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Planänderungsverfahren letzte Chance

Geplanter Riederwaldtunnel: Autobahnausbaugegner fordern sofortige Einhausung der A661

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Baustopp, Verhandlungen mit Land und Bund, Einwendungen gegen die Planung – das soll die Stadt beim Land durchsetzen, fordert das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn. Die Zeit dränge, um zu erreichen, dass die A 661 eine Einhausung statt nur Lärmschutzwände bekommt.

Frankfurt - Der Stadt Frankfurt läuft die Zeit davon, will sie an der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach eine Einhausung der Autobahn erreichen – so sieht es zumindest Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA). Noch in diesem Jahr werde Hessen Mobil, die Verkehrsbehörde des Landes, im Zuge des geplanten Baues des von Riederwaldtunnel und des Ausbaus der Ostumgehung A 661 ein Planänderungsverfahren für den Autobahnabschnitt zwischen Friedberger Landstraße und dem im Bau befindlichen Autobahndreieck (AD) Erlenbruch beantragen. „Das ist die Gelegenheit für die Stadt Frankfurt vor allem zum Schutz der Anwohner (...) Einwendungen zu erheben“ und sich für eine Kompletteinhausung einzusetzen – so wie das 10 000 Anwohner per Unterschrift und der Ortsbeirat 11 (Seckbach, Riederwald, Fechenheim) mir einem Antrag bereits getan hätten.

Anders als vom Ortsbeirat gefordert, mache es allerdings keinen Sinn, Geld für eine Einhausung im städtischen Haushalt einzuplanen, „weil diese Planungen nur ins Leere laufen können“, argumentiert „AUA“. Realistisch sei der Bau einer Einhausung nur, wenn diese zugleich mit der Fertigstellung dieses Autobahnabschnitts erfolge. „In den derzeitigen Planungen für den Riederwaldtunnel und das Autobahndreieck Bornheim ist die Einhausung aber nicht vorgesehen.“

Baustopp und Gespräche

Die Autobahn drohe also fertiggebaut zu werden ohne Einhausung, fürchtet AUA – und weil eine gerade fertige Autobahn „niemand gleich wieder zur Baustelle mache“, sei in Sachen Einhausung „für Jahrzehnte der Zug abgefahren“. AUA fordert daher die Stadt auf, in die anstehende Planänderung die Einwendung einzubringen, mit dem Ziel, eine Einhausung bauen zu lassen. Dies hält Hessen Mobil, die die Autobahn im Auftrag und mit Geld der Bundesregierung ausbauen, wie mehrfach berichtet nicht für nötig: Geplant sind sechs bis zehn Meter hohe Lärmschutzwände. Außerdem müsse die Stadt einen Baustopp fordern und mit dem Land das intensive Gespräch über den Bau einer Einhausung führen, fordert AUA.

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Dem Planungsdezernat, das in Sachen Einhausung federführend im Magistrat ist, sei die Dringlichkeit bewusst, sagt dessen Sprecher Mark Gellert. „Einen Baustopp kann es aber nur geben, wenn gebaut wird – und das wird zurzeit dort ja nicht.“ Genauso sieht es Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der ergänzt, ein Baustopp sei „unrealistisch“. Im ersten Planänderungsverfahren, in dem es 2018 um den Bau des Riederwaldtunnels ging, habe die Stadt bereits klar gemacht, dass sie eine Einhausung zum Schutz der Bevölkerung für sinnvoll halte. „In dem Verfahren zur A 661 werden wir uns vermutlich ähnlich äußern.“

Stadt erhofft Synergien

Ob und wie die Stadt Einwendungen einreiche, zeige sich erst, wenn das Planänderungsverfahren beginnt, stellt Gellert klar. Einhausung und Autobahnausbau zu verbinden sei sinnvoll, um „Synergieeffekte“ zu schaffen. Wie lang die Einhausung werden soll – maximal von der Friedberger Landstraße rund 1400 Meter weit bis zur Seckbacher Talbrücke – habe die Stadtverordnetenversammlung noch nicht beschlossen: Noch würden drei Varianten geprüft.

Geht es nach Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), bekommt eine Einhausung die „maximale Größe“, auch um darauf und um sie herum möglichst viel Grünflächen zu schaffen. Daher solle die Stadt auch eine Maximalforderung an Land und Bund stellen. Ganz so eilig wie AUA sagt, scheint das nicht zu sein: Hessen Mobil will erst 2020 das Planänderungsverfahren beantragen.

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