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Platzt aus allen Nähten: Die Halle in Seckbach.

TV Seckbach startet Initiative

Eine Halle muss her

Dem TV Seckbach ist seine Turnhalle zu klein geworden. Die Sportler müssen daher oft auf Schulen ausweichen. Der Verein wünscht sich eine neue Halle, muss laut der Stadt jedoch ein Konzept präsentieren, wie er diese finanzieren möchte.

Beim Turnverein Seckbach (TV) ist man stolz auf rund 1000 Mitglieder, die der Club zählt. Weniger stolz ist die Vereinsführung auf die Bedingungen, unter denen viele Mitglieder Sport treiben müssen.

Um viele seiner Kurse anbieten zu können, muss der Verein seit Jahren auf Schulturnhallen ausweichen. Die alte Turnhalle des TV Seckbach, gebaut in 1920er-Jahren, ist zu klein und zu marode. Der 1875 gegründete Verein wünscht sich daher eine neue Turnhalle mit angeschlossenem Vereinszentrum.

Mit einer neuen Sportinfrastruktur möchte die Vereinsführung auch mehr Menschen für den TV Seckbach begeistern. Denn in der Altersgruppe zählt der Verein nur wenige Mitglieder. „Wir brauchen was Großes, damit der Verein nicht untergeht“, sagt dessen Vorsitzender Friedhelm Dechert.

Bislang ist die neue Turnhalle aber bloß eine Vision. Noch existiert kein geeignetes Grundstück für den Bau einer neuen Sportstätte. Auch ist der TV Seckbach auf die finanzielle Unterstützung der Stadt angewiesen. Friedhelm Dechert schätzt die Kosten für eine neuen Sportstätte auf 5 bis 6 Millionen Euro. Alleine stemmen kann der TV Seckbach jene Summe jedoch nicht.

Mit dem Frankfurter Sportamt steht der Verein bereits in engem Kontakt, wie Amtsleiter Georg Kemper berichtet. „Der TV Seckbach ist ein toller Verein, dessen Mitglieder sich auch über die Vereinswelt hinaus engagieren, wie beim Lohrberg-Turnfest“, lobt Kemper, der findet, dass der Turnverein eine neuen Halle mehr als nötig hat.

Das Sportamt werde den Turnverein daher weiter unterstützen bei seinem Anliegen. Verein und Amt seien, wie Kemper sagt, jedoch darauf angewiesen, dass das Liegenschaftsamt ein geeignetes Grundstück für den Bau der Halle findet: „Soweit ich weiß, ist das Liegenschaftsamt damit beschäftigt.“

Wie dessen Amtsleiter Alfred Gangel erklärt, ist dies aktuell allerdings nicht der Fall: „Die letzte Anfrage des TV Seckbach für ein Grundstück liegt schon ein paar Jahre zurück. Wir hatten uns seinerzeit im angrenzenden Gewerbegebiet umgesehen, dort aber nichts Passendes gefunden.“ Weiter außerhalb, beispielsweise in Fechenheim, mache es hingegen keinen Sinn, nach einem Grundstück zu suchen. Der Stadtteil liege für die Vereinsaktivitäten zu weit entfernt.

Doch die Grundstückssuche ist nur ein Teil auf dem Weg zu einer neuen Halle: Wie Gangel erklärt, müsse der Verein selbst ein tragfähiges Konzept präsentieren, wie er seine neuen Halle finanzieren möchte. „Mit Erlösen aus dem alten Standort zum Beispiel. Dieser könnte in Wohnungsbau umgewandelt werden“, schlägt Gangel vor, „es muss auf jeden Fall finanziell aufgehen.“

Seine aktuelle Sportstätte möchte der TV Seckbach aber nicht aufgeben. „Es gibt ja viele Vorschläge, unter anderem dass dort ein Supermarkt einzieht. Ein Verkauf oder ein Abriss kommen für uns aber nicht in Frage“, sagt der Vereinsvorsitzende Dechert und erinnert auch an den nostalgischen Wert, den die alte Halle hat: „Unsere Feste finden schon immer dort statt, daher möchten wir die Halle für unsere Mitglieder erhalten.“

Statt die alte Sportstätte aufzugeben hat Dechert eine andere Idee, wie sein Verein dem Bau einer neuen Halle näher kommt: „Es sollte eine Halle für alle Seckbacher Vereine entstehen.“ Auf diese Weise könnten sich die Vereine im Stadtteil die Kosten vielleicht teilen.

Aus Decherts Sicht muss sich an der Sportinfrastruktur in östlichen Frankfurter Stadtteilen wie Seckbach oder Fechenheim ohnehin vieles verbessern. „Wir werden hier immer ein wenig vergessen“, findet der Vorsitzende des TV Seckbach.

Damit sich dies ändert, möchte Dechert nun mit den Vorsitzenden der anderem Sportvereine in Kontakt treten und gemeinsam beraten, wie der Stadtteil zu einer neuen Sporthalle kommt, von der letztlich alle ansässigen Vereine profitieren. „Erstmal müssen wir den Stein ins Rollen bringen“, betont Dechert.

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