernhaus des Jahres gekürt würde. Eintracht Frankfurt ist auch spitze. Das sieht man daran, dass das Team amtierender Pokalsieger ist und momentan auf dem zweiten Tabellenplatz der Liga steht. Bernd Loebe ist Intendant der Oper, war Balljunge bei den Adlerträgern und ist bis heute eingefleischter Eintracht-Fan. Klar, dass das an einem Abend, an dem die Operngala steigt, irgendwie alles zusammengeführt werden muss. Und das gelingt Loebe meisterlich.

Sind gute Freunde: Kristina Gräfin Pilati Leonard Nenad Josipovic.

Vor dem Pokalspiel hatte er gesagt, er würde das Eintracht-Lied professionell neu ein- und bei der Operngala vorsingen lassen. Die Eintracht bezwang am 19. Mai die Bayern und „Im Herzen von Europa“, im Original vom Polizeichor gesungen, wurde neu arrangiert fürs große Orchester und vierstimmigen Chor – und bei der Operngala gesungen. Der Song kam allerdings vom Band. Nach dem Hauptgang erschien der Refrain auf vier großen Leinwänden, während die neue Aufnahme ihre Welturaufführung erlebte. Etliche der 968 Gäste standen auf und stimmten mit ein. Es war sowieso eine etwas andere Gala als sonst üblich. Schließlich hatten die Macherinnen, das fünfköpfige Organisationskomitee Magda Boulos-Enste , Gabriela Brackmann Reiff , Katherine Fürstenberg-Raettig , Martina Heß-Hübner und Sylvia von Metzler allen Grund zu feiern, denn das Spektakel ging zum 20. Mal über die größte drehbare Bühne Europas. Und zusammengekommen ist auch einiges: mehr als 850 000 Euro. „Das ist netto“, stellte Loebe klar. „Brutto sind das 1 060 000 Euro. Würden wir nur Ebbelwei und Handkäs’ servieren, kämen wir netto auch über die Million“, rechnete er vor. Aber das würden viele der illustren Gäste nicht wirklich goutieren.

Sind frisch verheiratet: Nicola Beer und Jürgen Illing.

„Da sind wir wieder“, stimmte Oberbürgermeister Peter Feldmann zu Anfang des Programms das Publikum ein, das zunächst vor der Bühne im Zuschauerraum Platz genommen hatte. Zum einem, um den Darbietungen der Sänger, des Orchesters und des Chors unter Leitung des Generalmusikdirektors Sebastian Weigle und Chordirektor Tilman Michael zu lauschen. Zum anderen, um die Reden zu hören. Außer dem Rathauschef sprachen noch Jürgen Fitschen , Chef des Patronatsvereins, und eben Bernd Loebe , der sagte, dass er sich für diesen Abend „verkleide“, weil er einen Smoking trägt. Ob des Eintracht Sieges in der Fuggerstadt Augsburg am Nachmittag, dem ersten, zeigte sich Loebe bester Laune. Und voll des Lobes. Die besten Sänger der Welt drängten darauf, in Frankfurt in der Oper aufzutreten. „Wir haben die Qual der Auswahl“, freute er sich. „Das ist kein schlechter Zustand für uns.“ Ihm sei bewusst, dass die Stadt Geld für die sozialen Aufgaben benötige, er hege aber die Hoffnung, „dass die Stadt weiterhin Geld für die Subvention aufbringt, damit wir auf dem Niveau arbeiten können, auf dem wir es gewohnt sind, zu arbeiten“, so Loebe.

Feldmann machte auf die Arbeit, die die Menschen hinter den Kulissen leisten, aufmerksam. Denn ohne die Mitarbeiter der Oper „ginge es nicht weiter und ich bin froh über diese Treue“. Der OB dankte auch den Freunden und Förderern der Oper, die wichtig seien für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft. Auch sei von Bedeutung, dass die, die Kultur schätzen, dafür einstehen, dass es dieses Haus gibt und nicht nur genießen, sondern auch dafür einstehen und für die Hochkultur kämpfen. „Mein Kompliment an den Patronatsverein für die Aktivitäten.“ Frankfurt brauche die Diskussion über die Bedingungen der Arbeit an der Oper. „Uns ist bewusst, dass wir nicht nur das Tableau halten müssen, sondern es ausweiten müssen“, um weiterhin im Konzert der ganz Großen mitspielen zu können.

Bernd Loebe mit Sylvia von Metzler und Katherine Fürstenberg-Raettig.

Es ist ein Abend, der so anders ist als die andern vorherigen 19 Ausgaben dieser feinen Feier. Das Programm ist wieder hochklassig. Branda Rae brilliert mit „Qui la voce sua soave“, Kirsten MacKinnon reißt mit Antonín Dvoraks „Lied an den Mond“ alle mit und irgendwann singen die Tenöre aus dem Publikum heraus, sie tanzen mit einigen aus der ersten Reihe zu „Libiamo ne’lieti calici“ aus Giuseppe Verdis „La Traviata“. Und auch der Chor, der immer wieder zum Einsatz kommt, singt nicht von der Bühne, sondern vom zweiten Rang aus. Zum 20-Jährigen gab’s auch einen vierminütigen Film – auch ein Dank an die „Gründer“ der Operngala Elsa Pavel und Rüdiger Vollhardt sowie an alle Mitwirkenden.

Angefangen hatte vor zwei Jahrzehnten übrigens alles mit einem Dinner unter Opern-Freunden, erinnerte Katherine Fürstenberg-Raettig. „Damals haben wir die Karten noch selbst geschrieben“, weiß Fürstenberg-Raettig, die viel Zeit in der Oper verbringt und gerne noch mehr verbringen würde. „Am liebsten hätte ich deinen Job, Bernd“, scherzt sie. „Feldmann wäre gesprächsbereit“, kontert Loebe. „Aber ich bin doch viel zu teuer.“ Es ist eben ein sehr ausgelassener Abend. Das kommt bei den Gästen gut an. „Es war einfach nur herrlich, ein wundervoller Abend“, sagt Schauspielerin Margarita Broich , die an der Seite von Wolfram Koch im Frankfurter Tatort das Ermittlerteam bildet. Sie ist mit ihrem „Neuen“, Dirk Schmalenbach , zur Gala gekommen. Auch in neuer männlicher Begleitung zeigte sich Kristina Gräfin Pilati . Sie saß an der Seite des Schönheitschirurgen Leonard Nenad Josipovic . „Wir sind gute Freunde“, so Pilati. Mehr als gute Freunde, nämlich Eheleute, sind Nicola Bee r, Generalsekretärin der FDP, und Jürgen Illing . Sie haben sich vor wenigen Wochen das Jawort gegeben.

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