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Sie leitet das neue Kompetenzzentrum auf dem Nestlé-Campus: Jolanda Schwirtz will mit Kunden und Konsumenten in die Zukunft blicken.

Nestlé-Campus in der Bürostadt

Mit einem Lächeln in die Zukunft

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Für rund zehn Millionen Euro hat Nestlé seinen Verwaltungssitz in der Bürostadt erweitert. Zwei neue Gebäude wurden gebaut. Darin befinden sich neben einem Supermarkt, einer öffentlichen Kindertagesstätte und einem Fitnessstudio auch ein Kompetenzzentrum, in dem sich das Unternehmen gemeinsam mit Kunden und Konsumenten für die Zukunft wappnen will.

Der triste Verwaltungssitz von Nestlé Deutschland an der Lyoner Straße wirkt wie abgeschottet. Man hat das Gefühl, dass nur Mitarbeiter Zutritt auf das Gelände haben. Doch dem ist nicht so. Von der Rhonestraße aus gelangt man auch ohne Sicherheitskontrollen und Ausweise auf den großen Campus des Lebensmittelherstellers, der jüngst um zwei Gebäude erweitert wurde. Darin untergekommen sind ein Fitnessstudio, eine Kindertagesstätte, ein Supermarkt sowie ein Kompetenzzentrum. Rund zehn Millionen Euro soll Nestlé investiert haben.

Mit der Erweiterung seines Campus will sich das nach außen abgeschottet wirkende Unternehmen mehr dem Stadtteil öffnen, mit Nachbarn und Interessierten ins Gespräch kommen. „Früher waren wir immer der anonyme Großkonzern. Doch jetzt geben wir uns ein Gesicht“, sagt Jolanda Schwirtz von Nestlé. So bleibt das Fitnessstudio zwar den Mitarbeitern vorbehalten, die Kita bietet aber auch Plätze für Kindern ab drei Monaten aus dem Stadtteil an. Zwölf der insgesamt 50 Plätze sind für sie reserviert. Zudem können fortan auch alle Niederräder – oder Frankfurter aus anderen Stadtteilen – in dem großen Supermarkt im Erdgeschoss eines der Neubauten einkaufen.

Dort ist ein Paradies für Schleckermäuler entstanden. Auf 150 Quadratmetern gibt es rund 2200 Produkte aus der Welt von Nestlé – Frühstückscerealien, Kaffee, Eis, Maggi Fix, Schokolade, Shampoo, Babyöl, Babynahrung. Selbst Artikel, die man normalerweise nicht überall bekommt wie Maggi Fix für Senf-Eier oder Kaffeekapseln für die Nespresso-Maschine finden sich in den langen Regalen. „Wir bieten hier eigentlich alles an, außer frisches Obst und Gemüse“, sagt Jolanda Schwirtz. Allerdings überlege man, in Zukunft saisonale Produkte wie Spargel ins Sortiment aufzunehmen. Die dazu passende Sauce Hollandaise von Thomy könnte man dann gleich dazu kaufen. „Dafür sind wir mit Landwirten in Gesprächen“, sagt die Nestlé-Mitarbeiterin. Doch auch schon jetzt werde der Supermarkt gut angenommen. „Wir haben rund 1000 Kunden am Tag“, sagt Schwirtz.

Viele davon sind Mitarbeiter – oder Besucher bei Nestlé, denn direkt eine Etage über dem Laden befindet sich das neu eingerichtete Kompetenzzentrum, mit dem sich das Unternehmen für die Zukunft wappnen will. In dem lichtdurchfluteten Raum, der mit seinen großen und kleinen Bildschirmen, den kleinen modern eingerichteten Sitzecken futuristisch anmutet, werden Forschungs- und Pilotprojekte ausgestellt und Neuheiten präsentiert. „Wir müssen mit unseren Kunden jetzt nicht mehr stundenlang in einem Konferenzraum sitzen, sondern können sie hierher einladen, um mit ihnen gemeinsam in einen Dialog zu treten, und gemeinsam nach vorne denken, in die Zukunft“, sagt Schwirtz. Angesprochen werden sollen Kunden wie die Supermarktketten Rewe oder Edeka, Konsumenten und Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace. „Etwa 5000 Menschen waren seit November schon hier. Bis August sind wir ausgebucht. Die Tage sind eng getaktet“, erklärt Schwirtz.

Die Besucher werden mit verschiedenen Produkten des Unternehmens, der Herstellungsweise, der Nestlé-Geschichte sowie dem heutigen Essverhalten der Menschen und dem künftige, im Jahre 2030, konfrontiert. „Es geht darum, den Wandel des Essverhaltens begreifbar zu machen, dafür muss man ihn aber verstehen“, sagt Schwirtz. Denn möglicherweise werden wir uns in einigen Jahren von Ameisen auf dem Burger, künstlichem Fleisch, das aus Stammzellen im Reagenzglas gezüchtet wird, oder Pizza aus 3-D-Druckern ernähren. Solche Szenarien zumindest werden in der Nestlé-Zukunftsstudie durchgespielt.

Und so gibt es in dem Kompetenzzentrum natürlich auch eine „Küche der Zukunft“. Immerhin gibt es schon heute Kühlschränke, die anzeigen, wenn Milch oder Butter leer sind. „Alle technischen Spielereien haben wir hier noch nicht. Aber wir wollen an kleinen Neuerungen aufzeigen, dass wir die Veränderungen um uns herum wahrnehmen und Antworten darauf entwickeln.“

Jolanda Schwirtz nimmt ein kleines Gerät in die Hand und sagt „ein Kilo Hackfleisch“ herein. Prompt erscheint das Gesagte auf dem Einkaufszettel auf dem Smartphone. „Das ist doch toll“, sagt Schwirtz. „Ich selbst benutze schon heute gar keinen handgeschriebenen Einkaufszettel mehr. Ich tippe alles in mein Handy ein.“ Selbst einkaufen geht sie allerdings nur noch selten. „Dafür fehlt mir die Zeit.“ Lieber bestellt sie die fehlenden Lebensmittel über das Internet und lässt sich direkt nach Hause liefern. Das ist noch so ein zukunftsträchtiger Trend, den man bei Nestlé ganz genau im Auge behalten wird.

Der Nestlé-Shop hat montags bis donnerstags von 11 bis 18 Uhr und freitags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Wer sich für die Krippe auf dem Nestlé-Campus an der Lyoner Straße interessiert, kann sich bei Claudia Jamison unter der Telefonnummer (0 69) 9 59 32 14 10 melden.

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