+
Symbolbild

Sicherheit

Eine Million für schönere Betonblöcke

Ziel wird es sein, dass die überdimensionierten Poller von den Frankfurtern auch anderweitig genutzt werden können.

Schön sind die Betonblöcke an der Hauptwache oder dem Opernplatz nicht. Schon als sie nach den Anschlägen von Nizza oder auf dem Berliner Breitscheidplatz aufgestellt wurden, versicherte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), dass die grauen Klötze, die farblich nur durch die rot-weißen Reflektoren „aufgehübscht“ werden, nicht der Schönheit letzter Schluss sind.

Nun habe sich auf dem Markt einiges getan, sagte Frank gestern im Sicherheitsausschuss. Inzwischen gebe es zahlreiche Lösungen, die Wochenmärkte und Feste vor heranrasenden Autos und Lastkraftwagen schützen sollen, aber auch noch weitere Funktionen erfüllen. „Die hässlichen Blöcke nach und nach zu ersetzen, das werden wir nun angehen“, sagte Frank. „Insgesamt rechnen wir mit Kosten von etwa einer Million Euro.“ Einen Teil der Kosten könne die Stadt voraussichtlich aus Fördertöpfen der Europäischen Union finanzieren. „Wenn wir Glück haben, ist es ein großer Teil“, sagte Frank. Wie hoch der Anteil sein werde, lasse sich allerdings noch nicht sagen. „Die Stadt wird aber Geld in die Hand nehmen müssen.“

Vielseitig nutzbar

Ziel wird es sein, dass die überdimensionierten Poller von den Frankfurtern auch anderweitig genutzt werden können. So zeigte Frank Fotos von Betonblöcken, die nicht anders aussehen als Fahrradständer und die als solche auch genutzt werden können. Andere „Stadtmöbel“, so werden die Blöcke in Fachkreisen genannt, können als Mülleimer, als große Pflanzenkübel oder auch als Sitzbänke genutzt werden. Insofern wären sie auch eine Investition in die Infrastruktur der betreffenden öffentlichen Plätze.

Einige Systeme können zudem automatisch in der Erde versenkt werden. „Die Feuerwehr und andere Rettungskräfte müssen etwa bei einem Brand schließlich immer noch jedes Gebäude erreichen können“, sagte Frank.

Bitte behindertengerecht!

Für Stadtverordnete Jessica Purkhardt (Grüne) ist eine Verschönerung nicht nur aus ästhetischen Gründen dringend notwendig. Schließlich vermittelten die Klötze permanent ein Unsicherheitsgefühl. Sie findet Lösungen daher gut, bei denen die Stadtmöbel gar nicht mehr als Sicherheitsblockaden erkennbar sind.

Hannes Heiler, Sprecher der FBAG, der Frankfurter Behinderten-Arbeits-Gemeinschaft, warnte davor, sich ausschließlich an ästhetischen Maßstäben zu orientierten. Die Poller könnten immer auch eine Beeinträchtigung für blinde Menschen oder etwa Rollstuhlfahrer sein. Er denke da etwa an die doppelstöckigen Fahrradständer, die an der Konstablerwache aufgestellt wurden. „Die sind auch furchtbar praktisch“, sagte Heiler. „Allerdings ragen dort Haltebügel auf Kopfhöhe heraus. Ein Blinder hat keine Chance, ihnen auszuweichen.“

Solche Anregungen, sicherte Frank zu, würden vom Planungsdezernat berücksichtigt. Auch wolle man in der Gestaltung an den einzelnen Orten jeweils mit den Ortsbeiräten zusammenarbeiten. msr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare