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Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner, l.) und Staatsanwalt Karl Angermann (Ronald Zehrfeld) in einer Szene des Films.

Einen Abend lang Hedi im Himmel

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Was für ein Abend für Laura Tonke . Beim Deutschen Filmpreis in Berlin

Was für ein Abend für Laura Tonke . Beim Deutschen Filmpreis in Berlin im Palais am Funkturm nimmt die Schauspielerin zwei Auszeichnungen mit nach Hause. Sie erhält die Lola für die beste weibliche Hauptrolle im Film „Hedi Schneider steckt fest“ sowie als beste weibliche Nebenrolle für ihre Arbeit in „Mängelexemplar“. Außerdem spielt die 41-Jährige auch noch im Abräumer des Abends mit. Die Berlinerin gibt im Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ das Fräulein Schütt – für die bekam sie allerdings keine Lola.

Dafür der Film umso mehr. Gleich sechs Lolas erhielt der Polit-Thriller, der sich mit den entscheidenden Jahren des Frankfurter Generalstaatsanwalts Fritz Bauer bei seiner Arbeit auseinandersetzt. In der Hauptrolle Burghart Klaußner . Der Film stammt aus der Feder des Frankfurter Filmemachers Lars Kraume , der nicht nur das Drehbuch schrieb, sondern auch Regie führte. Für die bekam er schließlich die Lola als bester Regisseur. „Sie steht jetzt bei mir Zuhause im Arbeitszimmer in einem Regal“, erzählt Kraume.

Auszeichnungen sind für den 43-Jährigen nichts Neues. Schließlich heimste sein „Fritz Bauer“ im vergangenen Jahr auch den Hessischen Filmpreis ein. Und Kraume selbst erhielt zweimal den Adolf-Grimme-Preis.

„Die Lola leistet dort im Regal den Grimme-Preisen Gesellschaft“, scherzt Kraume, der für den Streifen „Guten Morgen, Herr Grothe“ schon vor fast zehn Jahren den Deutschen Filmpreis bekam. Aus dem langen Gala-Abend wurde schließlich eine (be-)rauschende Nacht. „Wir haben lang und ausgiebig und mit viel Alkohol gefeiert“, lässt sich Kraume entlocken.

Doch mit dem Feiern ist es jetzt vorerst vorbei, denn er sitzt am nächsten Filmprojekt. Ein Drama, das sich in den 50er Jahren ereignet und wie „Fritz Bauer“ auf einer wahren Begebenheit beruht. „Die Handlung spielt in der DDR und befasst sich mit dem Ungarnaufstand 1956“, erzählt Lars Kraume. „ Louis Hofmann und Jörg Schüttauf werden mitspielen“, berichtet Kraume, der mit den Dreharbeiten im Februar starten möchte.

Abgedreht hingegen ist sein Film „Terror“, der im Oktober zu sehen sein wird. Kraume verfilmt Ferdinand von Schirach s Justizdrama als interaktives Medienereignis mit Lars Eidinger , Martina Gedeck , Florian David Fitz und Burghard Klaußner.

Bei der Verleihung des Filmpreises in der Hauptstadt triumphieren allerdings nicht nur Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren, sondern auch Hessen und Frankfurt. Denn „Der Staat gegen Fritz Bauer“ wurde vom Bundesland gefördert. Und auch der Spielfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Sonja Heiss , „Hedi Schneider steckt fest“, der bereits 2014 den Hessischen Filmpreis als bester Spielfilm erhielt, wurde mit insgesamt 388 000 Euro von Hessen gefördert. Die Tragikomödie über eine Mutter, deren Panikattacken ihre Familie vor große Herausforderungen stellt, und in der Laura Tonke die Hauptrolle spielt, wurde zudem in Frankfurt gedreht.

Laura Tonke ist am Abend der Verleihung vor Freude überwältigt, schafft es gerade so noch, die Tränen zurückzuhalten. „Ich könnte bis an mein Lebensende Hedi Schneider spielen“, sagt sie und hat für auch schon ein paar Vorschläge für die neuen Titel parat: „Hedi Schneider gibt nicht auf“, „Hedi Schneider – jetzt erst recht“ oder „Der Staat gegen Hedi Schneider“ – wohl in Anspielung auf ihre Rolle auf den Kraume-Film. Sich selbst bezeichnete sie bei ihrer Danksagung für die „Beste Nebenrolle“ in „Mängelexemplar“ als „Fehlbesetzung“, doch sie brauchte das Geld.

(es)

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