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Eine Oberstufe für Preungesheim

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Von: Carina Berg

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Immer mehr Schüler machen Abitur. Seit Jahren fordern Schulleiter, Eltern und der Ortsbeirat deshalb eine gymnasiale Oberstufe für den Frankfurter Nord-Osten. Im neuen Schulentwicklungsplan soll sie nun anscheinend endlich vorgesehen sein.

Der Andrang auf Plätze an Gymnasien und gymnasialen Oberstufen ist groß. Der Bau des 19. Regulären Gymnasiums in Nied wurde von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) gerade verkündet (wir berichteten). Weiterführende Oberstufen für Schüler, die von Real- und Integrierten Gesamtschulen (IGS) kommen und ihr Abitur machen möchten, sind jedoch weiterhin Mangelware. Gerade im Frankfurter Osten wurde der Bau einer Oberstufe schon öfter gefordert. Nun scheint sich dieser Wunsch zu erfüllen.

Vor zwei Jahren hatte der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) vom Magistrat bereits eine „Prüfung von Standorten“ in Preungesheim gefordert, die als mögliche Bauflächen für eine gymnasiale Oberstufe in Frage kämen. Für die kommende Sitzung am 11. Februar stellt die FDP-Fraktion nun wieder einen Antrag mit der Forderung nach einer Oberstufen-Planung in Preungesheim. Die Stadt soll auf dem Gelände der Carlo-Mierendorff-Schule „endlich eine weiterführende Schule schaffen, die bis zum Abitur führt“, heißt es im Antrag des Abgeordneten Julian Langer. Schon seit mehreren Jahren verlangt das auch Mechthild Wagenhoff, Schulleiterin der Integrierten Gesamtschule Carlo-Mierendorff. Bewilligt oder gar geplant war bisher nichts, aber das könnte sich nun ändern.

Planung bis 2020

Wie die FNP erfahren hat, ist im kommenden Schulentwicklungsplan bis 2019/20 auf der Fläche östlich der Wegscheidestraße in der Nähe der im Bau befindlichen Bezirkssportanlage und der Straßenbahnlinie 18 die Planung eines Oberstufengymnasiums vorgesehen. Innerhalb der nächsten sieben bis acht Jahre, so die Planung, soll sie den mit langen Schulwegen entstandenen „Schülertourismus“ durch Frankfurt beenden.

Offiziell bestätigt hat das Schuldezernat dies bisher noch nicht. „Der Plan ist noch nicht endgültig bewilligt und der Öffentlichkeit daher nicht zugänglich. Es wird Ende Februar oder Anfang März darin jedoch eine Aussage zum Umgang mit den steigenden Schülerzahlen im Frankfurter Nord-Osten geben“, sagte Schuldezernats-Sprecher Martin Müller-Bialon gestern auf Anfrage.

Der Stadt sei bewusst, dass es einen immer höheren Übergang von Realschulen und Gesamtschulen an gymnasiale Oberstufen gibt. Diesen Schülern müsse ein entsprechend angepasstes pädagogisches Angebot gegeben werden. Das findet auch Wagenhoff: „Eine Oberstufe hier vor Ort, wäre ideal. Es ist nicht das Gleiche, wenn unsere Schüler oder die einer Realschule einfach der Oberstufe eines regulären Gymnasiums zugewiesen werden oder ob sie an eine Oberstufe kommen, die ihren bisherigen Lernkonzepten entspricht.“

Einwohnerzahl verdoppelt

Aus diesem Grund befände sich auch die neue Oberstufe auf dem Riedberg gerade im zweiten Jahrgang, sagte Müller-Bialon. Dieser Standort ist allerdings nur provisorisch. Der eigentliche Bau der weiterführenden Oberstufe befindet sich im Gallus. Bisher werden die Zehntklässler der Carlo-Mierendorff-Schule, die das Abitur machen möchten, auf Oberstufen im gesamten Stadtgebiet verteilt. „Zum einen können die Jugendlichen nicht in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und zum anderen haben sie oft einen extrem langen Schulweg“, sagt Wagenhoff. Man müsse bedenken, dass sich die Einwohnerzahl in Preungesheim während der vergangenen zehn Jahre fast verdoppelt habe und der Bau eine Oberstufe vor Ort eine „der Entwicklung angemessene Stadtplanung sei“. Seit 1993 ist die vierzügige IGS ohne Oberstufe. Auch Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) würde den Neubau einer Oberstufe „euphorisch begrüßen“, sagte er.

Im Frankfurter Nord-Osten gibt es bisher gymnasiale Oberstufen nur in der Nordweststadt (Ernst-Reuter-Schule I), Nieder-Eschbach (Otto-Hahn-Schule), in Bergen-Enkheim (Schule am Ried) und eben am Riedberg, wobei dieser Standort ja nur eine Übergangslösung ist.

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