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56 Mal 50 Meter lang sowie zwischen zwölf und 15 Metern hoch ist die Halle, die ab der nächsten Wintersaison die ganzjährige Nutzung des Hausener Bades ermöglichen soll. Visualisierung: bbf

Hausen: Schwimmbad

Eine gigantische Haube fürs Hausener

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Die vorbereitenden Bodenarbeiten für die Traglufthalle haben begonnen.

Es geht los: Mit dem Abriss des Rebstockbades, mit dem im Juni nächsten Jahres begonnen werden soll, brechen auch im Freibad Hausen neue Zeiten an. Denn das beheizte Bad wird überdacht. Zumindest in den Wintermonaten. Von Herbst bis April werden das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken von einer Traglufthalle mit, wie Sportdezernent Markus Frank (CDU) bei einem Ortstermin sagte, "gigantischen Ausmaßen" überdacht. In Zahlen bedeutet dies: 56 Mal 50 Meter lang sowie zwischen zwölf und 15 Metern hoch ist die Halle, die ab der nächsten Wintersaison die ganzjährige Nutzung des Hausener Bades ermöglicht.

Aufgefangen werden sollen mit der rund 2,75 Millionen teuren Maßnahme die durch den Abriss des Rebstockbades wegfallenden Wasserflächen - 35 Schulen und Vereine nutzen das dortige Becken, hinzu kommen 600 000 Besucher. Ursprünglich sollte schon in diesem Winter in Hausen unter dem Hallendach geschwommen werden. Doch weil sich der Abriss des Rebstockbades sowie die Planungen für das neue Spaßbad verzögerten, habe es dafür keine Notwendigkeit gegeben, erklärt Boris Zielinski, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF).

Damit die Traglufthalle, die vom Frankfurter Architekten Lars Waldeck geplant wurde, auch wirklich sicher steht, werde bereits jetzt mit den dafür nötigen vorbereitenden Bodenarbeiten begonnen, so dass die Stützen, die das Gewicht der Halle tragen, in die Erde eingelassen werden können. "Damit keine Missverständnisse entstehen: Wir graben nicht das Bad um. Die Liegewiese bleibt Liegewiese", versichert Zielinski. Trotzdem nutze man die "jetzige Ruhe", um die Arbeiten sorgfältig und möglichst schnell durchführen zu können.

An den Planungen habe sich, abgesehen von der Verschiebung der Arbeiten um ein Jahr, nichts geändert. So sollen sowohl das Schwimmer- wie auch das Nichtschwimmerbecken überdacht werden. Zudem werden die Umkleidekabinen erweitert und ertüchtigt. Dazu gehört auch eine neue Dämmung mit Mineralwolle, denn im Winter muss das Funktionsgebäude schließlich beheizt werden. Über einen sogenannten Löwengang erreichen die Badegäste dann warm und trockenen Fußes das Hallenbad.

"Wir haben darauf geachtet, so wenig Container wie möglich stellen zu müssen", erklärt Boris Zielinski, dass man deswegen auch Kompromisse eingegangen sei. Vor allem das Thema Sauna sei kontrovers diskutiert worden. Ursprünglich war diese eingeplant, über einen zweiten Gang sollte sie erreicht werden. Schließlich handelt es sich bei zehn Prozent der jährlichen Rebstock-Bad-Besucher um Saunagänger. Doch es gab Kritik, unter anderem auch vom Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). Denn durch die Container wäre Liegefläche verloren gegangen.

Deswegen suchten die Bäderbetriebe nach einer anderen Lösung. Gefunden wurde diese, indem die ohnehin dringend nötige Sanierung der Saunalandschaft in den Titus-Thermen vorangetrieben wurde. Anfang Oktober wurde sie eröffnet. "Dorthin können die Gäste des Rebstockbades dann ausweichen", sagt Zielinski.

Dass die Saunalandschaft nur einen Monat später wegen der Corona-Pandemie wieder schließen musste, sei zwar "sehr schade, aber nicht anders machbar". Trotzdem seien die Bäderbetriebe während der Schließzeit nicht untätig. Im Gegenteil. In den Titus-Thermen werde das Fitness-Studio aufgehübscht. Gearbeitet werde dort allerdings nur tagsüber. Dass dort nachts das Licht brenne, wie einige Anwohner dieser Zeitung berichtet hatten, konnte sich Zielinski derweil nicht erklären. "Es gibt lediglich einen Sicherheitsdienst, bei dem das Licht brennt. Im Bad selber sollte es nachts aus sein", sagt er.

Voran geht es übrigens auch im Freibad Nieder-Eschbach. Dort wird die Winterpause genutzt, das in die Jahre gekommene Becken mit Edelstahl auszukleiden. Zudem wird die mehr als 50 Jahre alte Technik auf den neuesten Stand gebracht. Kostenpunkt 3,4 Millionen Euro. "Es läuft alles nach Plan. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir pünktlich zur Freibadsaison wieder öffnen können", sagt Boris Zielinski. jdi

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