Mit Plakaten, aber teils ohne Masken zogen etwa 100 Teilnehmer einer Querdenker-Veranstaltung von Bornheim durch die Stadt zum Römer.
+
Mit Plakaten, aber teils ohne Masken zogen etwa 100 Teilnehmer einer Querdenker-Veranstaltung von Bornheim durch die Stadt zum Römer.

Corona-Pandemie

„Querdenker“-Kundgebung in Frankfurt: Polizei geht gegen Verstöße vor - Maske von Teilnehmer konfisziert

  • vonSabine Schramek
    schließen

Bei einer „Querdenker“-Veranstaltung ziehen etwa 100 Teilnehmer durch Frankfurt. Weil ein Mann eine Maske mit der Aufschrift „Impfen macht frei“ trägt, wird er abgeführt.

Frankfurt - Großen Zulauf haben Coronaleugner und Querdenker in Frankfurt nicht. Alle zwei Wochen gibt es Kundgebungen in Bornheim, meist mit kaum 30 Teilnehmern. Noch am Sonntag war ein Schweigemarsch ab der Weseler Werft von ihnen angemeldet worden mit 2500 Teilnehmern. Da nur 38 kamen, blieben sie an Ort und Stelle. Auch der für Frankfurt angekündigte Autokorso fiel aus. Dienstagabend (20.04.2021) sind es etwa 100 Teilnehmer, um bei großem Polizeiaufgebot hinter einem Mercedes Pick-up zum Römer zu laufen.

Schon vor Beginn greift die Polizei mehrfach ein. Ein Teilnehmer klebt die Darmstädter Kennzeichen des Pick-Ups mit schwarzem Tape ab. Die Polizei lässt sie wieder entfernen. Ein Mann, der eine Ordnerbinde am Arm trägt, aber keine Maske, darf nicht als Ordner mitlaufen. Er hat ein Attest und bekommt von der Polizei die Wahl Maske oder nicht als Ordner während des Zuges tätig zu sein.

Corona-Proteste in Frankfurt: „Querdenker“ am Römer - Maske wird konfisziert

Eifrig im Gespräch mit anderen Teilnehmern fällt ein Mann mit OP-Maske auf. Mit Filzstift steht über die gesamte Breite in Frakturschrift geschrieben "Impfen macht frei". Polizeibeamte gehen auf ihn zu, gleichzeitig ertönt eine Durchsage aus dem Lautsprecherwagen der Einsatzkräfte. Wegen eines möglichen "Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung wird die Maske konfisziert". Der Mann wird abgeführt. Etwa 30 Gegendemonstranten, die auf Abstand stehen, applaudieren frenetisch, als der Mann mit der Maske am Geburtstag von Adolf Hitler (20. April) von der Polizei weggeführt wird.

Als der kleine Zug losgeht, bricht eine Ordnerin mit Maske unter der Nase wohl aus Versehen einen Seitenspiegel eines geparkten Autos in der Berger Straße ab. Ihre Personalien werden festgehalten. Vom Band läuft Musik. "Sei wachsam" von Reinhard Mey, "We Shall Overcome", "YMCA" von Village People, und "Baby Can I Hold You" von Luciano Pavarotti und Tracy Chapman. Ob GEMA -Gebühren bezahlt werden oder nicht, bleibt offen.

Frankfurt: Anwohner pfeifen „Querdenker“ aus - Gegendemonstranten vor Ort

Immer wieder protestieren Anwohner aus ihren Fenstern und pfeifen die Coronamaßnahmen-Leugner aus. An einigen Straßenecken bis zum Römer warten Grüppchen von Gegendemonstranten mit Plakaten. Die Veranstalter begrüßen sie und ziehen weiter. Immer wieder weist die Polizei den Anmelder auf Abstände hin, der Redner auf dem Wagen gibt es weiter. Einige Ordner haben Sammeldosen dabei und versuchen, von Passanten "Schenkungen" zu bekommen. Doch nur Teilnehmer unterstützen die Aktion.

Auch auf dem Römerberg bleiben die Demonstranten unter sich. Einige tanzen, trommeln und singen. Flaggen werden geschwenkt, Plakate mit der Aufschrift "Freiheit beginnt, wo Angst endet" oder "Im Sterben liegt die Demokratie" werden hochgehalten. Weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

„Querdenker“-Kundgebung in Frankfurt: Kaum Zulauf - Polizei greift am Römer ein

Frankfurt bleibt erneut eine Stadt, in der Querdenker keinen Zulauf finden. Eine Stadt, in der die Polizei eingreift, wenn die Auflagen nicht eingehalten werden. Wohl auch deshalb werden die meisten Aktionen von ihnen aus Darmstadt heraus organisiert. (Sabine Schramek)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare