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Deutschlands größtes Hochhaus in Frankfurt: So spektakulär soll der Millennium-Tower werden

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Zwei Frauen stehen bei der Vorstellung des Siegerentwurfs des Architekten Ferdinand Heide für das „Millennium Areal“ im Frankfurter Planungsdezernat vor einem Monitor mit zwei Computeranimationen.
Zwei Frauen stehen bei der Vorstellung des Siegerentwurfs des Architekten Ferdinand Heide für das „Millennium Areal“ im Frankfurter Planungsdezernat vor einem Monitor mit zwei Computeranimationen. © Arne Dedert/dpa

In Frankfurt soll der 288 Meter hohe Millennium-Tower bis 2030 entstehen – er wäre der höchste Turm in Deutschland. Das sind die Pläne.

Frankfurt – Ein Wolkenkratzer mit einer spektakulären Drehung und einer Himmelstreppe als oberen Abschluss soll bis Ende des Jahrzehnts als neue Spitze der Skyline gebaut werden. Mit 288 Metern wird der Frankfurter Millennium-Tower das größte Hochhaus in Deutschland und auf dem ganzen westeuropäischen Kontinent.

Bis 2030 will der österreichische Investor CA Immo den neuen Turm im Hochhaus-Cluster an der Messe bauen, wie Geschäftsführer Matthias Schmidt ankündigt – für einen „sehr hohen dreistelligen Millionenbetrag“. Jetzt gab die Firma das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs bekannt. Hier alle Fakten:

Millennium-Tower in Frankfurt: Wer ist sein Architekt?

Im anonymen Wettbewerb hat sich ausgerechnet ein Frankfurter Architekt durchgesetzt: Ferdinand Heide (59), bekannt unter anderem durch seine Osthafenbrücke. Das Bewerberfeld war international hochrangig, darunter zum Beispiel der britische Stararchitekt David Chipperfield.

Wie hoch wird der Millennium-Tower in Frankfurt?

Aus einem 288 Meter und 69 Stockwerke hohen Büro- und Hotelturm sowie einem 157-Meter-Wohnturm besteht das Projekt. In Europa ist nur „The Shard“ in London (306 Meter) höher und einige Wolkenkratzer in Moskau. Frankfurts bisherigen Primus, die Commerzbank, überragt der Neue um 29 Meter. Die Stadt hätte sogar 365 Meter erlaubt. Das wäre noch aufwendiger zu erschließen, sagt Matthias Schmidt. „Die Höhe soll sich einfügen ins Stadtbild.“

Dennoch: „Solche großen Projekte machen Frankfurt mit aus mit der einzigartigen Skyline“, so Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Die Skyline wirke durch die „unterschiedliche Akzentuierung der Höhen“ der Türme. Der Neue werde „das Gesicht der Stadt und der Skyline prägen“.

Ferdinand Heide und sein Millennium-Tower: Der soll zu einem Symbol für die Frankfurter Skyline werden wie der Messeturm.
Ferdinand Heide und sein Millennium-Tower: Der soll zu einem Symbol für die Frankfurter Skyline werden wie der Messeturm. © Arne Dedert/dpa

Wegen der Höhe wird es erstmals in Frankfurt zwei Verteilstockwerke geben, da sonst noch mehr als die 21 Fahrstühle nötig geworden wären. In Etage 29 wird zu den Hoteletagen darüber umgestiegen, in Etage 42 zu den höher liegenden Büros. Zwei Lifte fahren Besucher ganz nach oben zur Skyhall, der öffentlichen Aussichtsplattform samt Gastronomie: ein riesiger, 450 Quadratmeter großer, bis zu 18 Meter hoher verglaster Raum mit Blick nach Südosten zu Bankenviertel, Innenstadt und Main.

Spektakulärer Millennium-Tower in Frankfurt: Wo soll er gebaut werden?

Zwischen Osloer Straße und Hohenstaufenstraße ist das Baufeld schon frei. Ferdinand Heide hat die Türme so gestellt und gestaltet, dass sie mit den benachbarten Türmen – Tower 185 und „One“ – harmonieren. Mit Plätzen und großen Durchgängen wird das Areal am Übergang vom Europaviertel zur Innenstadt, direkt vis-à-vis von Kongresszentrum Kap Europa und Einkaufszentrum Skyline Plaza, für alle offen sein.

Frankfurter Millennium-Tower: Wie spektakulär ist der Entwurf?

Dieser Architekt hat den Dreh raus! Von unten bis oben verdreht Ferdinand Heide die Fassade. Das sieht spektakulär aus und ist aufwendig zu bauen mit speziellen Diagonalversteifungen, hat aber praktische Gründe: Durch die Drehung werden die Etagen stärker nach Süden ausgerichtet, als es der 8700 Quadratmeter kleine Bauplatz hergibt. Auch der Wohnturm erhält ab Etage 13 eine leichte Drehung. So schauen die Bewohner nicht gegen den Büroturm.

4000 Menschen sollen im Büroturm arbeiten – oder weniger, falls das Hotel mit 280 Zimmern kommt. Der Wohnturm bietet Platz für 1200 Menschen, alle mit Loggia oder Wintergarten. 40 Prozent der 500 Wohnungen werden Sozial- und mietpreisreduzierte Appartements in den unteren zwölf der 40 Etagen.

Millennium-Tower in Frankfurt: Wie steht es um die Nachhaltigkeit?

Noch grüner als schon der Commerzbank-Turm (1997) soll der Tower werden. Nicht nur, weil in den Skylobbys ebenfalls Bäume wachsen. Ein ausgeklügeltes System aus Erdwärme und einem Mega-Wassertank im Fundament soll die Temperatur im Gebäude auch ohne Klimaanlage konstant halten. In den unteren 15 Etagen gibt es bewachsene Balkone.

25 Prozent seiner Energie produziert der Turm selbst: In der Fassade fangen 3500 Photovoltaikmodule die Sonnenenergie und 200 Savonius-Rotoren den Wind ein. 20 Prozent weniger Stahl und Beton will Heide durch den Einsatz neuer konstruktiver Elemente nutzen. Am nachhaltigsten sei aber vor allem das Verwenden langlebiger Materialien.

Frankfurt: Die Lösung für den Millennium-Tower ohne Trump

22 Jahre nach dem Jahrtausendwechsel immer noch ein Millennium-Tower? Ja, der Bebauungsplan ist schon 20 Jahre alt, einst wollte Donald Trump hier bauen. Jetzt haben Heide und CA Immo die Pläne angepasst, damit sie in die Zeit und der Wolkenkratzer ins Quartier passt. So werden die Lobbys öffentlich mit Läden, Gastronomie, Kindergarten.

Ins Stadtbild wird sich auch die Spitze des Millennium-Towers einfügen: eine Himmelstreppe über der Skyhall. So erhält der Messeturm mit seiner unverwechselbaren Pyramidenspitze also einen ebenso ikonografischen, großen Bruder. Bauherr Schmidt weiß: „Das wird skulptural.“ (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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