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Jede Kiste ist beschriftet und digital erfasst. Noch ist Platz im Regal.

Katastrophenschutz

Eine Halle für Hunde, Helfer, Hilfsmittel

In der ganzen Stadt verstreut war die Ausrüstung des Katastrophenschutzes. Vor einem Einsatz mussten die Helfer und Retter erst alles zusammentragen. Mit dem neuen Lager ändert sich das. Auch die Rettungshunde haben dort jetzt ihren Platz.

Innerhalb von zwei Stunden kann der Katastrophenschutz nun mit gepackten Sachen ausrücken. Wenn etwa wieder eine Bombe entschärft und Anwohner evakuiert werden müssen. Oder wenn der Main über die Ufer tritt und Sandsäcke gefragt sind. Zuvor, dass heißt bevor es das neue Katastrophenschutzlager in der Feuerwehrstraße gab, sah das noch anders aus. Im ganzen Stadtgebiet war die Ausrüstung bei verschiedenen Feuerwehren verteilt.

„Oft mussten wir beim Flughafen anfragen, ob sie uns mit Feldbetten aushelfen können“, sagt Thomas Pogantke von der Unteren Katastrophenschutzbehörde. Hygieneartikel habe man dann in Sachsenhausen, Decken in Heddernheim geholt und das Trinkwasser noch hektisch beim Großhandel eingekauft. Bis das alles zusammengetragen war, habe es einen ganzen Tag gedauert. Erst dann sei man einsatzbereit gewesen.

In dem neuen 4,5 Millionen Euro teuren Gebäude in direkter Nachbarschaft zu Feuerwache und Leitstelle wird nun alles zentral gelagert.

3400 Quadratmeter

haben die Katastrophenschützer dafür. Auch Stellplätze für 14 Einsatzfahrzeuge gibt es in einer Halle. Die lasse sich auch für andere Zwecke nutzen, sagt Veith Bosenbecker, etwa um maschinell Sandsäcke abzufüllen. Bosenbecker leitet die Gefahrenabwehrplanung und den Katastrophenschutz.

Meterhoch reichen die Regale. Strichcodes an den Fächern zeigen, dass hier der Bestand digital erfasst wird. Sowohl Katastrophenschutz als auch Feuerwehr können ihn jederzeit abfragen. Noch sind die meisten Regale leer. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Dabei werden die Pakete so portioniert, dass sie direkt aufgeladen werden können. „Feldbetten, Klopapier und Seife werden gleich zusammengepackt, wie man es für 50 Menschen braucht“, sagt Bosenbecker. Ausrüstung um 1000 Personen rundum zu versorgen, werden vorrätig sein. Hinzu kommt eine Grundausstattung für weiter 2300. Mehr braucht es laut Pogantke nicht. Schließlich seien Evakuierungen, wie die im vergangenen September, als 60 000 Frankfurter ihre Wohnungen verlassen mussten, eine seltene Ausnahme.

Mit dem neuen Lager hat auch für die Frankfurter Rettungshundestaffel eine Odyssee ihr Ende. Denn sie musste in den vergangenen Jahren fünfmal umziehen.

„Mal kamen wir in einer alten Garage unter“, sagt Christian Barthelmes, der die Rettungshundestaffel leitet. „Dann waren wir in einer Baracke und zuletzt in den Räumen eines ehemaligen Schäferhunde-Vereins in Nied.“ Das habe Nerven gekostet.

Im Obergeschoss des Lagers haben die rund 20 ehrenamtlichen Hundehalter der Staffel nun eigene Schulungsräume und eine vernünftige Duschen.

Ungefähr 40 Einsätze hat die Staffel im Jahr. „Vor allem wenn Menschen vermisst werden. Etwa weil sich Demenzkranke verirrt haben“, sagt Barthelmes. „Ein Waldgebiet kann ein Hund 20 mal schneller absuchen, als eine Hundertschaft der Polizei.“ Um Halter und Hunde auszubilden, gibt es nun passende Räumlichkeiten. Doch Barthelmes wirft schon einen Blick durch den Bauzaun. Neben der Ruine, wo die Feuerwehr trainiert, liegt viel Schutt. „Da wäre ein ideales Trainingsgelände für uns.“

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