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Ena Ramunovic (20) ist an spastischer Tetraparese erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen. Dank Stephan Görner, seiner Charity-Gala, dem FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und der Leberecht-Stiftung ist die Studentin schon bald wieder ein Stückchen mobiler.

Wahre Hilfe

Wie eine junge Rollstuhl-Fahrerin in den Besitz eines Autos und eines Führerscheins kam

Eine junge Frau, die Hilfe brauchte, und ein Dreigestirn, das gerne gab. Die Geschichte von Ena Ramunovic ist ein modernes Märchen. Mit Happy End.

Endlich den Führerschein, endlich mobil und unabhängig! Für die Frankfurterin Ena Ramunovic (20) ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Entscheidend geholfen hat ein Mann aus dem hohen Norden: Wolfgang Kubicki, zu Hause in Kiel, tätig in Berlin – als Bundestagsvizepräsident und als umtriebiger FDP-Politiker.

Kubicki, man darf es getrost so sagen, ist ein Freund gepflegter Lebensart. Er speist gern gut, ist edlen Gewächsen im Glas nicht abgeneigt und auch nicht geschmackvoller Kleidung. Um zu erzählen, wie dieser Mann Ena zum Führerschein verholfen hat, muss man ein wenig ausgeholen.

Kubicki schlägt vor Jahresfrist im Atelier des Frankfurter Maßschneiders Stephan Görner auf, um sich einen gut sitzenden Smoking zur neuen Figur verpassen zu lassen. Und weil Görner neben vorzüglicher Herrenbekleidung auch ebenso vorzüglich netzwerkt, um Gutes zu tun, hatte Kubicki neben einem tadellos sitzenden Abendanzug am Ende auch eine Einladung mit Auftrag. Es war die Einladung zu Görners Charity-Gala „Kleider machen Leute“ – mit dem Auftrag, sich dort auf dem Laufsteg als Model zu präsentieren.

Den Ertrag der Veranstaltung wie auch der Foto-Aktion „Kleider machen Leute“ hatte Stephan Görner der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung zugedacht. Und diese wiederum wollte dieses Mal die junge Studentin Ena Ramunovic unterstützen. Die junge Frau ist an spastischer Tetraparese erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen. Was es bedeutet, nicht mobil zu sein, hatte sie vor ein paar Jahren bitter erfahren müssen, als sie, damals noch Schülerin, in die Oberstufe kam und die bis dahin für sie organisierte Schülerbeförderung eingestellt wurde. „Die Begründung war, dass Behinderte kein Abi brauchen“, erzählt Ena. Ihr Abitur hat sie inzwischen gemacht und ist nun Studentin der Politikwissenschaften im ersten Semester. Nur mobil war sie nicht. Die Leberecht-Stiftung und Stephan Görner waren sich einig: Die junge Frau braucht ein Auto, ein Spezialfahrzeug mit Handgas und elektrischer Laderampe für den Rollstuhl.

Als Wolfgang Kubicki bei der Gala von diesem Plan hörte, zeigte er sich besonders großzügig. Und stellte die entscheidende Frage: Hat sie denn einen Führerschein? Hatte sie nicht. Das veranlasste den Politiker mit dem offenbar großen Herzen, noch einen vierstelligen Betrag extra locker zu machen und damit Ena den Führerscheinerwerb zu ermöglichen. Im März hat sie die Prüfung erfolgreich angelegt. Nun wartet sie sehnsuchtsvoll auf das Auto, einen Audi. „Schon seit elf Monaten“, wie sie anmerkt. „Ich hoffe, er kommt bald.“

Ihren Gönner hat die junge Frau übrigens erst kürzlich persönlich kennengelernt, anlässlich der jüngsten Veranstaltung der Frankfurter Montagsgesellschaft, wo sie neben Stephan Görner auch mit Wolfgang Kubicki auf dem Podium saß, um vor geladenen Gästen über das Thema Respekt und bürgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft zu diskutieren. Ena zeigte sich sehr beeindruckt von Kubickis Eloquenz und Argumentationsstärke. „Er hat eine unglaubliche Präsenz.“

Ena will selbst einmal Politikerin werden und für die SPD, deren Mitglied sie seit ihrem 18. Lebensjahr ist, in spätestens zehn Jahren im Bundestag sitzen, um sich dort vor allem für die Belange behinderter Menschen einzusetzen.

Für Wolfang Kubicki hat sein besonderes Engagement für die Leberecht-Stiftung übrigens auch eine Konsequenz. Ihm wurde die Schirmherrschaft für die „Kleider machen Leute“-Gala in diesem Jahr angetragen. Er hat zugesagt.

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