+
Bettina Wiesmann (von rechts) mit Ralph Brinkhaus, Michael zu Löwenstein, CDU-Stadtrat Matthias Mehl und Jan Schneider auf der Brücke über die A 661 an der Seckbacher Landstraße.

Lärmschutz

Einhausung der A661: Römer-Koalition wirbt in Berlin und Wiesbaden für ihr Jahrhundertprojekt

  • schließen

Bei seinem Besuch in Frankfurt zeigt die CDU ihrem Bundestags-Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus, wo die A 661 eingehaust wird. Aber auch Grüne und SPD nutzen ihre Kontakte, um Geld aus Berlin einzuwerben.

Frankfurt - Was denn die wichtigsten Projekte seien, fragte der Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, vor seinem gestrigen Besuch in Frankfurt. In der Kreisgeschäftsstelle der CDU war man schnell einig: Die Einhausung der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach, die die Römer-Koalition aus CDU, Grünen und SPD vor einer Woche absegnete – und die die Stadt nach heutigem Stand fast alleine bezahlen muss. Also führten der Kreisvorsitzende, Jan Schneider, und der Fraktionvorsitzende, Michael zu Löwenstein, Brinkhaus zusammen mit der Frankfurter Bundestagsabgeordneten Bettina Wiesmann dorthin, wo die Einhausung entstehen soll. Hofft die Stadt doch auf Hilfe aus Berlin, um das „Jahrhundertprojekt“, wie Wiesmann die Einhausung nennt, zu stemmen.

Lärm von der A661 wird unterschätzt: Römer-Koalition wirbt für Einhausung der Autobahn

Autobahnlärm sei für ihn nicht neu, erklärt Brinkhaus, der aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück kommt. „Ich wohne nur einen Kilometer Luftlinie von der A 2 entfernt, der Verbindung von Polen ins Ruhrgebiet. Wir reden bei Einhausungen viel über Umweltschutz. Aber das Schlimmste ist die Belastung für die Menschen. Lärm ist eines der am meisten unterschätzten Themen.“ Nicht erst seit sie beschlossen, die einen Kilometer lange Einhausung zu bauen, werben Politiker der drei Koalitions-Parteien bei Landes- und Bundesregierung um finanzielle Unterstützung. Die SPD „bombardiere“ ihre Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen seit Jahren mit diesem Thema, sagt der SPD- Stadtverordnete Holger Tschierschke. Die Einhausung stehe schon lange auf der Wunschliste, ergänzt die SPD-Fraktionsvorsitzende im Römer, Ursula Busch. „Wir brauchen Geld – und zwar nicht zu wenig.“

Frankfurt ist ein Verkehrsdrehkreuz – Einhausung der A661 wichtiges Projekt

Dass Ralph Brinkhaus, der vier Jahre lang in seiner Fraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik zuständig war, jetzt nach Frankfurt kommt, ist Zufall – den seine Parteifreunde aber gerne nutzen. Frankfurt, so habe er gelernt, habe die meisten Pendler der Republik, sei ein Verkehrsdrehkreuz und der viele Verkehr könne nicht nur über öffentlichen Personennahverkehr abgewickelt werden, sagt Brinkhaus. Versprechen wolle er aber nichts: Er sei „zum Zuhören“ gekommen – und es gebe „unheimlich viele Verkehrsprojekte in Deutschland“.

Trotzdem sei der Besuch wichtig, sagt Ursula Busch. „Das ist prima. Je mehr Aufmerksamkeit wir in Berlin und in Wiesbaden bekommen, desto besser ist es.“ Innerhalb der Koalition habe man bereits besprochen, wer welche Kontakte nutzen könne, um für das Einhausungs-Projekt zu werben. Dabei gelte es, auch weniger offensichtliche „Töpfe“ im Blick zu haben, sagt Ulli Nissens persönlicher Referent, Daniel Duncker-Speyer. „Etwa das Projekt ’Zukunft Stadtgrün’, für dessen Verlängerung sich Frau Nissen einsetzte.“

Bundestagsabgeordneter Omid Nouripour  hat einen kurzen Draht zu Verkehrsminister Tarek Al-Wazir

Zumindest in Berlin sei seine Partei etwas außen vor, gesteht Wolfgang Siefert (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Stadtverordneten. „Dort sind wir in der Opposition, da können wir viel fordern.“ So wie ihr Bundestagsabgeordneter Omid Nouripour will, dass „die Bundesregierung nicht nur symbolisch die Einhausung unterstützt“. „Aber wir regieren in Hessen mit und haben einen kurzen Draht zum grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.“ Der habe signalisiert, gemeinsam zu planen. Hinzu komme, dass Frankfurt ja den Lärmschutz bereits für eine sechsspurige Autobahn plane, die der Bund jetzt noch gar nicht baut. Das müsse der Bund bei der Kostenfrage berücksichtigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare